Absa Cape Epic#1: Zweiter Etappensieg für Fumic und Avancini

Damit war nicht unbedingt zu rechnen: Manuel Fumic und Henrique Avancini haben nach dem Prolog auch die erste Etappe der 14. Absa Cape Epic gewonnen. In Hermanus siegte das Cannondale-Duo 54 Sekunden vor Christoph Sauser und Jaroslav Kulhavy von Investec-Songo Specialized sowie mehr als 3:46 Minuten vor Jochen Käß und Markus Kaufmann (Centurion-Vaude 1) die mit Nino Schurter und Matthias Stirnemann (Scott-Odlo) das Ziel erreichten.

Manuel Fumic strahlte nach dem zweiten, und Saison übergreifend sogar dritten Etappensieg in Folge ganz frisch aus seinem Trikot. „Wir sind wirklich glücklich, es hätte nicht besser laufen können. Das bedeutet noch mal einen Tag in Gelb“, so Fumic.

Vor dem längsten Anstieg des Tages, rund drei Kilometer lang und etwa bei Kilometer 59 von 101 beginnend, sind noch elf Teams zusammen. Doch dann reißt bei rund 35 Grad Hitze die Formation auseinander.

Christoph Sauser macht in dem Singletrail-Anstieg das Tempo. Nino Schurter folgte an zweiter Position, dann Manuel Fumic. Acht Fahrer wurden zur Spitzengruppe, doch es waren nur drei Teams. Urs Huber (Team Bulls) vermisste seinen Partner Karl Platt und Nicola Rohrbach fehlte Kollege Daniel Geismayr (Centurion-Vaude 2).

Als die Gruppe nach der folgenden Abfahrt den Singletrail verließ, da mussten Huber und Rohrbach die Konkurrenten ziehen lassen, um auf ihre Partner zu warten.

So entstand eine sechsköpfige Spitzengruppe, die allerdings nicht sehr lange Bestand hatte.

Matthias Stirnemann stürzte in einer sandigen Passage und zwang Henrique Avancini zum Stopp. Beide verloren den Anschluss, während vorne Sauser und Kulhavy Druck machten.

Fumic musste warten, es ging eine Lücke von acht bis zehn Sekunden auf. Fumic und Avancini entschieden sich auf Schurter und Stirnemann zu warten, so dass der Rückstand auf 30 Sekunden anstieg.

Überraschung an Verpflegungsstelle 3

Kurze Zeit später kam es an der dritten Verpflegungsstelle bei Kilometer 72 zur nächsten Schlüssel-Situation. Sauser und Kulhavy hielten an und verpflegten sich. Sie waren gerade fertig, als die vier Verfolger um die Ecke kamen und – Überraschung – nicht aus dem Sattel gingen, sondern mit dem Schweizer und dem Tschechen das Rennen fortsetzten.

„Das hat mich total überrascht. Wir dachten, jetzt sind wir vorne und können den Vorsprung ausbauen. Bei dieser Hitze kannst Du 30 Kilometer vor dem Ziel eigentlich nicht auf Verpflegung verzichten“, schüttelte Christoph Sauser später den Kopf. Zumindest bei Fumic und Avancini funktionierte das aber.

„Wir hatten noch genug in den Flaschen und wir haben uns entschieden weiter zu fahren. Das war sicher eine kluge Entscheidung weil wir so bei den Beiden am Hinterrad bleiben konnten“, erklärte Fumic.

Für Matthias Stirnemann zahlte sich das nicht aus. Der 25-Jährige verlor auf einer Flachpassage den Anschluss, Nino Schurter musste warten und das Scott-Duo verlor mehr und mehr an Boden.

Auf einmal tut es einen Schlag

Sauser und Kulhavy hielten das Tempo hoch, Fumic und Avancini blieben dran. Doch auf einmal tat es vielleicht zehn Kilometer vor dem Ziel in einem Singletrail einen Schlag und Kulhavy ging zu Boden. Der Tscheche hatte irgendwas erwischt und sich einen Plattfuß eingehandelt, den Sauser dann reparierte. Das Problem war, dass das Ventil gebrochen war und deshalb ein neuer Schlauch rein musste. Rund drei Minuten verloren die Titel-Favoriten auf Fumic und Avancini.

Als sie fertig waren, schossen gerade Nino Schurter und Matthias Stirnemann vorbei. Die beiden Eidgenossen hängten sie aber rasch wieder ab und saugten auch den Rückstand Sekunde um Sekunde ab. Vorne begann Henrique Avancini zu leiden und hatte Mühe an Fumic’ Hinterrad zu bleiben.

Er sprach später von einem „schweren Tag“ für ihn, auch weil er schon vor dem Stirnemann-Sturz wegen Kettenproblemen wieder um den Anschluss kämpfen musste.

Manuel Fumic machte über den ganzen Tag einen souveränen Eindruck. „Wir haben versucht keinen Fehler zu machen und waren am Ende glücklich, dass Jaro den Plattfuß hatte”, so der Kirchheimer.

Verblüffung bei Centurion-Vaude

Überraschend waren es Markus Kaufmann und Jochen Käß, die als drittes Team um die Ecke bogen. Mit Nino Schurter und dem völlig kaputten Matthias Stirnemann am Hinterrad. Etwa einen Kilometer vor dem Ziel hatten die beiden Centurion-Piloten die beiden Schweizer Cross-Country-Spezialisten eingeholt und sich im Finish durchgesetzt.

„Wir sind genauso verblüfft wie alle anderen. Das hätten wir beide nicht erwartet“, bekannte Markus Kaufmann. Der „solide Einstand“ beim Prolog (8.) habe sie zuversichtlich gestimmt, doch in der Anfangsphase sei so schnell gefahren worden, dass sie lediglich am Ende einer großen Gruppe von 15,16 Teams gefahren seien.

„Das war so abartig schnell, aber vielleicht haben sich da auch ein paar Teams die Hörner abgestoßen“, meinte Kaufmann.

Der Deutsche Marathon-Meister und sein Teamgenosse sammelten dann die Konkurrenz nach und nach ein. Andri Frischknecht, der einen starken Eindruck machte und seinen Scott-Sram-Kollegen Michiel van der Heijden, dann Alban Lakata und Kristian Hynek (Topeak-Ergon), schließlich die eigenen Teamgenossen Nicola Rohrbach und Daniel Geismayr und zum Schluss sogar noch Weltmeister Nino Schurter und den Weltranglisten-Siebten Matthias Stirnemann.

„Das macht uns auf jeden Fall ein Stück optimistischer. Wir schauen halt mal von Tag zu Tag“, so Kaufmann.

2:41 Minuten Vorsprung

In der Gesamtwertung liegen Käß und er jetzt auf dem fünften Rang, 7:45,5 Minuten hinter Manuel Fumic/Henrique Avancini. Die Cannondale-Piloten führen mit 2:41,7 Minuten vor Sauser/Kulhavy und 5:24,1 Minuten vor Schurter/Stirnemann.

Die zweite Etappe führt am Dienstag über 102 Kilometer (2350 Höhenmeter) von Hermanus nach Elandskloof.

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