Absa Cape Epic#3: Karl Platt und Urs Huber dominieren weiter

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Urs Huber und Karl Platt verteidigen mit ihrem dritten Etappensieg das Gelbe Trikot ©Sabrina Kral

Mit ihrem dritten Etappensieg haben Karl Platt und Urs Huber (Team Bulls 1) beim Absa Cape Epic in Wellington ihre Ansprüche auf den Gesamtsieg untermauert. Die beiden Träger des Gelben Trikots gewannen 2:08 Minuten vor Matthias Pfrommer und Nicola Rohrbach (Centurion-Vaude), die erneut überzeugen konnten. Topeak-Ergon mit Marathon-Weltmeister Alban Lakata und Kristian Hynek kamen nach 104 Kilometern von Saronsberg nach Wellington als Dritte (+2:53)  ins Ziel, Manuel Fumic/Henrique Avancini (Cannondale Factory Racing) wurden erneut Vierte.

Lange bleibt an diesem vierten Tag der 13. Absa Cape Epic das Rennen offen. Die Spitzengruppe fliegt zwar wiederholt auseinander, doch selbst der Bainskloof-Pass brachte keine Entscheidung.

„Das war heute ziemlich stressig weil die Gruppe so groß war. Erst bei Kilometer 70 hat sich das verändert“, gab Urs Huber Einblick in den Verlauf.

Vor einem Singletrail-Anstieg zog Simon Stiebjahn für seine Teamkollegen das Tempo hoch. „Das ist er super angefahren“, lobte Huber, „so konnten Karl und ich als Erste in den Trail.“

Den nutzten die Träger des Gelben Trikots dann aus, um sich abzusetzen. Nachdem sie die folgende Single-Trail-Abfahrt verlassen hatten, wurden 30 Sekunden Vorsprung gemeldet. „Es ging in dem Stil dann weiter“, so Huber.

Bis zur Verpflegungsstelle 3 bei Kilometer 86,5 wurden eine Minute Vorsprung auf Centurion-Vaude 2 und Topeak-Ergon gemessen.

Obschon Karl Platt nach der ersten Etappe und dem zweiten Tagessieg davon sprach, dass er ja „kein Kannibale“ sei, sprich nicht alle Etappen gewinnen wolle, war es klar, dass der Osthofener und Schweizer die Chance nutzen mussten, ihren Vorsprung in der Gesamtwertung auszubauen.

Zumal sie quasi Heimvorteil hatten. „Das war heute unsere Etappe, wir haben die Trails gekannt. Daher war es schon das Ziel noch mal Zeit gut zu machen. Wir sind sehr glücklich darüber, dass es geklappt hat“, erklärte Urs Huber. „Wir mussten nur einmal übers Limit als wir die Lücke heraus gefahren haben. Das stimmt uns für die nächsten Tage sehr zuversichtlich.“

9:07 Minuten auf Pfrommer/Rohrbach sind es jetzt, 11:16 Minuten auf Hynek/Lakata. Das ist noch keine Vorentscheidung, aber ein Polster, das auch mal ein Handicap erlaubt, mit dem beim Cape Epic immer zu rechnen ist.

„Wir werden jetzt sicher nicht mehr auf Krawall fahren und nichts riskieren. Einen Fehler zu machen ist sicher die größte Gefahr“, blickte Huber voraus.

Matthias Pfrommer: Schon mehr erreicht als wir wollten

Zum stärksten Verfolger haben sich Matthias Pfrommer und Nicola Rohrbach entwickelt. Das Duo aus Calw und der Schweiz konnte sich erneut vorne behaupten und zeigen, dass der Etappensieg vom Vortag kein Zufall war.

„Als Bulls angriff sind wir unsere eigenes Tempo gefahren und waren auch noch mal dran. Aber oben raus haben sie uns dann doch 30 Sekunden abgenommen. Die haben die Trails offensichtlich gekannt“, erzählt Matthias Pfrommer.

Mit Topeak-Ergon lagen sie dann auf der Verfolgung, bis knapp fünf Kilometer vor dem Ziel Hynek hinter dem Centurion-Vaude-Duo stürzte.

„Ich weiß, dass ich bei Etappenrennen normalerweise von Tag zu Tag besser werde, aber nach Andalusien habe ich mich sehr müde gefühlt. Wir haben jetzt schon mehr erreicht, als wir wollten“, so Pfrommer nach dem zweiten Etappenrang. „Nach vorne haben wir keine Ambitionen, Bulls sind zu stark.“

Schwerer Sturz von Hynek

Beim Team Topeak-Ergon läuft nach wie vor nicht alles rund. Zu Beginn hatte Hynek sichtlich Mühe den Anschluss zu halten. Je länger die Etappe andauerte, desto besser kam der Tscheche in Tritt und schließlich gehörte er mit Alban Lakata zu den drei Teams, die sich vom Rest absetzen konnten.

Huber und Platt waren nicht zu halten, doch der Kampf um den zweiten Platz verlor das Duo gegen Rohrbach/Pfrommer durch einen Sturz von Hynek. Der Ex-Europameister fuhr hinter Rohrbach und Pfrommer als es ihn in einer Regenrinne aushob und er über den Lenker flog. „Wir sind beide an der Stelle auch auf dem Vorderrad gelandet“, berichtet Matthias Pfrommer. „Er hat hinter uns im Staub wahrscheinlich noch weniger gesehen.“

Hynek verletzte sich am linken Ellbogen und holte sich eine blutige Wunde am linken Knie. Mit Schmerzen erreichte er das Ziel, doch nach ersten Berichten wollte man die Verletzungen im Krankenhaus untersuchen lassen.

Fumic mit etwas Mühe

Manuel Fumic und Henrique Avancini waren „best of the rest“. Sie waren wiederholt aus der Spitzengruppe herausgefallen, doch am Ende waren sie stark genug um Dolomiti Superbike mit Periklis Ilias/Tiago Ferreira hinter sich zu lassen und in der Gesamtwertung 2:12 Minuten auf Samuele Porro/Damiano Ferraro (Trek-Selle San Marco A) gut zu machen. Genau sieben Minuten liegen Fumic/Avancini jetzt noch hinter den beiden Italienern, die mit 17:19 Minuten Rückstand in der Gesamtwertung auf Rang vier liegen.

„Ich hatte heute etwas Mühe, aber mit Hilfe von Henrique ging es. Es war ein bisschen ein Jojo-Spiel. Wir sind weggeflogen und wieder hingekommen, aber insgesamt bin ich zufrieden“, kommentierte Fumic seinen Tag.

Bei Tim Böhme ging es nach seinen Magen-Problemen vom Vortag wieder besser. Das zweite Bulls-Duo mit Simon Stiebjahn kam an sechster Stelle (+7:08) ins Ziel und ist jetzt mit 35:11 Minuten Rückstand Achter.

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