Absa Cape Epic#6: Süss und Stenerhag vor Gesamtsieg – Drama für Spitz/de Groot

Esther Süss und Jennie Stenerhag stehen vor dem Gesamtsieg beim 14. Absa Cape Epic. Die Schweizerin und die Schwedin von Meerendal CBC wurden auf der vorletzten Etappe in Elgin Zweiter hinter Annie Last und Mariske Strauss (Hansgrohe Cadence OMX), während ihre schärfsten Rivalinnen Sabine Spitz und Robyn de Groot (Ascendis Health) Drama pur erlebten und die 103 Kilometer nach einem Lenkerbruch bei Spitz nur auf Platz sieben beenden konnten.

Beim Cape Epic werden die Podiums-Plätze erst nach dem letzten Kilometer verteilt. Das sollte man inzwischen gelernt haben, doch immer wieder wird man vom nahezu Unmöglichen überrascht. Sabine Spitz und Robyn de Groot hatte man zwar kaum noch Chancen auf den Gesamtsieg, aber doch einen sicheren zweiten Platz, war der Abstand zu Mariske Strauss und Annie Last doch 23:25 Minuten.

Aber wer kann schon mit einem Lenkerbruch kalkulieren?

Etwa bei Kilometer 60 kam Sabine Spitz in einer schnellen Passage, bedingt durch Seitenwind von der Linie ab, kam ins Geröll und konnte das Bike nicht mehr kontrollieren. Beim Sturz brach der Lenker entzwei.

 

„Reparatur“ mit Bambusstab

Spitz, praktisch durchaus veranlagt, versuchte ihren Lenker mit Hilfe eines Stück Bambus wieder nutzbar zu machen. Es dauerte allerdings seine Zeit bis die Deutsche Meisterin etwas Passendes gefunden hatte.

Am Waterpoint 3 sind es fast 25 Minuten Rückstand auf die führenden Süss/Stenerhag, aber auch 23:10 Minuten auf Strauss und Last.

Dort wird der Lenker getauscht. Allerdings nicht mit einem originalen Teil. „Er hat nicht wirklich gepasst, aber besser als der Bambus“, erklärte Sabine Spitz. „Es war schon knifflig zu fahren, da es noch recht Technisch war.” Das erklärt allerdings nicht den weiter erhöhten Zeitverlust, der sich am Ende auf 34:08 Minuten addiert. Repariert wurde erst nach der Zeitmessung und das von Mechanikern, die mit der Sache nicht so perfekt vertraut waren.

 

Annie Last und Mariske Strauss werden im weiteren Verlauf nicht schwächer, sondern können in der Schlussphase sogar zu Süss und Stenerhag aufschließen und um ihren ersten Etappensieg kämpfen. Stenerhag bekam zunehmend Mühe, so dass sich Mariske Strauss und Annie Last auf und davon machen konnten. 31 Sekunden vor Esther Süss und Jennie Stenerhag feierten sie ihren ersten Etappensieg.

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Annie Last (links) und Mariske Strauss gewinnen die sechste Etappe. ©Greg Beadle/Cape Epic/SPORTZPICS

„Ich hatte nach 90 Kilometern nichts mehr zu geben. Aber Annie und Mariske sind diese Woche so stark gefahren, denen ist der Etappensieg zu gönnen“, meinte Jennie Stenerhag.

Die Schweizerin und die in Südafrika lebende Schwedin stehen indes vor dem Gesamtsieg. 35:34 Minuten Vorsprung nehmen sie am Sonntag mit auf die letzten 85 Kilometer nach Paarl ins Val de Vie.

„Ich bin sehr glücklich über den nun größeren Vorsprung, aber ich weiß, dass auch uns so was wie ein Lenkerbruch noch passieren kann“, meinte Esther Süss.

Spitz und de Groot: Immerhin noch auf dem Gesamt-Podium

Das Team Meerendal CBC hatte seine Stellung bereits am Groenlandberg untermauert. „Wir wollten mit einem Vorsprung in den Downhill rein gehen“, erklärte Jennie Stenerhag den Plan. So erreichte die Paarung im orangenen Leaderjersey mit 1:41 Minuten Vorsprung auf Ascendis Health die zweite Verpflegungsstelle bei Kilometer 50.

Mariske Strauss/Annie Last lagen da 3:25 Minuten zurück und von deren Konkurrentinnen um Gesamtrang drei ist lange nichts zu sehen. Erst mit 8:27 Minuten Verspätung treffen Adelheid Morath und Ariane Lüthi (Team Spur) ein. Danach verlieren sie allerdings nicht mehr allzu viel Zeit. 10:47 Minuten sind es als Tages-Fünfte am Ende der Königsetappe.

Sabine Spitz und Robyn de Groot verloren durch das Lenker-Drama den zweiten Gesamtrang an Strauss/Last. 11:44 Minuten nehmen sie gegenüber Spitz/de Groot mit in den letzten Tag.

Immerhin sind die Beiden noch im Rennen um das Podium. Ohne die praktischen, handwerklichen Fähigkeiten von Sabine Spitz hätten sie zehn Kilometer laufen müssen. Dann wäre wohl auch Position drei weg gewesen.

Nach einem Reifendefekt, einem Sturz und Cut über dem Auge hat Sabine Spitz mit dem Lenkerbruch jetzt vielleicht ihre Pechsträhne abgehandelt.

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