Absa Cape Epic#6: Triumphaler Auftritt von Schurter und Stirnemann

Auf der vorletzten Etappe des Absa Cape Epic ist eine Vorentscheidung gefallen. Nach 103 Kilometern mit Start und Ziel in Elgin haben Nino Schurter und Matthias Stirnemann (Scott-Sram) mit ihrem zweiten Etappensieg ihren Vorsprung auf Christoph Sauser und Jaroslav Kulhavy (Investec-Songo Specialized) auf 6:48 Minuten ausgebaut. Manuel Fumic und Henrique Avancini von Cannondale erlebten einen zweiten schlechten Tag und mussten Gesamt-Rang drei an die Tages-Zweiten Max Knox/Hector Paez (Kansai Plascon) abgeben.

Der Kirchheimer Manuel Fumic und der Brasilianer Henrique Avancini erlebten noch einmal die Brutalität des Cape Epic. Es war schon am Freitagnachmittag in Betracht zu ziehen, dass Avancini am Samstag für seine 60 Kilometer lange noch mal leiden musste. Er war so lange über seinem Limit gefahren, die Reserven völlig aufgebraucht, so dass eine völlige Erholung über Nacht eher unwahrscheinlich war.

Nach fünf Tagen in Gelb waren Avancinis Magenprobleme und der Doppel-Defekt am Freitag der entscheidende Schlag ins Kontor, auch physisch. Manuel Fumic nahm es bereits während der Etappe gelassen und hatte die Laune um am Waterpoint einen Wheelie zu machen.

„Für Henrique war es ein harter Tag. Er hatte von Anfang an Probleme und ich musste ihn davon überzeugen drin zu bleiben. Im Endeffekt bin ich nur froh, dass wir ins Ziel gekommen sind. Aber das war mir gestern schon klar. So einen Tag kannst du nicht einfach kompensieren. Das ist das Cape Epic“, kommentierte Manuel Fumic.

Für sich selbst sei er zufrieden. „Ich habe mich super gefühlt und konnte mit der Spitze mitfahren. Aber es ist halt ein Wettbewerb für zwei. Da muss man gemeinsam durch gute und schlechte Zeiten und die guten hatten wir ja auch.“

Geismayr und Rohrbach setzen erste Akzente

So mussten Avancini und Fumic bereits am Groenlandberg Tribut zollen. Centurion-Vaude 2 macht das Tempo, Schurter/Stirnemann und Sauser/Kulhavy bleiben dran.

Nicola Rohrbach und Daniel Geismayr überquerten an erster Stelle den Giganten Groenlandberg, rissen eine kleine Lücke und wurden dann mit 40 Sekunden Vorsprung gemeldet. Er wächst noch auf eine Minute an, doch dann machen die Verfolger erfolgreich Dampf, während Fumic und Avancini bereits eineinhalb Minuten Rückstand aufweisen.

In der Verfolgergruppe befinden sich auch noch die Scott-Sram Young Guns, Pyga Eurosteel und Kansai Plascon, was für den dritten Gesamt-Platz von Cannondale eine Bedrohung darstellt.

Anfang vom Ende: Defekt bei Sauser/Kulhavy

Der Cape-Epic Live-Ticker meldet die Aufgabe von Pablo Montoya und kurz darauf, dann einen Defekt bei Investec-Songo Specialized. Der US-Amerikaner vom Specialized Backup-Team, Howard Grotts, ist zur Stelle und liefert das benötigte Laufrad.

Doch die Aufholjagd von Sauser und Kulhavy ist an diesem Tag nicht erfolgreich. Kulhavy könnte schon, Sauser aber nicht und es fehlen die langen Flachpassagen, in denen er von den Fähigkeiten des Tschechen profitieren könnte.

So summiert sich der Rückstand der beiden Favoriten schließlich auf 5:58 Minuten, was in der Gesamtwertung vor der letzten Etappe 6:48 Minuten Differenz auf Schurter und Stirnemann ausmacht.

Vorne mussten Andri Frischknecht und Michiel van der Heijden (Scott Sram Young Guys) ihre Hoffnungen auf einen weiteren Podiums-Platz nach einem Defekt bei Frischknecht begraben.

Schurter und Stirnemann leiden weniger

In der Schlussphase verlor erst Geismayr den Anschluss. Er und Rohrbach verbuchten mit 1:18 Minuten Rückstand schließlich den zweiten Podestplatz der Woche und schoben sich auf Gesamt-Rang vier.

Unter dem Tempo-Dikat von Schurter und Stirnemann müssen wenige Kilometer vor dem Ziel auch Max Knox und Hector Paez abreißen lassen. Die beiden Schweizer krönten einen triumphalen Auftritt mit ihrem zweiten Etappensieg.

„Ich weiß nicht was heute passiert ist, aber ich habe viel weniger gelitten als gestern. Ich fühle mich jeden Tag stärker und habe mich gut erholt“, zeigte sich Stirnemann über sich selbst erstaunt.

Nino Schurter bekannte, dass man den Etappensieg nicht im Plan hatte. „Wir wollten bei Investec-Songo-Specialized bleiben. Wir dachten, dass sie heute einen Angriff starten, aber als Sauser einen Defekt bekam, waren wir in der Lage zu attackieren. Von da an war es eigentlich wie ein weiteres Cross-Country-Rennen“, erklärte der Weltmeister im Interview mit den Medien-Vertretern.

Fumic und Avancini mit fast 16 Minuten Rückstand

Mit 16 Sekunden Differenz kamen Kansai Plascon an zweiter Stelle ins Ziel und übernahmen den dritten Gesamtrang von Manuel Fumic und Henrique Avancini.

Die fielen sogar hinter Rohrbach und Geismayr auf Platz fünf zurück. Mit 15:54 Minuten Differenz erreichten sie das Ziel erst als Achte.

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