Absa Cape Epic#7: Young Guns zum Zweiten – Centurion-Vaude Last Minute aufs Podium

 

Das Team Scott-Sram hat seinen Triumphzug beim 14. Absa Cape Epic standesgemäß beendet. In Paarl feierten die Tagesdritten Nino Schurter und Matthias Stirnemann den Gesamtsieg, Andri Frischknecht und Michiel van der Heijden (Scott-Sram Young Guns) holten ihren zweiten Etappensieg vor Damiano Ferraro und Fabian Rabensteiner (Trek Selle San Marco). Centurion-Vaude 2 mit Nicola Rohrbach und Daniel Geismayr schafften es als Vierte des Tages nach den 85 Kilometern noch auf den dritten Gesamtrang, Manuel Fumic und Henrique Avancini beendeten das Klassement auf Position fünf.

Sie haben es in Style zu Ende gebracht. Die beiden Scott-Teams etablierten sich in der zweiten Hälfte des Cape Epic als die stärksten Paarungen und die Regie für das Finale war ebenfalls perfekt.

Andri Frischknecht war es neben Nicola Rohrbach, der mit seiner Tempo-Arbeit an einem Asphalt-Anstieg die sieben Teams starke Spitzengruppe zustande brachte. Er spielte auch in der Schlussphase eine wichtige Rolle und „durfte“ dann mit seinem Teamgenossen Michiel van der Heijden zum Etappensieg attackieren.

„Wir haben unseren Job gemacht und das Wichtigste war, dass sich Nino und Matthias sicher fühlen konnten, wenn wir mit in der Gruppe waren“, erklärte van der Heijden.

Die angesprochenen Teamkollegen, genauer gesagt: Matthias Stirnemann, hatten nur an den ersten Tagen etwas Probleme das Gesamtpaket Cape Epic zu adaptieren. Doch Stirnemanns Tendenz zeigte nach oben und er geriet nicht mehr in Gefahr abgehängt zu werden.

„Ich bin wirklich glücklich. Wir hatten keine technischen Defekte diese Woche und hatten das stärkste Backup-Team. Wir wollten herkommen, um zu lernen und 2018 nach dem Sieg zu greifen, doch jetzt ist es uns dieses Jahr schon gelungen. Es ist einfach großartig“, erklärte Nino Schurter zum Gesamtsieg.

Stirnemann hob noch mal die Bedeutung des zweiten Teams hervor: „Ohne die Beiden und unsere tollen Betreuer hätten wir es nicht geschafft.“

Die Tages-Vierten und Gesamt-Zweiten Christoph Sauser und Jaroslav Kulhavy mussten die Überlegenheit ihrer Konkurrenten anerkennen. Um 8:04 Minuten Rückstand wurden sie auf Position zwei verwiesen.

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Christoph Sauser gratuliert seinen Landsleuten Nino Schurter und Matthias Stirnemann zum Gesamtsieg. ©Sam Clark/Cape Epic/SPORTZPICS

 

Fumic bilanziert „eine tolle Vorstellung“

Manuel Fumic war der beste Deutsche im Endklassement. Für ihn und den Brasilianer Henrique Avancini blieb es nach Rang Acht beim Finale beim fünften Gesamtrang. Nach fünf Tagen in Gelb und drei kritischen Tagen für Avancini zog Manuel Fumic dennoch eine positive Bilanz.

„Wir hatten Höhen und Tiefen, so ist halt das Cape Epic. Wobei die Höhen überwogen haben. So wie wir gefahren sind, war das eine tolle Vorstellung. Ich persönlich habe mich wahnsinnig gut gefühlt und das entscheidende für mich war, dass wir unser Ziel den Prolog zu gewinnen, erreicht haben. Und zwar deutlich“, verwies er noch mal auf den Auftakt vor einer Woche in Meerendal, als sie mit über eineinhalb Minuten Vorsprung ins Gelbe Trikot schlüpften.

Er ließ sich sein Vergnügen auch am Schlusstag nicht nehmen und überquerte im Wheelie die Ziellinie.

 

Die Geschichte der letzten Etappe:

Bereits nach dem der erste Anstieg und die dazugehörige Abfahrt hinter den Fahrern lagen, hatten Manuel Fumic und Henrique Avancini einen Rückstand zu verzeichnen. Bei Verpflegungsstelle 1 (km 23) lagen sie in einer Verfolgergruppe, zu der auch Topeak-Ergon 1 (Lakata/Hynek) und Centurion-Vaude 1 (Käß/Kaufmann) gehörten, 1:10 Minuten hinter sieben führenden Paarungen.

„Ich hatte in einer Passage mit losen Steinen eine schlechte Position und bin dann hinter einem Fahrer hängen geblieben. Henrique musste auf mich warten, aber wir haben dann gar nicht mehr versucht vorne hinzukommen weil er das Tempo dort wohl sowieso nicht hätte halten können. Es ging nur noch darum das Ding nach Hause zu bringen“, erklärte Fumic dazu.

 

Knox und Paez verlieren Anschluss

Zu den Verfolgern gehörte auch Kansai Plascon. Max Knox und Hector Paez hatten in der Gesamtwertung nur 4:35 Minuten Vorsprung auf Nicola Rohrbach/Daniel Geismayr (Centurion-Vaude 2) mit in den letzten Tag genommen. Die wiederum gehörten der Spitzengruppe an.

„Als wir gemerkt haben, dass Knox und Paez nicht dabei sind, haben wir nur noch nach vorne geschaut und geschaut, dass das Tempo hoch bleibt“, erklärte Rohrbach dazu.

Entsprechend spannte er sich am Franschhoek-Pass, der bei Kilometer 42 begann, an die Spitze der Kopfgruppe und machte Tempo. Auch die Südafrikaner Matthys Beukes und Philipp Buys (Pyga Eurosteel) schienen motiviert und halfen mit den Abstand zu vergrößern.

Die Front-Gruppe wurde zwischenzeitlich gesprengt, doch nach der Abfahrt war die 14er-Gruppe wieder geschlossen. Der Abstand zu Kansai Plascon, die von Markus Kaufmann und Jochen Käß begleitet wurden, war an Waterpoint 2 (km 58) bereits auf dreieinhalb Minuten angewachsen. Kansai Plascon schien für die Anstrengungen vom Vortag bezahlen zu müssen.

Es folgte eine Flachpassage bis Kilometer 74, die das Geschehen zwischen den Gruppen weiter auseinander dividierte.

Spitzen-Sextett entsteht

In einer Sandpassage riss dann auch die Spitzengruppe auseinander. Andri Frischknecht erkannte die Situation und machte Druck. Zurück blieben Pyga Eurosteel und auch Jaroslav Kulhavy und Christoph Sauser wurden vermisst.

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Andri Frischknecht und Michiel van der Heijden gelingt der zweite Etappensieg ©Shaun Roy/Cape Epic/SPORTZPICS

Dann übernahm Schurter und brachte mit seinem Tempo die Podest-Besetzung zustande. Neben seinen Teamgenossen, Matthias Stirnemann, Michiel van der Heijden und Andri Frischknecht waren noch Trek Selle San Marco 2 mit Damiano Ferraro und Fabian Rabensteiner mit an Bord.

Unweit des Ziels wurde den Scott Young Guns dann die Attacke erlaubt und holten sich ihren zweiten Etappensieg.

„Geil wieder auf dem Podium zu stehen“

Rohrbach und Geismayr kämpften an vierter Position vor allem um die Zeit, denn bei der dritten Verpflegungsstelle wurden 4:05 Minuten Rückstand von Kansai Plascon und Cannondale gemeldet. Es fehlte also noch eine halbe Minute.

„Als sich die sechsköpfige Gruppe vorne gebildet hat, waren wir einfach in einer schlechten Position. Aber das war uns eigentlich egal, wir haben uns von dem Zeitpunkt an, als Knox und Paez den Anschluss verloren haben, nur noch auf die Gesamtwertung konzentriert“, erklärte Nicola Rohrbach dazu.

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Nicola Rohrbach of Centurian Vaude 2 leads the race during Offensive Fahrweise hat sich ausgezahlt: Nicola Rohrbach und Daniel Geismayr vor Nino Schurter und Henrique Avancini © Nick Muzik/Cape Epic/SPORTZPICS

Manuel Fumic/Henrique Avancini fanden dann noch ein paar Körner, ließen Paez und Knox zurück und die verloren tatsächlich noch den dritten Gesamtrang an Nicola Rohrbach und Daniel Geismayr die Last-Minute noch den Sprung aufs Podium schafften.

Das zweite Centurion-Vaude-Duo kam konstant durch die Woche und erlebte am Ende keinen Einbruch mehr. Das war letztlich der Schlüssel zum dritten Gesamtrang. Aufgegeben haben der Schweizer und der Österreicher nie. „Es ist das Cape Epic, da sind fünf Minuten gar nichts“, meinte Rohrbach. Sie hatten auf der vierten Etappe durch einen Plattfuß Zeit verloren.

Er sah in der „offensiven Fahrweise“ auf vielen Etappen den Grund dafür, dass man am Schluss auf dem Podium stand.

„Für mich ist es geil nach dem zweiten Gesamtrang von 2016 (mit Matthias Pfrommer) wieder auf dem Podium zu stehen“, so ein glücklicher Nicola Rohrbach, der bei Centurion-Vaude nur als Gastfahrer mit dabei ist und sonst für Goldwurstpower.ch-Felt unterwegs ist.

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