Afxentia: Deutsche Herren auf Punkte-Jagd

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Manuel Fumic: Gut gewappnet, hofft er auf ein besseres Resulat als den zehnten Platz 2015. ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

12 Deutsche Herren stehen am Donnerstag auf Zypern am Start, wenn in Lefkara ein Zeitfahren die 20. Auflage des Afxentia Etappenrennens eröffnet. Und sie befinden sich in einem hochkarätig besetzten Starterfeld, in dem es viele verschiedene Motivationen gibt, diese vier Tage zu bestreiten. Manuel Fumic (Cannondale Factory Racing) steht zum Beispiel vor seiner zweiten Cape-Epic-Teilnahme, Moritz Milatz (Kreidler Werksteam) vor vier Prüfungen an der Uni.

 

Die zwei Monate, die noch vergehen werden, ehe in Australien (24. April) der Cross-Country-Weltcup eröffnet wird, die sind eigentlich zwei bis vier Wochen zu viel um jetzt schon ins Wettkampf-Geschehen einzusteigen.

Daher gibt es andere Gründe diesen Klassiker auf der Mittelmeer-Insel zu bestreiten. Da sind die Weltranglistenpunkte, die es dort zu holen gibt. Das Afxentia ist in der SHC-Kategorie gelistet und bringt daher 160 Weltranglistenzähler, genauso viel wie ein dritter Platz beim Weltcup. Das ist Grund genug, etwa für Moritz Milatz, der im Vorjahr viele Punkte verloren hat, das Rennen zu bestreiten.

Und Grund auch für Bundestrainer Peter Schaupp Interesse zu zeigen, dass Milatz dort Zähler sammelt – für die Nationenwertung und damit für den dritten Startplatz bei den Olympischen Spielen.

Milatz hat mit Kollegen aus dem Nationalkader ein gelungenes Trainingslager mit Kollegen in Südafrika hinter sich gebracht. „Aber im Renn-Modus bin ich noch nicht“, bekennt er. In der vergangenen Woche hätte er, wegen dem Wetter, sogar mehr auf Langlauf gesetzt.  Und nach der Rückkehr warten gleich ein vier Prüfungen an der Uni auf ihn. „Ich nehme das voll aus dem Grundlagen-Training heraus. Aber ich bin gespannt darauf. Cool mal wieder auf Zypern zu sein.“ Schon lange sei er das Afxentia nicht mehr gefahren. Seit zehn Jahren, um genau zu sein.

Manuel Fumic: Mit einer besseren Basis zum Cape Epic

Anders hört sich das bei Manuel Fumic an. Der fährt ab 13. März das Cape Epic – als Aufbau-Maßnahme. Und nimmt das Afxentia als eine Art Sprungbrett. „Das Training in Südafrika ist gut gelaufen. Ich bin auf jeden Fall weiter als im vergangenen Jahr um diese Zeit, aber im Olympischen Jahr macht jeder mehr als sonst. Deshalb will ich es auch nicht zu hoch hängen. Ich freue mich aber und fühle mich gewappnet. Das Ziel ist das Cape Epic mit einer besseren Basis anzugehen, wie vor zwei Jahren“, sagt der Deutsche Meister.

Die Weltranglistenpunkte, die er auf Zypern holen kann, sind indes für die Nationenwertung nicht unbedeutend. Womit man dann schnell zur zweiten Reihe hinter den beiden deutschen Speerspitzen kommt.

Ein abgestürztes Quartett braucht Punkte

Markus Schulte-Lünzum (Focus XC), Simon Stiebjahn (Team Bulls), Markus Bauer (Kreidler Werksteam) und Julian Schelb (Multivan-Merida) sind die Kandidaten, die als Nummer drei in Frage kommen. Sowohl als dritter Man für das Nationenranking, als auch für einen eventuellen dritten Olympia-Startplatz. Dafür müssen aber mehr Zähler heraus springen als vor einem Jahr.

Da deutete sich bei Markus Schulte-Lünzum bereits auf Zypern an, dass etwas schief zu laufen droht. Was dann auch passiert ist. Dasselbe gilt für Julian Schelb (Allergie-Probleme).

Markus Bauer und Simon Stiebjahn waren parallel auch im Marathon-Sektor unterwegs, so dass viele Punkte verloren gingen.

Für Simon Stiebjahn geht’s auch um das Cape Epic

Schulte-Lünzum fiel binnen der Saison 2015 in der Weltrangliste von 27 auf 116 zurück, Simon Stiebjahn von 49 auf 95, Julian Schelb ist von 58 gar auf 347 gar regelrecht abgestürzt und Markus Bauer rutschte auch von 68 auf 145.

Das sind denkbar schlechte Voraussetzungen, um im Weltcup irgendwie in vorderen Regionen anzukommen. Also heißt es Punkte sammeln, bevor in Cairns der Startschuss fällt.

Simon Stiebjahn nutzt das Afxentia allerdings auch als Baustein für das Cape Epic. „Das spielt eine Rolle“, bestätigt Stiebjahn. „Ich wollte was anders machen als im Vorjahr, als ich das Andalusia Bike Race gefahren bin. Die Konkurrenz ist stark, ich werde fahren was geht.“ Nach den letzten Eindrücken, auch von Marathon-Rennen in Südafrika, spricht er von einem „gewissen Optimismus“, dass er ein ordentliches Punktepaket abholen kann.