Afxentia-Etappenrennen: Spitz kommt aus dem Schnee – Vos ist „nervös“

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Das Point-to-Point-Rennen am Samstag wird in Kapedes gestartet und endet im Picknick-Gelände von Mantra tou Kampiou ©Armin M. Küstenbrück(/EGO-Promotion

Gleich zwei Olympiasiegerinnen stehen am Freitag bei der 17. Auflage des Afxentia-Etappenrennen auf Zypern am Start. Sabine Spitz trifft auf Straßen- und Bahn-Olympiasiegerin Marianne Vos, aber auch auf viele weitere interessante Namen.

Am Mittwochvormittag hat Sabine Spitz noch schnell ein Bild getwittert, das so gar nicht zu ihrem Reiseziel passt. In Winterlandschaft und mit Langlauflatten an den Füßen. „Mental ziemlich weit weg“, sei sie vom ersten Mountainbike-Rennen in diesem Jahr. Zwei Tage bleiben zur Akklimatisierung, ehe sie am Freitag auf Zypern das Auftakt-Zeitfahren zum Afxentia-Wochenende bestreiten wird.

Aktuell herrscht auf Zypern wunderbares Frühlingswetter mit blauem Himmel und 23 Grad. Das ist tatsächlich eine andere Wetterwelt, sofern es so bleibt. Im Macheras-Gebirge, wo die drei Etappen über die Bühne gehen, ist es allerdings in der Regel einige Grad kühler als in Küstennähe.

Das Afxentia-Etappenrennen, benannt nach dem zypriotischen Freiheitskämpfer Grigoris Afxentiou, hat in diesem Jahr nicht die sportliche Bedeutung wie im vergangenen Jahr. Das war olympisch und zudem lag der Termin nur drei Wochen vor dem Auftakt-Weltcup in Pietermaritzburg. Da war es schon deutlich wichtiger bei Rennen die Form zu testen als in diesem Jahr.
Aus der Perspektive von Sabine Spitz steht aber dieses Jahr in vierwöchiger Entfernung das Heimrennen in Bad Säckingen auf dem Programm. Klar, dass sie da wettbewerbsfähig sein will.

Marianne Vos vor einer „Herausforderung“
Beim Afxentia-Etappenrennen hat sie auf jeden Fall Gelegenheit zum Härtetest. Neben ihr ist der von Marianne Vos (Rabobank/Liv Giant) der zweite große Name im Feld der knapp 40 Damen. Allerdings nicht als Mountainbikerin. Die Straßen-Olympiasiegerin und –Weltmeisterin des vergangenen Jahres will dieses Jahr ja wieder einige Mountainbike-Rennen bestreiten. So wie sie es schon als Junior tat.

Beim Afxentia bestreitet sie ihr Comeback. „Ich bin ein bisschen nervös“, bekennt Marianne Vos. Nachvollziehbar, zumal die 25-Jährige sich für den Einstand keineswegs ein leichtes Rennen ausgesucht hat.
Sowohl im Cross-Country-Kurs als auch im Point-to-Point-Rennen am Samstag stellen sich einige bemerkenswerte technische Passagen in den Weg. „Das wird eine Herausforderung“, meint die Niederländerin, die schon seit einer Woche auf der Insel weilt und mit Ex-Downhiller Oscar Saiz Technik-Training absolviert.

Die intensive körperliche Belastung dürfte für sie kein Thema sein, das kennt die amtierende Cross-Weltmeisterin zur Genüge. Und an Ausdauer für zwei Stunden dürfte es ihr auch nicht mangeln.
„Fahrtechnik ist ein bedeutender Teil in Mountainbike-Rennen“, weiß Vos um die Schwierigkeiten. Man darf gespannt sein, was sie bewegen kann in diesem Klassefeld. Dort reihen sich nämlich noch eine ganze Anzahl an hochkarätigen Namen aus der Damenwelt aneinander.

Blaza Klemencic (Calcit Bike), die Gewinnerin des Auftakts in Voroklini, ist eine von ihnen. Katrin Leumann (Ghost Factory Racing), die Zweite von Voroklini und Ex-Europameisterin aus der Schweiz, die WM-Dritte von 2011 Eva Lechner (Colnago-Südtirol, Ita), die aktuelle U23-Weltmeisterin Jolanda Neff (Giant XC Pro), oder Lisi Osl (Ghost Factory Racing), Weltcup-Gesamtsiegerin von 2009, gehören alle zu den internationalen Spitzenleuten.
„Abwechslung vom Training und intensive Wettkampfbelastung“, so apostrophiert die Tirolerin ihre Afxentia-Premiere. Vier Wochen lang trainiert sie auf Zypern, nachdem ein Gran-Canaria-Aufenthalt wegen Krankheit ins Wasser fiel.

Starke Schweizer Fraktion – Lena Putz vor Elite-Debut
Sarah Koba (JB Felt) und Kathrin Stirnemann (Sabine Spitz-Haibike) sind auch zu beachten. Die Junioren-Weltmeisterin von 2011, Linda Indergand (Struby MTB Kader), ist inzwischen, wie Stirnemann und Neff, beim Schweizer Militär und hat dort optimale Trainingsbedingungen. Interessant auch der Blick auf ihre Weltmeister-Nachfolgerin Andrea Waldis (Colnago-Südtirol), die in Voroklini schon Sechste war.

Aus deutscher Sicht darf man gespannt sein auf den ersten Auftritt von Lena Putz (XXL Solutions) in der Eliteklasse. Die Junioren-WM-Dritte 2012 und Vizeweltmeisterin 2011 ist mit der Nationalmannschaft auf Zypern, genauso wie Hanna Klein (Lexware Rothaus), die mit neuem Ehrgeiz in die Saison startet.

Die Deutsche Marathon- und Sprintmeisterin Elisabeth Brandau (EBE-Racing) will sich natürlich weiter vorne präsentieren, als sie das wegen Defekten in Voroklini geschafft hat. Sie könnte durchaus eine gute Figur abgeben.
2012 gewann Annika Langvad, die jetzt aber parallel beim Andalucia Bike Race am Start ist.

Zeitplan (MEZ):
01/3/2013 Zeitfahren (1 Runde auf dem XCO-Kurs, 5,6km)
13:00 Start Damen/Herren

02/3/2013 Point to Point (45,5km/41,0km)
10:00 Start Herren Elite
10:20 Start Damen Elite, Junioren, Masters und Hobbyfahrer

03/3/2013 XCO
09:00 Start Damen Elite, Junioren, Masters
11:00 Start Herren Elite