Afxentia#2: Ferguson überrascht – Vogel verteidigt Gelb

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Grant Fergusons Attacke am letzten Berg sitzt. Er gewinnt die zweite Etappe des Afxentia vor Henrique Avancini ©Erhard Goller

Der Brite Grant Ferguson sorgte beim Cyprus Sunshine Cup für eine dicke Überraschung. Der Betch.nl-Superior-Fahrer gewann die zweite Etappe des Afxentia Etappen-Rennens in Lefkara mit sechs Sekunden Vorsprung auf den Cannondale-Brasilianer Henrique Avancini und neun Sekunden vor Stephane Tempier (BH-Sr Suntour-KMC). Florian Vogel (Focus XC) verteidigte als Vierter das Gelbe Trikot. Manuel Fumic wurde 15.

Das BH-Sr Suntour-KMC-Duo Stephane Tempier und Maxime Marotte versuchte teamtaktisch zu agieren. „Der Plan war, dass wir an Position eins und zwei in den langen Singletrail gehen, aber Stephane konnte nicht überholen“, erklärte Maxime Marotte, nachdem er mit 23 Sekunden Rückstand das Ziel erreicht hatte.

So kam Marotte mit 20 Sekunden Vorsprung aus dem langen Singletrail, als noch gut 20 Kilometer übrig blieben. Die Verfolgergruppe, angeführt von Henrique Avancini (Cannondale Factory Racing), schloss wieder auf und als es in den letzten vier Kilometer langen Anstieg hinauf nach Lefkara ging, da wurde der Kampf um den Etappensieg lanciert.

Rund 400 Meter vor dem Ziel, in einer sehr steilen Passage, griff Grant Ferguson (Betch.nl Superior-Brentjens) an. „Ich musste es versuchen, warum auch nicht“, lachte der Brite. „Ich habe natürlich versucht die Etappe zu gewinnen, aber es überrascht mich schon, dass ich es geschafft habe“, fügte er hinzu.

Niemand konnte ihm auf Anhieb folgen. Henrique Avancini, der von etlichen Konkurrenten als der Stärkste an diesem Tag gesehen wurde, verpasste die Attacke. „Grant hat im richtigen Moment angetreten, aber nichts ist entschieden. Ich hoffe, ich kann morgen noch mal überraschen“, meinte Avancini. Und: „Stimmt, für einige Zeit hatte ich das Gefühl, dass ich der Stärkste in der Gruppe bin. Meine Form ist ziemlich gut und ich hoffe, ich kann das am Samstag fortsetzen.“ Der Südamerikaner ist  aus dem brasilianischen Sommer heraus, natürlich mit seiner Form auch an anderer Stelle als die Europäer.

Stephane Tempier verlor neun Sekunden und holte sich den dritten Platz auf dem Podest. „Grant war extrem stark in diesem letzten Anstieg, aber in der Gesamtwertung liegen wir mit dem Team in einer guten Position. Wir werden sehen, was für eine Strategie wir morgen fahren können.“
Er liegt nun elf Sekunden hinter Forian Vogel, der als Vierter sein Leaderjersey verteidigen konnte. Etappensieger Ferguson ist ebenfalls elf Sekunden zurück.
Das verspricht für Samstag in Lythrodontas eine sehr spannende Etappe.

Deutsche Biker nicht in der Spitzengruppe
Manuel Fumic wird in der Gesamtwertung wohl keine Rolle mehr spielen. Der Cannondale-Fahrer belegte Rang 15 und war schon am ersten langen Berg nicht mehr in der Spitzengruppe.

In der Verfolgergruppe machte er viel Führungsarbeit, „weil ich das brauche“, wie er erklärte. „Ich kann ein konstantes Tempo halten über das ganze Rennen, aber so bald es in die Leistungsspitzen geht, kann ich nicht mehr folgen.“
So musste er innerhalb seiner Gruppe am vier Kilometer langen Schluss-Anstieg Federn lassen. „Da konnte ich einfach nicht mithalten. Aber das passt schon, ich hoffe, dass es die jeden Tag besser geht“, meinte der 32-Jährige.

Beim Deutschen Meister Markus Schulte-Lünzum (Focus XC) ging es wieder nicht besonders gut. Er wurde nur 33. (+8:18), zwei Positionen hinter Olympiasieger Jaroslav Kulhavy (Specialized Racing), der über Atemprobleme klagte.
„Ich habe sicherlich in den letzten Wochen viel trainiert, viel Grundlage. Aber ich habe mich schon besser in Schuss gesehen“, gestand Schulte-Lünzum.

Besser als der 23-Jährige war Steffen Thum (Rose-Vaujany), der sich als 24. (+7:10) schon mal in die Regionen gefahren hat, in denen es Weltranglistenpunkte gibt.

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