Afxentia#4: Adelheid Morath verliert Gelb an Gunn-Rita Dahle-Flesjaa

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Gunn-Rita Dahle-Flesjaa auf dem Weg zum Etappen- und zum Gesamtsieg beim Afxentia ©Erhard Goller

 

 

Nach einem Fernduell mit Adelheid Morath (BH-Sr Suntour-KMC) hat Gunn-Rita Dahle-Flesjaa (Multivan-Merida) die letzte Etappe des 20. Afxentia Etappenrennens gewonnen und sich damit auch den Gesamtsieg vor der Freiburgerin gesichert. Sabine Spitz und Elisabeth Brandau landeten auf den Etappen-Plätzen zwei und drei.

 

Es hat doch nicht geklappt mit einen Sieg zum Einstand in die Saison, doch warum Adelheid Morath am vierten Tag des Afxentia Etappenrennens das Gelbe Trikot noch hergeben musste, hatte einen guten Grund. Sie hatte einen Vorsprung von 2:55 Minuten auf Gunn-Rita Dahle-Flesjaa (Multivan-Merida) mit in die letzte Etappe, ein Cross-Country-Rennen genommen.

 

Doch Adelheid Morath litt an den Folgen eines Sturzes auf der zweiten Etappe. Nach einer Runde, hatte sie bereits eine Minute Rückstand auf die beiden führenden Damen. Elisabeth Brandau war auf der Jagd nach ihrem dritten Etappensieg und Gunn-Rita Dahle-Flesjaa startete den Versuch den Rückstand auf Morath noch aufzuholen.

„Natürlich bin ich Vollgas gefahren. Ich wusste, dass Adelheid harte Tage hinter sich hat und war immer informiert über den Abstand. Sicher, drei Minuten sind ein großer Abstand, aber ich habe mich von Tag zu Tag besser gefühlt und auf diesem Kurs mit den coolen Downhills, kannst du viel Zeit gut machen“, erklärte die 43-jährige Norwegerin.

Sie vergrößerte den Vorsprung Runde um Runde und nachdem sie in die fünfte und letzte Runde hineinfuhr, übernahm sie von Morath virtuell die Gesamtführung. Das Gelbe Trikot war um den zehnten Platz unterwegs, konnte sich im letzten Drittel des Rennens noch auf Platz sieben verbessern, verlor am Ende aber 3:34 Minuten auf Dahle-Flesjaa (1:37:05), 38 Sekunden zu viel.

„Ich freue mich sehr über diesen Sieg. Ich habe vorher auf einen Etappensieg gehofft, aber die Gesamtwertung zu gewinnen, fühlt sich sehr gut an“, sagte die Olympiasiegerin von 2004 und lächelte.

 

Morath verliert Gelb, wirkt aber nicht unglücklich

Adelheid Morath wurde Gesamtzweite, zeigte sich aber nicht unglücklich. „Ich hatte schon gestern meine Probleme mit der Hüfte. In der Asphalt-Passage habe ich keinen Druck aufs Pedal geschafft und es ist mir auch nie gelungen mal in einen Windschatten kommen. Ich musste schwer kämpfen, aber ich bin mega

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Adelheid Morath musste schwer kämpfen und das Gelbe Trikot am Ende doch hergeben. ©Erhard Goller

happy über mein Ergebnis. Vor dem Start des Afxentia hätte ich damit nie gerechnet“, erklärte Morath.

„Natürlich ist es schade, wenn man das Gelbe Trikot mit fast drei Minuten Vorsprung noch verliert und du dich eigentlich gut fühlst. Aber egal, ich habe das Beste draus gemacht“, fügte sie hinzu.

In der finale Etappe konnten ihre beiden Landsmänninnen Sabine Spitz und Elisabeth Brandau (Radon-EBE Racing) den zweiten und dritten Platz auf dem Podest unter sich ausmachen. Elisabeth Brandau verlor den Kontakt zu Dahle-Flesjaa im Downhill.

„Das ist nach wie vor meine Schwäche“, bekannte Brandau. „Durch die Geburt meines Sohnes hatte ich eine Pause und seither bin ich nicht in der Lage mit den anderen Damen zu konkurrieren. Ich kann einfach die Bremse nicht aufmachen“, so Brandau.

 

Spitz scheint auf das Cape Epic gut vorbereitet

Brandau wurde von Sabine Spitz in der vorletzten Runde eingeholt und im Downhill von der 2008-Olympiasiegerin abgehängt. „Ich habe damit gerechnet, dass Gunn-Rita heute um den Sieg kämpft. Aber als die beiden vorne weg fuhren, war ich nicht in der Position ihnen zu folgen. Ich bin dann eine Weile mit Linda Indergand und mit Eva Lechner gefahren, konnte mich von denen aber lösen und auch Lisa noch einholen“, sagte Spitz.

„Ich sehe die vier Tage sehr positiv. Das Gefühl war ziemlich gut und ich bin optimistisch für das Cape Epic“, meinte die 44-Jährige.

 

Brandau verpasste Rang zwei um neun Sekunden, aber schob sich in der Gesamtwertung nach dem Defekt vom Vortag noch von Rang elf auf sechs nach vorne. „Mental war das schwierig zu erkennen, dass mir Gunn-Rita in den Downhills so viel Zeit abnimmt. Deshalb bin ich in der Mitte des Rennens in ein Loch gefallen, aber am Ende habe ich mich noch mal gefangen“, meinte Brandau.

Zwischenzeitlich war sogar Githa Michiels (Versluys) zu ihr aufgefahren.

 

Rieder zufrieden, Grobert muss aufgeben

Nadine Rieder (AMG-Rotwild) belegte am Schlusstag Platz 13 und zog mit einem zehnten Gesamtrang von dannen. „Es lief wieder gut heute. Ich konnte mein Tempo durchfahren und habe mich am Berg stark gefühlt. Das Winter-Training hat sich bezahlt gemacht. Unter dem Strich bin ich sehr zufrieden“, bilanzierte die Sonthofenerin die vier Tage.

 

Helen Grobert (Ghost Factory Racing) hatte das Rennen in der zweiten Runde aufgegeben. Die Deutsche Meisterin war am Vortag schwer gestürzt. „Ich konnte den Lenker in den Abfahrten nicht halten, es war zu gefährlich. Schade, es ist das erste Mal, dass ich ein Rennen aufgebe, aber ich wollte nichts riskieren. Wichtig für mich war hier der Trainingseffekt“, so Grobert.

 

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