Afxentia#4: Fabian Giger triumphiert zum zweiten Mal – Marco Fontana holt die Etappe

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Verteidigte sein Gelbes Trikot erfolgreich: Fabian Giger ©Erhard Goller

 

Während Fabian Giger (Kross Racing) beim abschließenden Cross-Country-Rennen mit einem vierten Platz den Gesamtsieg beim 20. Afxentia Etappenrennen auf Zypern perfekt machte, holte sich Marco Fontana (Cannondale Factory Racing) den Etappensieg vor Maxime Marotte und dem erneut starken Mathieu van der Poel (BKCP-Corendon). Markus Bauer, Moritz Milatz (beide Kreidler Werksteam) und Markus Schulte-Lünzum landeten auf den Plätzen 16 bis 18.

 

Markus Bauer lag in den ersten beiden Runden auf Rang 15, musste dann aber ein wenig dosieren. So fuhr von hinten Moritz Milatz heran. „Wir haben dann zusammengearbeitet, es ging ja um die Zeit in der Gesamtwertung. Insgesamt kann ich hier zufrieden sein, ich denke, man sieht, dass ich einen Schritt nach vorne gemacht habe“, kommentierte Bauer seinen 16. Platz, 4:57 hinter Marco Fontana (1:28:24), der am Ende Gesamtrang 19 reichte.

Moritz Milatz kam zehn Sekunden später ins Ziel und schüttelte den Kopf. „Ich war heute einfach nur noch kaputt. Ich konnte nur ein Tempo fahren, mit Rennen fahren hatte das wenig zu tun. Es hat wenigstens ein paar Punkte gegeben. Alles in allem hat es Spaß gemacht“, meinte Milatz, der als bester Deutscher am Ende auf Platz 18 geführt wurde.

Markus Schulte-Lünzum verzeichnete einen Lichtblick. Er kämpfte sich von jenseits Platz 40 noch unter die besten 20. „Ich habe an den letzten beiden Tage den Fehler gemacht, dass ich viel gewollt habe. Heute bin ich konsequent meinen Rhythmus gefahren und das hat sich ausgezahlt“, erklärte Schulte-Lünzum, der am Ende Gesamt-26. wurde, einen Platz hinter dem in den USA lebenden Benjamin Sonntag (Clifbar).

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Bester Deutscher: Markus Bauer ©Erhard Goller

Braidot reisst die Kette, Kulhavy hat Plattfuß

Ansonsten ging es turbulent zu, auf der Schluss-Etappe im Macheras-Gebirge. In der zweiten von sechs Runden wurde registriert, dass der Italiener Luca Braidot, Gewinner der dritten Etappe und nur 37 Sekunden hinter dem Leader Fabian Giger ins Rennen gegangen, durch einen Kettenriss alle Chancen verlor.

Der Versuch von Olympiasieger Jaroslav Kulhavy um den Etappensieg mitzufahren, endete mit einem schleichenden Plattfuß in der dritten Runde, durch den er gezwungen war sein Laufrad zu tauschen. Er hatte die Luftpatrone verloren.

Mathieu van der Poel (BKCP-Corendon), Ex-Cyclo-Cross-Weltmeister, hatte Pech, als in der ersten Runde ein Fahrer vor ihm wegrutschte und er selber deshalb anhalten musste. Er fiel erst mal weit zurück und musste sich nach vorne zurückkämpfen.

In der vierten Runde setzten sich Maxime Marotte (BH-Sr Suntour-KMC) und Marco Fontana (Cannondale Factory Racing) aus der Spitzengruppe etwas ab und holten einige Sekunden Vorsprung gegenüber van der Poel und Giger heraus, der sich vor allem auf den Gesamtsieg konzentrierte.

„Es ist nicht so einfach um die Etappe zu fahren und gleichzeitig auf die Gesamtwertung zu achten. Ich wollte den ja nicht riskieren“, bekannte Giger. „die ersten beiden Runden lief es super, aber dann bin ich etwas in Loch gefallen.“

Mathieu van der Poel bezahlte für seine Anstrengungen in die Spitzengruppe zurückzukommen. „Das hat mich sehr viel Kraft gekostet. Deshalb war ich nicht in der Lage Marco und Maxime zu folgen“, erklärte der 21-Jährige.

 

Fontana macht einen Fehler, Marotte kämpft verbissen

Die Lücke zwischen dem Führungs-Duo und den Verfolgern war für eine Runde nur rund 10 bis 15 Sekunden, aber als Marco Fontana angriff, um Maxime Marotte hinter sich zu lassen, da wuchs der Abstand rasch an. „Ich habe in einer Abfahrt angegriffen und einige Sekunden herausgeholt. Den nächsten Downhill bin ich dann sehr schnell gefahren und dachte, das Rennen ist gemacht. Aber dann unterlief mir ein Fehler und ich bin ins Fangnetz geflogen. Ich habe Zeit verloren und Maxime kam fast zurück. Aber ich habe gekämpft und gekämpft und am Ende hat es gereicht“, beschrieb Fontana den Zweikampf mit Marotte.

„Ich hatte heute gute Beine und konnte locker fahren. Mitte des Rennens habe ich gemerkt, dass ich gewinnen kann. Aber Maxime war sehr stark. Er kann wirklich leiden, viel mehr als ich“, sagte Fontana noch und lachte. „Ich bin überwältigt, das war ein guter Start in die Saison.“

 

Maxime Marotte kommentierte das so: „Marco war heute spritziger als ich. Als er attackierte, konnte ich nicht folgen. Ich habe nur versucht ihn nicht weiter weg zu lassen. Es ging für mich darum nicht zu explodieren, wegen der Gesamtwertung. Van der Poel und Marco waren nicht weit hinter mir, deshalb habe ich gekämpft. Ich denke, es war ein guter Tag für mich, das Gegenteil vom letzten Jahr.“

Tatsächlich schaffte es der Franzose die Ziellinie nur drei Sekunden nach Fontana (1:38:24) zu überqueren und in der Gesamtwertung zwei Sekunden Vorsprung auf seinen Konkurrenten zu retten.

 

Giger: Stolz die 20. Auflage zu gewinnen

Der dritte Platz ging an Mathieu van der Poel (+0:48). Der holländische Cyclo-Cross-Spezialist feierte einen phänomenalen Einstand in die Cross-Country-Szene. „Cross-Country liegt mir mehr als diese Point-to-Point-Rennen mit halbstündigen Anstiegen. Ich bin sehr zufrieden. Vor dem Cyprus Sunshine-Cup bin vielleicht zweimal auf meinem Mountainbike gesessen. Ich denke, da gibt es noch viele Dinge zu verbessern“, meinte van der Poel. Die Top-Drei in der Gesamtwertung verpasste er lediglich um 17 Sekunden.

 

Fabian Giger wurde mit 53 Sekunden Abstand Vierter und war nach vier Tagen und 5:37:32 Stunden 24 Sekunden schneller als Maxime Marotte.

„Ich bin sehr, sehr glücklich das Afxentia zum zweiten Mal zu gewinnen. Heute morgen habe ich auf der Startnummer registriert, dass es die Jubiläums-Auflage ist und ich bin stolz darauf, dass ich sie gewonnen habe. Echt cool, so in die Saison zu starten“, meinte der Schweizer. 2014 hatte schon mal gewonnen.

 

Sein Landsmann Matthias Stirnemann (Möbel Märki) zeigte eine starke Vorstellung und erreichte das Ziel als Fünfter (+2:10), drei Sekunden vor Nicola Rohrbach (goldwurst-power/Felt), der sich aber „nicht so gut fühlte, wie gestern“.

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