Alpentour-Trophy: Dramatische Schlussetappe bringt Longo den Sieg

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Steil, steiler, Alpentour-Trophy: Tony Longo vor Roel Paulissen ©Regina Stanger


Der Italiener Tony Longo (i.idro Drain Bianchi) hat in Schladming die 17. Auflage der Alpentour-Trophy gewonnen. In einem dramatischen Finale beim abschließenden Bergzeitfahren distanzierte Longo den Österreicher Alban Lakata (Topeak-Ergon) um grade mal eine Sekunde. Robert Mennen (Topeak-Ergon) wurde Fünfter. Bei den Damen siegte dessen Teamkollegin Sally Bigham souverän.

Am Samstag auf der dritten Etappe mit Alban Lakata, Hermann Pernsteiner und Daniel Geismayr (beide Centurion-Vaude) noch Dreifach-Sieger waren die gastgebenden Österreicher am vierten und letzten Tag die unglücklichen Verlierer.

Am härtesten traf es Daniel Geismayr. Der war als Letzter und im Trikot des Gesamtführenden in das 14 Kilometer lange Bergzeitfahren an der Planai gegangen. Doch nach wenigen Kilometern riss beim Österreicher die Kette und aus war der Traum vom Gesamtsieg, oder wenigstens einem Podiumsplatz im Schlussklassement.

Mit 44 Sekunden Vorsprung auf den Belgier Roel Paulissen (Torpado Factory Racing) war Geismayr in die Schluss-Etappe gegangen, 47 Sekunden waren es auf Alban Lakata.
Doch der große Gewinner war am Ende Tony Longo. Der leichtgewichtige Italiener hatte 1:11 Minuten zurückgelegen, also 24 Sekunden hinter Lakata. Oben an der Schaf-Alm wurde für Longo aber eine um 25 Sekunden schnellere Zeit als die von Lakata gemessen, so dass für Austria am Ende nur Rang zwei blieb.

Nicht wirklich zufrieden: Robert Mennen – Stiebjahn stark im Zeitfahren
Robert Mennen (Topeak-Ergon) hatte vor dem Zeitfahren keine Chance mehr auf die Top Drei. Als Fünfter hatte er 8:10 Minuten Rückstand. „Ich hatte mir etwas mehr vorgenommen, auch im Hinblick auf die Marathon-WM. Ich bin nicht wirklich zufrieden mit meinem Abschneiden. Ich habe daran gearbeitet bei solch langen Anstiegen wie bei der Alpentour-Trophy besser zu werden, aber von den Ergebnissen her scheint das nicht so zu sein“, erklärte Mennen.
Aufgrund des Pechs von Daniel Geismayr konnte er sich in der Gesamtwertung mit seinem abschließenden 18. Rang noch auf den fünften Rang verbessern.

Aus deutscher Perspektive bot Simon Stiebjahn (Team Bulls) am letzten Tag die stärkste Leistung. Er fuhr die neuntbeste Zeit, 2:16 Minuten langsamer als der Tages-Schnellste Damiano Ferraro (Selle-San Marco Trek) aus Italien, der Longo um eine Sekunde auf Rang zwei verwies.

Stiebjahn war vom Höhentrainingslager aus Livigno angereist und hatte deshalb auf der ersten und der dritten Etappe seine Probleme. „Damit musste ich rechnen. Deshalb bin ich auch ruhig geblieben. So wie es heute ging, das war schon ganz passabel. Zumal mir so lange Bergauf-Passagen eigentlich nicht liegen“, meinte Stiebjahn. Er landete am Ende auf Platz 29.

Besser als er war Jochen Käß (Centurion-Vaude), der sich jeden Tag zwischen Platz zehn und zwanzig bewegte und am Ende als 13. notiert wurde.

Der Kolumbianer Leonardo Paez hatte nach zwei Tagen noch geführt, doch auf der dritten Etappe stürzte der Teamgenosse von Longo mehrfach und fiel zurück.

Bei den Damen erledigte Sally Bigham die Alpentour-Trophy fast mit einem Durchmarsch. Vier Etappen, drei Siege bedeuteten den Gesamtsieg mit 17:18 Minuten Vorsprung auf die Neuseeländerin Kate Fluker (NZXC Racing) und 23:56 Minuten auf die Österreichische Marathon-Meisterin Christina Kollmann.
Am Schlusstag überraschte die Brasilianerin Isabella Lacerda als Etappensiegerin mit 55 Sekunden Vorsprung auf Bigham.

Elisabeth Brandau (EBE-Racing) belegte hinter Kathrin Müller (Skinfit Racing, 13). den 14. Rang (.1:54:54 Stunden).

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