Attakwas: Altmeister Sauser mit Aufholjagd – Karl Platt auf dem Podest

Ex-Weltmeister Christoph Sauser ist bestens in Form. Der Specialized-Biker hat die 121 Kilometer des Fairview Attakwas-Marathon in Südafrika gewonnen. Nach 4:50:09 Stunden besiegte er den WM-Dritten Kristian Hynek (Topeak-Ergon) aber nur um zwei Sekunden. 1:38 Minuten zurück eroberte Vorjahres-Sieger Karl Platt (Team Bulls) in Groot Brak das Podest. Bei den Damen war Cross-Country-Weltmeisterin Annika Langvad (Specialized) die Schnellste.

 

Christoph Sauser, der eine weitere Teilnahme am Absa Cape Epic vom Rücktritt zurückgetreten ist, scheint zwei Monate vor dem Etappenrennen am Kap in bester Verfassung zu sein. Bis dahin wird zwar noch der eine oder andere Trainingskilometer gefahren, aber wenn der 40-Jährige beim Attakwas einen Kristian Hynek und einen Karl Platt schlagen kann, dann ist das Unternehmen sechster Cape-Epic-Sieg (gemeinsam mit Jaroslav Kulhavy) sicher kein aussichtsloses Unterfangen.

Allerdings lag der Eidgenosse durch einen Plattfuß bei Kilometer 27 bereits fünf Minuten zurück. Karl Platt und Kristian Hynek hatten sich abgesetzt, doch Hynek machte keine gemeinsame Sache mit dem zweifachen Deutschen Marathon-Meister.

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Karl Platt und Kristian Hynek bildeten lange Zeit das Spitzenduo ©Ewald Sadie/Fairview Attakwas

„Es war ein bisschen komisch. Kristian dachte sein Teamkollege Erik Kleinhans würde von hinten kommen, aber es war Sauser und ich wusste das und bin deshalb gefahren“, erklärte Karl Platt.

22 Kilometer vor dem Ziel entschied sich das Rennen gegen Karl Platt. Der Osthofener bekam Krämpfe und musste „kurz locker gemachen“. Genau in dieser Phase konnte Christoph Sauser aufschließen und Karl Platt musste ihn und Hynek ziehen lassen. „Ich habe die beiden immer gesehen, aber bin alleine im Wind nicht mehr hingekommen“, berichtete Karl Platt.

So war er „mit der Leistung zufrieden, mit dem Ergebnis aber nicht.“

Sausers Streckenkenntnis entscheidet

Christoph Sauser kam die letzte Downhill-Passage in Richtung Ziel entgegen, so dass er sich um einige wenige Sekunden von Hynek absetzen und den Sieg feiern konnte.

„Ich habe mich vom Start weg gut gefühlt. Aber unglücklicherweise hatte ich einen Doppel-Plattfuß. Ich habe mich entschieden die Laufräder nicht zu tauschen weil die Reserveräder ziemlich schwer waren und mir erschien das für ein Eintages-Rennen zu risikoreich. Ich bin einfach weiter gefahren mit einem kleinen bisschen Hoffnung, noch um das Podium kämpfen zu können“, erklärte Sauser im Sieger-Interview mit dem Veranstalter. „Als ich sie gesehen habe, hat mich das motiviert. Ich kannte das Finish und das hat mir geholfen.“

Kristian Hynek zeigte sich nicht unzufrieden. „Christoph war beeindruckend heute. Er kannte das Finish und das war ein großer Vorteil. Ich bin trotzdem zufrieden“, so Hynek, dessen Teamkollege Erik Kleinhans Vierter (+15:40) wurde.

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Annika Langvad: Von der Uni zum Sieg ©Ewald Sadie/Fairviews Attakwas

Damen: Langvad mit Streckenrekord

Annika Langvad, die nach drei Siegen in Folge dieses Jahr das Cape Epic auslässt weil sie ihr Studium der Zahn-Medizin wieder aufgenommen hat, war nach 5:25:55 Minuten mit Streckenrekord die klare Siegerin. Die Form scheint trotz Vorlesungen aber nicht gelitten zu haben.

„Ich habe versucht mich selbst immer zu erinnern, zu genießen. Aber klar, wenn es weh tut, dann ist es schwierig die schönen Aussichten zu genießen“, bekannte Langvad. „Es war sehr schön, aber den Gegenwind zum Schluss hätte man auch abdrehen können“, fügte sie lachend und zufrieden hinzu.

 

Sie erreichte das Ziel 4:05 Minuten vor Robyn de Groot (Ascendis Health), die dieses Jahr ja erstmals mit Sabine Spitz das Cape Epic bestreiten wird.

De Groots bisherige Partnerin Jennie Stenerhag wurde Dritte (+16:16) vor Ariane Lüthi (Team Spur). Die Cape-Epic-Partnerin von Adelheid Morath lag weitere 2:24 Minuten zurück.

Ein Sturz hatte zuletzt den Formaufbau etwas gestört und vor dem Rennen war die Schweizerin nicht sicher, wie es gehen würde. Für einen weiteren Sieg beim Attakwas war ihre Verfassung dann wohl doch nicht gut genug.