Bike Four Peaks: Sauser feiert dritten Etappensieg vor Kaufmann und Käß

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Wie der Etappeneinlauf bei der zweiten Etappe sieht auch die Gesamtwertung aus (von links): Alban Lakata (2.), Christoph Sauser (1.), Markus Kaufmann (3.) ©Stephan Ortwein/BikeFourPeaks

Mit dem dritten Tages- und dem Gesamtsieg von Ex-Weltmeister Christoph Sauser (Specialized Racing) ist das Etappenrennen Bike Four Peaks zu Ende gegangen. Sauser gewann in Neukirchen am Großvenediger nach 69 Kilometern 15 Sekunden vor Markus Kaufmann (Centurion-Vaude), der sich die Bergwertung sicherte. Auf Platz drei kam dessen Teamkollege Jochen Käß (+1:03) ins Ziel. Alban Lakata (Topeak-Ergon) verteidigte als Vierter (+1:04) seinen zweiten Gesamtrang vor Kaufmann.

Bei den Damen holte sich Anja Gradl (Team Bulls) ihren ersten Etappensieg. Am Gesamtsieg der Tageszweiten Borghild Loevset konnte sie aber nicht mehr rütteln. Regina Genser (Rocky Mountain) wurde Etappendritte.

Matthias Bettinger (Lexware-Rothaus) griff zu einem frühen Zeitpunkt der Schlussetappe an und bekam bei seiner Flucht Gesellschaft von Karl Platt (Team Bulls) Darren Lill (Cannondale Blend) und Matthias Leisling (BlackTusk).
Das Quartett fuhr eine gute Minute Vorsprung heraus, hielt aber nur bis in den ersten Anstieg hinein durch.
„Die Favoriten kamen von hinten dermaßen schnell angerauscht, da hatten wir keine Chance mehr“, erzählte Bettinger.

So kurbelte eine 18-köpfige Gruppe aus der nächsten Flachpassage in den letzten Anstieg hinein, der nur einmal kurz im Mühlbachtal von einer kleinen Abfahrt unterbrochen war.
Im Berg entstand bald eine fünfköpfige Spitzengruppe mit Robert Mennen, Alban Lakata (beide Topeak-Ergon), Jochen Käß, Markus Kaufmann (beide Centurion-Vaude) und Christoph Sauser (Specialized Racing).
Als es in einen sehr steilen Abschnitt hinein ging, registrierte Jochen Käß, dass Alban Lakata leichte Probleme bekam und forderte seinen Teamkollegen auf, los zu fahren.

Markus Kaufmann setzte den Anstieg in einem höheren Rhythmus fort und nur Christoph Sauser konnte und wollte folgen. „Wir haben gleich ein Loch gehabt und am höchsten Punkt waren es eineinhalb Minuten“, erzählte Kaufmann, der noch eine weitere Minute mehr Rückstand auf Lakata in der Gesamtwertung aufwies, ihm aber auch noch das Bergtrikot abjagen konnte.

Der Österreicher hatte im Anstieg zur Wildkogel-Mittelstation, dem letzten Berg des Events, noch einmal getestet, wie die Konkurrenz um die Berg- und Gesamtwertung drauf ist, dann aber einsehen müssen, dass seine körperliche Konstitution keine Sprünge mehr zulassen würde.
„Ich habe probiert, alles zu geben, aber die Tempoverschärfung ist auf meine eigenen Kosten gegangen und ich bin eingebrochen“, so der Osttiroler, der dadurch auch das Grüne Trikot für den Bergkönig an Kaufmann verlor.

Kaufmann hängt Sauser ab
Im letzten Teil hinauf zur Wildkogelalm, ließ auch Christoph Sauser locker, so dass Kaufmann mit 30 Sekunden Vorsprung auf das Gelbe Trikot in die Abfahrt ging.
„Markus war da schon der Stärkere. Ich muss natürlich zugeben, dass ich nicht alles raus holen wollte, weil ich morgen ja die Schweizer Meisterschaft fahren will. Ich habe gehofft, dass ich das im Downhill wieder begrenzen kann“, erklärte Sauser.

Das gelang dem zweifachen Marathon-Weltmeister auch. Etwa zur Hälfte des Wildkogel-Trails holte er Kaufmann ein und als der sich einmal kurz „verhaspelte“ und aus dem Pedal rutschte, da war der 37-Jährige auf dem Weg zu seinem dritten Etappensieg nicht mehr aufzuhalten.
15 Sekunden vor Kaufmann erreichte Sauser das Ziel und feierte nach drei Gesamtsiegen bei der Trans-Germany auch den Premierensieg bei der Nachfolge-Veranstaltung.
„Mir ging es insgesamt super gut und ich bin happy mit meinen Beinen im Anstieg. Ich war der einzige Fahrer, der jeden Tag vorne mitgekommen ist, aber das meiste habe ich in den Downhills heraus geholt“, bilanzierte Christoph Sauser, bevor er sich auf den Weg nach Estevayer le Lac machte.

Markus Kaufmann nahm mit dem Sieg bei der Bergwertung an der Wildkogelalm Lakata das Bergtrikot ab und festigte seinen dritten Rang in der Gesamtwertung. „Ein Tagessieg wäre noch die Krönung gewesen, aber auch so war das Bike Four Peaks für mich super“, kommentierte Kaufmann die vier Tage.

Teamkollege Jochen Käß sprintete gegen Alban Lakata erfolgreich um den dritten Podestplatz. „Es wäre für mich heute sicher noch mehr möglich gewesen, aber wir haben halt teamtaktisch agiert. Nach dem langen Solo gestern, ging es erstaunlich gut. Das zeigt, dass ich auf einem guten Weg bin Richtung WM. Der vierte Platz ist jetzt nicht das super Ergebnis, aber ohne den Plattfuß am Donnerstag hätte ich sicher ein Wörtchen mitreden können“, erklärte Käß.

Cross-Country-Tempo am Start spielt Gradl in die Karten
Anja Gradl feierte bei den Damen ihren ersten Etappensieg. Nach dem Start ging es sehr schnell los. „Das hat mir mit meiner Cross-Country-Erfahrung in die Karten gespielt. Ich habe eine Gruppe weiter vorne erwischt“, erklärte Gradl, die am Wildkogel aber nur rund eine Minute Vorsprung auf das pinkfarbene Leadertrikot von Borghild Loevset hatte. Im Ziel waren es dann aber 5:04 Minuten.
„Heute ging es besser und die Etappe war auch kürzer als am Tag zuvor“, meinte Gradl, die an den ersten drei Tagen der Norwegerin im Anstieg nicht Paroli bieten konnte.
„Ich bin so lange Anstiege halt auch gar nicht gewohnt“, meinte Anja Gradl, die am kommenden Samstag das Weltcup-Rennen im Val di Sole bestreiten wird.

Regina Genser eroberte als Dritte zum ersten Mal das Podest und schob sich damit auch noch von Platz sieben in der Gesamtwertung auf Rang vier nach vorne.
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