BMC Racing Cup Gränichen: Jolanda Neff deklassiert die Konkurrenz – Adelheid Morath Sechste

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Adelheid Morath führt Ende der ersten Runde die Verfolgergruppe mit Esther Süss (verdeckt), Irina Kalentieva, Kathrin Stirnemann und Corina Gantenbein an. ©Erhard Goller

Mit einer beeindruckenden Vorstellung hat Jolanda Neff ihren dritten Saisonsieg im BMC Racing Cup gefeiert. Sie dominierte vor Liv-Teamkollegin Maja Wloszczowska und Lokalamatadorin Kathrin Stirnemann (Sabine Spitz-Haibike). Deren Teamkollegin Adelheid Morath wurde Sechste. Im U23-Rennen setzt sich ein Neuseeländer durch und bei den Junioren steht ein Deutscher auf dem Podium.

Es schien als wolle Jolanda Neff die Weltcup-Vorstellungen ihrer französischen Teamkollegin Pauline Ferrand Prevot nachahmen und präsentierte dem Publikum in Gränichen ein Solo-Nummer.
Das Duell mit Ferrand Prevot um den U23-EM-Titel in St. Wendel vom vergangenen Wochenende spielte im Statement von Neff dann auch noch eine Rolle. Neff schien jedenfalls frisch, als würde sie ihr erstes Saison-Rennen bestreiten. Sie fährt jede Runde Bestzeit und sammelt nach 25,2 Kilometern in 1:26:20 Stunden einen riesigen Vorsprung von 3:30 Minuten auf Wloszczowska an. .

Neff verweist augenzwinkernd auf das EM-Rennen in der U23-Kategorie. „Das U23-EM-Rennen war scheinbar die ideale Vorbereitung. Heute war es richtig cool. Die Strecke war toll, die Leute sind toll und das Gefühl war es auch“, jubelte die Rheintalerin im Ziel. Als sie vorne gewesen sei, da habe sie einfach ihr Tempo aufgelegt und sich um sonst nichts mehr gekümmert.

Wloszczowska fliegt in die Büsche

Wloszczowska leistet sich in der ersten Runde „einen dummen Sturz“, wie sie sagt. „Ich bin drei Meter in die Büsche geflogen“, kann sie im Ziel mit einem Lachen kommentieren. Von neunter Position arbeitet sie sich rasch zu Neffs Verfolgern nach vorne und ab Runde vier von sechs fährt sie alleine auf dem zweiten Platz.
Sie muss sich allerdings der hartnäckigen Verfolgerin Kathrin Stirnemann erwehren. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich gegen Kathrin so hart um Rang zwei kämpfen muss“, bekennt Wloszczowska.

Stirnemann kommt zwölf Sekunden hinter der Ex-Weltmeisterin ins Ziel und ist glücklich über den Podest-Rang. In der dritten Runde kann sie ihre Vereinskollegin vom RC Gränichen, die WM-Dritte Esther Süss (Küttigen) hinter sich lassen.

„In der ersten Runde habe ich die Pollen gespürt, meine Lunge war mega zu. Irgendwann ging es plötzlich besser, dann hat es Spaß gemacht. Ich konnte meinen Heimvorteil nutzen, weil ich alle Linien gekannt habe. Es war großartig vor dieser Kulisse zu fahren. Maja war allerdings zu stark, um noch mal angreifen zu können“, kommentierte Stirnemann.
Esther Süss (+5:28) und die Russin Irina Kalentyeva (+6:04) komplettieren das Podium auf den Rängen vier und fünf.

Morath: Alles schreit nach Ruhe – Wrobel: Motor stottert hin und wieder
Adelheid Morath, die das Verfolgerfeld in die zweite Runde führte, erreicht als Sechste das Ziel. „Der Körper will alles, nur keine Rennen mehr fahren. Ich habe am Anfang versucht für Kathrin (Stirnemann) das Tempo zu machen, aber in der zweiten Runde habe ich Kreislauf-Probleme bekommen. Gegen Ende ging es zwar wieder besser, aber ein echtes Renn-Gefühl ist nicht aufgekommen. Körperlich und mental schreit alles nach Ruhe“, kommentierte Morath, die sich vom zwischenzeitlich achten Rang noch auf Platz sechs (+6:36) verbessern, die Russin Irina Kalentieva (RusVelo) aber nicht mehr von Rang fünf verdrängen kann.

Nina Wrobel (Merida-Schulte) kommt hinter Corina Gantenbein (Fischer-BMC) als Achte (+7:29) ins Ziel. Sie muss damit leben, dass der Körper immer wieder kleine Blockaden einstreut. „Der Start war wie üblich schwierig, dann ging es vorwärts, aber dann macht der Stoffwechsel halt immer wieder etwas zu“, so Wrobel, die einmal sogar bis zu Morath aufgefahren ist, doch dann vom stotternden Motor wieder zurück gebunden wird.
„Es wird jede Woche besser, ich komme einen Schritte nach vorne und muss einen kleineren Schritt wieder zurück“, meint Wrobel.


U23: Gaze muss noch hart kämpfen

Im U23-Rennen setzte sich Samuel Gaze (Specialized) durch. Gaze holte sich bis Mitte der zweiten von sechs Runden einen Vorsprung von rund 25 Sekunden heraus und bewahrte den bis zur fünften Runde, ehe Lars Forster (Tower Sports Eschenbach), aus der Verfolgergruppe seine Attacke startete. Er ließ Andri Frischknecht (Scott-Odlo) zurück und verringerte seinen Rückstand bis auf zehn Sekunden.
„Ich musste noch mal hart kämpfen“, bekannte Gaze. „Ich bin froh, dass die Form noch da ist, nachdem ich letzte Woche pausiert habe“, so der Neuseeländer.
Forster meinte, seine Beine seien erst mit der Zeit aufgegangen. „Als ich zu Andri und Florian Chenaux aufgefahren bin, hat mir das eine extra Portion Motivation gegeben“, sagte Forster, der sich vor sechs Wochen die Schulter ausgekugelt hatte. „In den Abfahrten war ich noch nicht so sicher und Sam hat mit dem Fully auf dem letzten Downhill sicher Vorteile gehabt“.

Junioren: Koch starker Dritter
Bei den Junioren bot Lars Koch eine gute Leistung. Nachdem er auf die Europameisterschaft in St. Wendel wegen seiner Handverletzung verzichtet hatte, wurde der Furtwangener Lexware-Fahrer in Gränichen Dritter hinter den Schweizern Filippo Colombo und Robin Gemperle.
„Ich denke, die Pause hat mir gut getan. Die Strecke hier kommt mir entgegen und ich hatte richtig Spaß“, so Koch, der sich in der zweiten Runde aus einer Verfolgergruppe absetzen konnte.

Bei den Juniorinnen kann sich Junioren-Europameisterin Nicole Koller klar durchsetzen. Mit 2:04 Minuten Vorsprung dreht sie diesmal den Spieß um und verweist die EM-Dritte Sina Frei auf Rang zwei, während Welt- und Europameisterin Alessandra Keller diesmal nur Rang drei bleibt.
Kim Riesterer vom Lexware Junior Team wird Siebte (+8:02). „Das war heute viel besser als in den letzten Rennen. Ich konnte immer mit Druck fahren“, berichtet die Breitnauerin.

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