BMC Racing Cup Muttenz: Kettenklemmer von Spitz entscheidet Damen-Rennen – Süss gewinnt

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Podium in Muttenz (v.l.): Linda Indergand, Sabine Spitz, Esther Süss, Kathrin Stirnemann und Katrin Leumann ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Für die Olympiasiegerin von 2008, Sabine Spitz verlief die Generalprobe beim BMC Racing Cup in Muttenz erfolgreich. Die Haibikerin belegte sieben Sekunden hinter Marathon-Europameisterin Esther Süss (Wheeler-iXS) und vor ihrer Teamkollegin Kathrin Stirnemann Rang zwei.

Das Damen-Rennen über fünf Runden wurde von einer dreiköpfigen Spitzengruppe geprägt, die entstand, nachdem Esther Süss und Sabine Spitz (Haibike) in der dritten Runde deren Teamkollegin Kathrin Stirnemann erreicht hatten.

Die Sprint-Weltcupsiegerin aus Gränichen war in der ersten Runde zur Solistin geworden. Etwas unfreiwillig. „Ich bin als Erste in die Abfahrt und unten hatte ich eine Lücke. Da dachte ich, jetzt fahre ich einfach mal meinen Rhythmus“, erklärte Stirnemann.
Sie hatte fast 40 Sekunden Vorsprung, doch die waren in der dritten Runde in Kürze wieder weg. Weil die Strecke nach dem Regen abtrocknete, passte Stirnemanns hinterer Reifen nicht mehr zu den Bedingungen.

„Ich hatte keine Chance“, erklärte Stirnemann. Durch ihre Abfahrtskünste blieb sie bis zur letzten Runde an Spitz und Süss dran. Ein Reifendefekt nahm ihr dann aber alle Chancen auf den Sieg.
Das Duell zwischen Esther Süss und Sabine Spitz wurde durch einen Kettenklemmer im Anstieg entschieden. Spitz musste vom Rad und verlor zehn, zwölf Sekunden. Sie holte zwar noch auf, doch es reichte nicht mehr für die Deutsche.
Am Ende trennten die Marathon-Europameisterin und die Weltcupsiegerin von Andorra knapp sieben Sekunden.

„Kathrin war in den Abfahrten klar die Schnellste, aber ich war auch nicht gerade langsam“, meinte Süss grinsend. Dass hinter ihr Spitz den Kettenklemmer hatte, registrierte sie gar nicht. „Gegen die beiden Haibike-Fahrerinnen musste ich natürlich viel Führung fahren. Vor der Abfahrt hatte ich einen Vorsprung und dachte mir, jetzt sicher aber nicht zu langsam runter fahren. Ich musste bis zum Schluss kämpfen, weil Sabine immer näher kam. Heute mit den Bedingungen, das war auch eine Motivationsfrage, aber ich habe versucht positiv zu denken und es hat geklappt. Jetzt kann ich zuversichtlich zur WM fliegen“, sagte Esther Süss (Wheeler-iXS), die auch die Gesamtwertung für sich entscheiden konnte.

Sabine Spitz fand es „schade, dass mir der Kettenklemmer zu diesem ungünstigen Zeitpunkt passiert ist“. Die 41-Jährige war nach zwei Infekten aber sehr zufrieden mit ihrer Verfassung. „Durch die Charakteristik des Kurses muss man das Rennen natürlich relativieren, mit dem WM-Kurs kann man das nicht vergleichen. Aber es war gut für mich mal wieder im Matsch zu fahren, das könnte in Südafrika ja auch passieren.“

Weltmeisterin Bresset mit den falschen Reifen
U23-Fahrerin Linda Indergand (Silenen) hielt bis zur dritten Runde mit Spitz und Süss mit und beendete die Konkurrenz schließlich auf einem starken vierten Platz vor Lokalmatadorin Katrin Leumann, die mit einer Nackenblockade zu kämpfen hatte. Bis zur zweiten Runde war sie noch Zweite gewesen. „Bis nächste Woche wird das schon wieder“, meinte Leumann.
Olympiasiegerin und Weltmeisterin Julie Bresset musste früh kapitulieren. „Ich hatte einfach nicht die richtigen Reifen“, meinte Bresset, die in der dritten Runde aufgab.

Brüchle gewinnt Juniorinnen-Rennen
Das Rennen der Juniorinnen ging an die Veronika Brüchle, die sich in der letzten Runde gegen die lange führende Chantal Eheim aus Solothurn durchsetzte. Dritte wurde Chrystelle Baumann (Montalchez).
„Sie war immer knapp vor mir. In der letzten Runde habe ich sie am Berg dann überholt. Auf der Fläche hatte ich ganz guten Druck, im Anstieg könnte es noch besser sein“, meinte Brüchle nach ihrem ersten Saisonsieg in einem Cross-Country-Rennen.
Am Gesamtsieg der Schweizer Meisterin Alessandra Keller (Stans) änderte das aber nichts mehr Keller wurde Tagessechste.