BMC Racing Cup Muttenz: Überraschender Premieren-Sieg für Nadine Rieder

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Nadine Rieder (links) und Elisabeth Brandau gehen gemeinsam in die letzte Runde ©Erhard Goller

Völlig unerwartet hat die Sonthofenerin Nadine Rieder das Finale des BMC Racing Cup in Basel gewonnen. Im Reitstadion von Muttenz konnte die AMG-Rotwild-Bikerin die Schweizerin Esther Süss (Wheeler-iXS) 18 Sekunden hinter sich lassen. Süss bezwang mit Elisabeth Brandau (Radon-EBE Racing) die zweite Deutsche im Sprint.

 

Nadine Rieder (AMG-Rotwild) kam als Erste aus der ersten Runde, vor Kathrin Stirnemann (Haibike-Ötztal), die später aufgeben musste und vor Katrin Leumann.

„Ich habe schon am ersten Berg gemerkt, dass ich die Stärkste bin. Ich bin einfach mein Tempo gefahren und als ich mich umdrehte, war ich alleine“, so Rieder.

Allerdings war da Esther Süss noch keine direkte Konkurrentin. Die hatte wie immer ihre Zeit benötigt, um ihren Diesel auf Touren zu bringen. Als der Turbo dann zündete schluckte sie die 55 Sekunden Rückstand nach der ersten Runde immens schnell. In der vierten Sechs-Kilometer-Schleife war Esther Süss an der Spitze angekommen.

Doch als sie kaum die führende Position erreicht hatte, musste sie einen Boxenstopp einlegen. „Meine Schaltung war in dem Matsch heute überfordert und ich musste sie wieder in Gang bringen“, erzählte Süss. Sie verlor eine Minute, doch mit einer fulminanten fünften Runde konnte sie erneut zu Nadine Rieder und Elisabeth Brandau, die sich zur Allgäuerin nach vorne gearbeitet hatte, aufschließen.

Nadine Rieder: Damit hätte ich nie gerechnet

Kaum an deren Hinterrad dran, benötigte die Schaltung erneut eine Reinigung. „Ich musste heute viel Kraft und Motivation aufbringen. Eigentlich bin ich ein gutes Rennen gefahren, ich kann mir nichts vorwerfen. Ich war ein bisschen bang, weil ich erst heute morgen aus dem Engadin aus dem Trainingslager angereist bin, aber die Form ist gut“, so Esther und es huschte ein Lächeln über ihr Gesicht.

Während Brandau und Rieder gemeinsam in die letzte Runde gingen, jagte Süss hinterher und sie schaffte es sogar noch 300 Meter vor dem Ziel Brandau einzuholen und sie auf der Zielgerade im Sprint zu bezwingen, 18 Sekunden hinter Nadine Rieder (1:41:58).

Die konnte ihr Glück gar nicht fassen. Sie schüttelte im Ziel den Kopf. „Damit hätte ich nie gerechnet“, so Rieder, die ihr erstes internationales Cross-Country-Rennen überhaupt gewinnen konnte. „Ich wusste, dass mir die Strecke liegt, aber an einen Sieg habe ich nicht gedacht.“

Sie hatte Brandau in der Schlussrunde abgehängt, nachdem die nach einer Laufpassage beim Aufsteigen einen Fehler gemacht hatte.

Elisabeth Brandau wollte sich gar nicht ärgern, dass ihr der zweite Platz noch entrissen wurde. „Ich hätte nicht gedacht, hier aufs Podium zu fahren, nachdem ich gestern noch in Montgenevre gefahren bin. Aber da hatte ich auch schon gutes Matsch-Training“, meinte Brandau lachend. „Am Berg fehlt mir noch ein bisschen.“

Lokalmatadorin Katrin Leumann (Ghost Factory Racing) fuhr das Rennen mit 2:17 Minuten Rückstand auf Rang vier zu Ende und verwies die Polin Aleksandra Dawidowicz weitere 1:35 Minuten Abstand auf Rang drei.

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Die Europameisterin vor der Weltmeisterin: Sina Frei vor Nicole Koller

Junioren: Sina Frei gewinnt Duell mit Nicole Koller

Bei den Junioren landete Casey South seinen Premieren-Sieg. Der in Australien geborene Matzinger siegte in Abwesenheit einiger Nationalfahrer klar mit 2:38 Minuten Vorsprung auf Roman Lauener und Nico Niemann, der sich hinter dem Schweizer Meister Vital Albin noch auf Rang zwei der Gesamtwertung schieben konnte.

Bei den Juniorinnen entschied Sina Frei (jb Felt) das Duell gegen Nicole Koller erneut für sich. Die Europameisterin konnte sich in der letzten matschigen Abfahrt absetzen und mit ihrem Sieg auch die Gesamtwertung punktgleich mit Koller aber wegen des besseren Final-Ergebnisses für sich entscheiden

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