Brasil Ride#1: Weltmeister-Duo holt Etappensieg – Käß/Geismayr „am Limit“

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Podium der ersten Etappe des Brasil Ride von links: Fabian Rabensteiner, Alexey Medvedev, Roel Paulissen, Tiago Ferreira, Lukas Kaufmann und Hugo Prado ©Brasil Ride

Alexey Medvedev und Fabian Rabensteiner (Trek 1) haben beim Brasil Ride auf der 128 Kilometer langen ersten Etappe ihr Führungstrikot aus dem Prolog mit Platz zwei verteidigt. Der Russe und der Italiener kamen in Guaratinga mit 44 Sekunden Rückstand auf Weltmeister Tiago Ferreira und Ex-Weltmeister Roel Paulissen (Protek by Marconi) ins Ziel. Lukas Kaufmann und Hugo Prado (Orthocrin Cannondale Lefty) wurden bei großer Hitze Tages-Dritte (+3:31).

 

Der Beginn der Etappe gestaltete sich „ziemlich schnell“, wie Roel Paulissen erzählte. Dennoch blieb eine große Gruppe zusammen bis es etwa bei Kilometer 60 in den längsten Anstieg hinein ging.

Dort bekamen auch die Swiss-Epic-Zweiten Jochen Käß und Daniel Geismayr (Centurion-Vaude) ihre Probleme. „Ich musste meinen eigenen Rhythmus fahren. Die Hitze, der Wasserverlust, das ist abartig. Die Cape Epic ist ein Witz dagegen“, kommentierte Käß im Ziel und Geismayr sprach davon, dass man „immer am Limit“ sei mit dem Flüssigkeitsverlust. „Es ist schon krass. Vor dem Abflug hast Du in Europa noch bei sieben Grad trainiert und hier hast du 33. Ich spüre wie im letzten Jahr auch die Reise. Einfacher wird es nicht werden, aber wir hoffen noch auf das Gesamtpodest oder einen Etappensieg“, so der Österreicher.

Respekt vor der Hitze: Keine Attacken

Auf dieser ersten Etappe waren sie davon am Ende 11:30 Minuten entfernt und in der Gesamtwertung sind es 12:51 Minuten Differenz auf Medvedev/Rabensteiner. Die Träger des Gelben Trikots verloren erst fünf Kilometer vor dem Ziel den Anschluss an Roel Paulissen und Tiago Ferreira. „Es gab eigentlich keine Attacken, jeder hatte Respekt vor der Hitze. Wir sind einfach immer weiter bis wir nur noch mit dem Gelben Trikot zusammen waren“, so Paulissen. Der Belgier und sein portugiesischer Teamkollege liegen noch 1:04 Minuten hinter Medvedev/Rabensteiner.

Lukas Kaufmann/Hugo Prado verloren rund 20 Kilometer vor dem Ziel den Anschluss. „Wir sind die Etappe kontrolliert gefahren, aber zum Schluss mussten wir reißen lassen. Es von Jahr zu Jahr nicht einfacher, die Konkurrenz wird stärker“, meinte Kaufmann. Der in Brasilien lebende Schweizer weiß aber auch, dass sich beim Abenteuer Brasil Ride ziemlich schnell gravierende Änderungen im Klassement einstellen. Die Prolog-Zweiten Damiano Ferreira und Samuele Porro verloren zum Beispiel durch einen schweren Sturz von Ferreira am zweiten Tag bereits alle Chancen.

Kreuchler/Maletz bis Km 100 mit dabei

Christian Kreuchler/Christopher Maletz (r2-Bike.com/Fujibikes Rockets) schlagen sich bis jetzt gut. Das deutsche Duo kam als Tages-Siebte (+19:25) ins Ziel. „Das Ergebnis ist besser als erwartet. Ich hatte zwischendurch Krämpfe und bin froh, dass es vorbei ist. Für mich war mehr die Distanz als die Hitze das Problem“, erklärte Maletz.

Bis Kilometer 100 war die Paarung sogar auf Kurs Platz fünf, musste dann aber abreißen lassen. „Ich hatte dann mit der Hitze meine Probleme“, bekannte Kreuchler, der aber dennoch zufrieden war. „Ich hoffe, morgen geht es ähnlich gut.“

 

Damen: Führungstrikot für Kraft/Carpinteiro

Bei den Damen haben Ivonne Kraft und ihre brasilianische Kollegin Celina Santos Carpinteiro (Btt Loule Bpi Berg Cycles Garland Sram) bereits eine deutliche Marke gesetzt. Nach Platz zwei im Prolog waren sie auf der ersten langen Etappe nicht aufzuhalten.

„Wir mussten uns erst mal durchs Feld kämpfen und als wir bei den Leaderinnen angekommen sind, haben wir eine gute Männergruppe erwischt, die Lacerda/Candido nicht halten konnten. Es war hart, aber wir hatten Spaß“, erklärte Ivonne Kraft. Die Cross-Country-WM-Vierte von 2003 und ihre brasilianische Partnerin holten 45:24 Minuten Vorsprung heraus und übernahmen mit 43:40 Minuten Vorsprung das Leader-Trikot.

Interviews: Armin M. Küstenbrück

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