Brasil Ride#2: Käß stürzt, Rabensteiner/Medvedev profitieren

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Daniel Geismayr und Jochen Käß waren zwischenzeitlich alleine Führung und landeten am Ende auf Rang zwei ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Am dritten Tag des Etappenrennens Brasil Ride haben der Südtiroler Fabian Rabensteiner und der Russe Alexey Medvedev von Trek-Selle San Marco ihren zweiten Etappensieg gefeiert und damit ihren Vorsprung in der Gesamtwertung ausgebaut. Jochen Käß und Daniel Geismayr erreichten nach der 92-Kilometer-Runde mit Start und Ziel in Guaratinga das Ziel mit 1:38 Minuten Rückstand als Tages-Zweite, während Roel Paulissen und Tiago Ferreira (Protek by Marconi) auf das Gelbe Trikot 5:04 Minuten einbüßten.

 

Wie schon am Tag zuvor ließen es die etliche Protagonisten nicht gemütlich angehen. Die Tempo-Bolzerei verursachte unter anderen sowohl Lukas Kaufmann/Hugo Prado (Orthocrin Cannondale Lefty) als auch Christian Kreuchler/Christopher Maletz (r2-Bike.com/Fujibikes Rockets) Probleme.

Als Effekt stand auf dem zum Teil sehr steilen Terrain nach 35 Kilometern eine drei Teams starke Spitzengruppe. Dann bekam Roel Paulissen Probleme („ich habe heute einfach gelitten“) und auch Rabensteiner/Medvedev mussten wegen Schaltungsproblemen das Duo Käß/Geismayr ziehen lassen.

Rabensteiner sprach von drei Minuten, die sie das Problem gekostet hätte. Das italienisch-russische Duo schaffte aber noch mal den Anschluss.

„Wir haben nicht durchgezogen, sondern ein bisschen gewartet. Weil es auf den Flachpassagen im Wind besser war. Man muss hier mit den Kräften haushalten“, erklärte Geismayr.

Salto Mortale kostet den Anschluss

Wie auch immer, bis Kilometer 75 lag das Quartett an diesem Tag mit etlichen Laufpassagen an der Spitze. Dann musste Jochen Käß unfreiwillig vom Rad. „Ich bin an letzter Stelle gefahren und an einem Busch mit dem Lenker an einem Ast eingehakt. Dann gab es einen Salto Mortale. Es ist zum Glück nichts weiter passiert, aber wir haben den Anschluss verloren“, so Käß.

Der dreifache Deutsche Marathon-Meister war dennoch mit dem Tag zufrieden. „Heute waren die Beine viel besser, wir konnten richtig pushen und haben Stärke gezeigt“, meinte Käß und auch Teamgenosse Geismayr registrierte Tret-Werkzeuge, die „von Tag zu Tag besser“ drehen. „Mal schauen wie es weiter läuft“, war er vorsichtig optimistisch.

Mit ihrem ersten Podest-Platz schob sich die deutsch-österreichische Kombination auf den dritten Gesamtrang, 14:29 Minuten hinter Rabensteiner/Medvedev, die jetzt 6:08 Minuten vor Paulissen/Ferreira liegen.

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Bisweilen ging es durch schöne Landschaften nur per pedes ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Lukas Kaufmann war mit dem vierten Etappenplatz (+15:44) für ihn und Hugo Prado nicht unzufrieden, auch wenn der dritte Rang im Gesamtklassement vorerst verloren ging. „Man sieht jetzt, dass man es hier mit Weltklasseleuten zu tun hat. Wir konnten aber unser Niveau konstant durchziehen und haben nicht überzogen. Ich bin eigentlich ganz zuversichtlich für die kommenden Tage“, so der Schweizer.

Kreuchler/Maletz jetzt auf Rang sechs

Christian Kreuchler und Christopher Maletz landeten am Ende wieder auf dem siebten Rang vom Vortag. Das Tempo zu Beginn machte vor allem Kreuchler Mühe, der immer wieder die Gruppe verlor. Dafür sprang dann ab Rennhälfte sein „Marathon-Motor“ an und das deutsche Duo konnte sich wieder bis auf diesen siebten Rang (+23:30) nach vorne fahren.

Weil bei Hans Becking (mit Jiri Novak für CST Superior Brentjens) der Freilauf kaputt ging und auch Wolfgang Krenn/Ondrej Foitik (Bike Kaiser Mitas) deutlich hinter Maletz und Kreuchler das Ziel erreichten, konnten sie sich um einen Platz verbessern. Das brasilianische Team Sherman Trezza/Wolfgang Soares Olsen konnte sich als Tages-Sechster wiederum an den beiden Deutschen vorbeischieben.

Bei den Damen holten sich Celina Santos Carpinteiro und Ivonne Kraft (Loule Bpi Berg Cycles Garland Sram) ihren zweiten Etappensieg und verdoppelten ihren Vorsprung auf Isabel Lacerda und Leticia Candido (Brazilian Rockets) nahezu. Kraft und Carpinteiro liegen jetzt 1:16:29 Stunden vor dem brasilianischen Duo.

Interviews: Armin M. Küstenbrück