Bundesliga Freudenstadt: Doppeltes Duell zwischen Anne Terpstra und Sabine Spitz?

 

Die Titelverteidigerin geht als Führende in das Finale, doch die Chancen zum zweiten Mal nach 2016 Bundesliga-Gesamtsiegerin zu werden, schätzt Hanna Klein (Superior) selber eher skeptisch ein. Manches deutet auf den dritten Gesamt-Erfolg von Sabine Spitz (Wiawis) oder den ersten für Anne Terpstra (Ghost Factory Racing). So oder so, die Ausgangssituation vor dem Finale in Freudenstadt verspricht Spannung.

 

Sabine Spitz hat nach ihrem zweiten Bundesliga-Sieg in dieser Saison (Heubach und Titisee-Neustadt) plötzlich noch gute Chancen auf den Gesamtsieg, ihren ersten seit 2003. Die bis dato führende Anne Terpstra (Ghost Factory Racing) musste krankheitshalber in Titisee-Neustadt verzichten) und hat damit die Tür aufgemacht. Ein ordentliches Resultat in Runde vier von fünf hätte der WM-Zwölften gereicht, um mit komfortablem Vorsprung ins letzte Rennen zu gehen.

Die Vorzeichen in Freudenstadt sind gewiss andere, denn zwei Wochen nach der WM in Cairns, sollte der Jetlag keine Rolle mehr spielen. Wie sehr sich der Infekt auf die starke WM-Form von Anne Terpstra auswirken wird, das lässt sich im Vorfeld kaum abschätzen. Unter den normalen Umständen müsste Sabine Spitz sicherlich mit starker Gegenwehr rechnen.

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Sabine Spitz legte die Grundlage für ihre Chancen auf den Gesamtsieg mit dem Erfolg in Titisee-Neustadt ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Sofern es zwischen der Deutschen und der Niederländischen Meisterin zum Duell um den Sieg kommt, ist es gleichzeitig das Duell um den Gesamtsieg. Terpstra reichen ihre 16 Punkte Vorsprung nicht aus, um mit Rang zwei hinter Spitz in der Gesamtwertung vor ihr zu bleiben. Das Finale zählt doppelt, so dass zwischen 1 und 2 eben 20 Punkte Differenz sind.

Für Terpstra wäre es der erste Bundesliga-Gesamtsieg, für Sabine Spitz der Dritte. Dass der letzte aus 2003 datiert, war Spitz gar nicht mehr bewusst.

Den Siegerpokal mitzunehmen, da hätte sie sicherlich nichts dagegen. Aber Spitz spricht auch von Weltranglistenpunkten, die Motivation genug sein. Ob sie die denn 2018 noch braucht? „Pooh, keine Ahnung, was ich 2018 mache. Biken sicher“, formuliert Spitz ihre Zukunft vage. „Ist ja erst September.“ Soll heißen: es bleibt noch Zeit, das zu entscheiden.

Hanna Klein: Ich muss realistisch sein

Auch von Hanna Klein weiß man noch nicht wie es über die Saison 2017 hinaus weitergeht. So oder so, ihre Saison würde sie natürlich liebend gerne so abschließen wie voriges Jahr: Als Bundesliga-Gesamtsiegerin. Und wenn man als Führende ins Finale geht, müssten die Vorzeichen doch gut stehen, oder? „Ich muss realistisch sein. Wenn Sabine gewinnt, müsste ich schon Zweite werden“, rechnet Klein hoch. Doch eine Anne Terpstra zu schlagen oder eben auch deren Ghost-Teamkolleginnen Lisi Osl (Österreich) und Alexandra Engen (Schweden), ist für die Wahl-Freiburgerin schon schwierig.

Dazu finden sich mit der Marathon-WM-Dritten von 2016 und französischen Vize-Meisterin Sabrina Enaux (Specialized), der Polin Paula Gorycka (Strüby BiXS) oder Karla Stepanova (N1 Team CZ) aus Tschechien weitere internationale Podiums-Kandidatinnen im Feld der Elite Damen.

Die Flinte schon vorher ins Korn werfen geht für Hanna Klein natürlich auch nicht. Zumal Freudenstadt ein verkapptes Heimrennen für die 30-Jährige ist. Sie ist in Schömberg-Bieselsberg aufgewachsen, eine Stunde von Freudenstadt aufgewachsen. Und sie hat Beziehungen zum nahen Baiersbronn.

„Die Strecke kenne ich ja noch nicht, aber wenn ich noch mal so eine gute Form habe wie am Samstag in Titisee-Neustadt, kann ich auf ein gutes Resultat hoffen. Ich werde auf jeden Fall alles versuchen“, sagt sie. Den Platz auf dem Podest müsste sie zumindest verteidigen können. Die Südafrikanerin Cherie Redecker hatte sie in Titisee-Neustadt zumindest gut im Griff.

Inoffizielle U23-Wertung hart umkämpft

In der inoffiziellen U23-Wertung kommt es zu einer interessanten Konstellation. Antonia Daubermann (Global Fine Art-Stevens, 70), Nina Benz (Head Ciclo, 68) und Clarissa Mai (Link Rad Quadrat, 65) liegen so nah beieinander, dass der Zieleinlauf in Freudenstadt entscheidend sein wird. Auch die Deutsche Meisterin Felicitas Geiger (Haibike-KMC) könnte noch als beste U23-Fahrerin ins Klassement eingehen, doch sie steht (noch) nicht auf der Meldeliste.

Die Situation bei den Damen vor dem Finale: 1. Hanna Klein 145 Punkte, 2. Anne Terpstra 136, 3. Cherie Redecker 133, 4. Sabine Spitz 120, 5. Elisabeth Osl 74

Das Punkte-Raster (in allen Kategorien) geht so: 60-50-45-40-35-30-28-26-24-22-20-19-18-17…1, beim Finale also: 120-100-90-80-70-60-56-52…

Die komplette Gesamtwertung

Die Meldeliste