Bundesliga Gedern: Milan Vader nutzt seine Chance – Stiebjahn furios auf Rang zwei

FOTO | Milan Vader, Markus Schulte-Lünzum und Ben Zwiehoff prägten das Rennen in Gedern ©Erhard Goller

Zum Abschluss des zweiten Bundesliga-Wochenendes in Gedern hat Milan Vader für einen weiteren niederländischen Sieg gesorgt. Vader gewann das Rennen vor Simon Stiebjahn und vor Ben Zwiehoff. Hinter Georg Egger landete Markus Schulte-Lünzum auf Rang fünf.

 

Die Herren sorgten in Gedern für ein turbulentes Rennen. Und dann führten auch noch Regenschauer Regie. Eine dreiköpfige Spitzengruppe mit Milan Vader (Watersley R&D) Ben Zwiehoff (Bergamont) und Markus Schulte-Lünzum (Focus XC) schien drauf und dran, den Sieg unter sich auszumachen.

Allerdings kam Schulte-Lünzum mit dem regennassen Kurs zunehmend schlechter zurück und musste seine beiden Konkurrenten ziehen lassen. „Mit der ersten Hälfte bin ich zufrieden“, meinte der Deutsche Meister später, nachdem er als Fünfter (+0:49) das Ziel erreicht hatte.

So duellierten sich Ben Zwiehoff und Milan Vader. In der vorletzten von sieben Runden übernahm Zwiehoff die Initiative. „Ich habe mir den Milan zurecht gelegt und hatte schon ein paar Meter Vorsprung“, erklärte der Essener. Dann aber erlitt Zwiehoff einen Hinterrad-Defekt und verlor die Führung. „Ich musste eine halbe Runde mit dem Plattfuß fahren und der Wechsel hat auch nicht schnell genug geklappt.“

Stiebjahns Angriff von Defekt gestoppt

Was das Duo zu diesem Zeitpunkt nicht wusste und auch Milan Vader bis zum Schluss nicht realisierte: von hinten kam Simon Stiebjahn (Team Bulls) mächtig auf. Als es in die Schlussrunde ging, hatte er nur noch elf Sekunden Rückstand auf Vader. Allerdings war er da schon mit einem

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Simon Stiebjahns Aufholjagd wurde gebremst ©Erhard Goller

schleichenden Hinterrad-Plattfuß unterwegs. Und damit auch mit dem Problem, das ihn möglicherweise den Sieg kosten sollte.

Auf der folgenden technischen Passage verlor Stiebjahn mehr und mehr Luft, so dass Vader den Vorsprung wieder vergrößerte. Stiebjahn wechselte rund drei Kilometer vor dem Ziel das Hinterrad und ging an sechster Stelle mit 1:15 Minuten Rückstand ins Rennen. Doch der Schwarzwälder aus Titisee-Neustadt war bärenstark drauf und die Moral hatte er auch nicht verloren. Auf der Zielgerade sprintete er Ben Zwiehoff noch ab und überquerte mit 12 Sekunden Rückstand auf Vader (1:33:05) als Zweiter die Ziellinie.

„Die ersten drei Runden waren hart, aber ich habe mich super gefühlt. Es hat Spaß gemacht, mal wieder Cross-Country zu fahren. Jetzt muss ich die anderen Bundesliga-Rennen wohl auch fahren“, kommentierte Stiebjahn.

Milan Vader sprach davon, dass mit den Defekten der beiden Deutschen „sicher Glück“ gehabt habe. „Aber das ist Rennsport. Ich habe mich gut gefühlt und immer den Weltcup in Nove Mesto im Kopf gehabt. Die Strecke ist nach dem Regen jede Runde schwieriger geworden“, erklärte der niederländische U23-Meister Vader.

Eggers starke Aufholjagd

Mit Georg Egger (Lexware) fuhr auch ein deutscher U23-Fahrer ein sehr starkes Rennen. Der U23-WM-Vierte hatte am Anfang Pech mit einem Kettenklemmer, war ganz am Schluss des Feldes und brauchte dann zwei, drei Runden, ehe er freie Fahrt hatte und neue Motivation.

Mit zwei Rundenbestzeiten fuhr er noch auf den vierten Platz nach vorne.

„Da lief es top, die Form passt“, meinte Egger.

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