Bundesliga Heubach: Pfäffle und Zwiehoff optimistisch

 

Neben Moritz Milatz stehen fast alle im Cross-Country ambitionierten deutschen Herren beim BiketheRock auf der Startliste. Außer Manuel Fumic. Bei den Damen kämpfen am Sonntag abgesehen von Sabine Spitz und Adelheid Morath, sowie Hanna Klein, nur U23-Fahrerinnen um Punkte. Im extra Rennen der U23 Herren haben zwei Lexware-Fahrer Chancen aufs Podium.

 

Der Rücken war in Haiming die Problemzone bei Christian Pfäffle und am Sonntagabend bemühte sich noch der Physiotherapeut seines Schweizer Teams Möbel Märki um die neuralgischen Körperpartie. Und siehe da: es hat „so richtig gekracht“, wie Christian Pfäffle berichtet. „Ich denke, das hat sich wieder eingerenkt, am Montag hatte ich keine Probleme.“

So richtig Bescheid weiß er aber erst wenn in Heubach das Rennen beendet ist. „Vom Gefühl her müsste es eigentlich halten und ich denke, ich kann am Sonntag auf mein derzeitiges Leistungsniveau zurückgreifen“, zeigt er sich Mitte der Woche zuversichtlich.

Die Strecke in Heubach mit ihrem Anstieg, der letztlich über zwei Kilometer misst, kommt Pfäffles größten Fähigkeiten nicht besonders entgegen, aber aktuell findet er das „gar nicht so schlecht“, wie er sagt. „Ich habe gerade erst die langen Sachen am Berg trainiert und die Spritzigkeit ist noch nicht da.“ Und Spritzigkeit benötigt man in Heubach allenfalls in der Startphase, der Rest ist eher ein geduldiges, rhythmisches Treten und eine rasante, anspruchsvolle Abfahrt.

Im Vorjahr war er 13., allerdings „zwei Wochen vor der WM in Top-Form“, wie Pfäffle einschränkt.

Eine gute Startphase und dann..

Ben Zwiehoff ist ein Fahrer, dem die Strecke in Heubach eigentlich entgegenkommt. Der U23-EM-Vierte des vergangenen Jahres hat mit dem BiketheRock aber noch nicht so richtig seinen Frieden geschlossen. „Der Defekt-Teufel hat mich immer wieder heimgesucht“, sagt Zwiehoff und gibt seiner Hoffnung Ausdruck, dass es dieses Jahr anders wird.

„Ich denke, ich habe das Volcat Etappenrennen gut kompensiert und bin mit dem Training und der Leistung in Solingen sehr zufrieden“, meint der Essener zuversichtlich.

Es werde aber alles andere als leicht, sich in dem hervorragend besetzten Feld zu behaupten. „Ich hoffe, dass ich gut durch die Startphase komme und meinen Rhythmus fahren kann. Dann kann ich auch weit vorne landen“, so Zwiehoff.

Bauer mit geprellter Hüfte und Rippe

Martin Gluth (OMX Pro Team) gehört wiederum zu den Fahrern, denen die langen Anstiege eher ein Graus sind. Beim Cape Epic konnte er da ein wenig üben und er hat seine Fähigkeiten in dieser Hinsicht auch verbessert.

Auch Markus Schulte-Lünzum (Focus XC) ist vom Fahrertypus her nicht unbedingt für solche langen und steilen Berge prädestiniert. Der Deutsche Meister hat allerdings auch schon passable Leistungen zustande gebracht, wie 2014 als er Zwölfter wurde.

Kreidler Werkspilot Markus Bauer hat sich bei einem Sturz im Training Hüfte und Rippe geprellt. Trainieren konnte er trotzdem, aber „super ärgerlich“ sei es trotzdem. „Heubach ist für mich ein Trainingsrennen“, schränkt er seine Ambitionen aber ohnehin ein.

Bei Max Holz und Lysander Kiesel (beide German Technology Racing) wird man ein Stück weit erkennen, was die Leistungen beim Volcat Etappenrennen wert waren.

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Wenn es matschig und rutschig ist, würde ihr das entgegenkommen: Hanna Klein ©Lynn Sigel/EGO-Promotion

Damen: U23-Quintett unter Beobachtung

Bei den Damen sind Sabine Spitz und Adelheid Morath Kandidatinnen für die Top Fünf, der Rest kämpft um (möglichst viel) Punkte. Hanna Klein kommt beim BiketheRock zwar glänzend den Berg runter, doch der lange Anstieg ist nicht das bevorzugte Terrain. Wenn die Form da ist, kann aber auch das funktionieren. 2008 war sie in Heubach schon mal Dritte, allerdings war die Startliste da nicht so voll mit Weltklasse-Fahrerinnen. „Ich hoffe, dass ich meine Leistung besser abrufen kann als in Haiming“, sagt die Superior-Fahrerin.

Ansonsten bleibt aus deutscher Perspektive spannend zu beobachten wie sich die U23-Fahrerinnen Antonia Daubermann (Global Fine Art-Stevens), Clarissa Mai (Link Rad Quadrat), Lia Schrievers (German Technology Racing), Nina Benz (Head Ciclo) und die frisch gebackene Hochschul-Meisterin Theresia Schwenk (bike components) verkaufen werden. Für sie würde es beim HC-Rennen in Heubach auch die Chance gegen die WM-Norm zu erfüllen. Für die B-Norm benötigen sie allerdings ein Top-12-Ergebnis, was gegen die international hochkarätige (Elite-)Konkurrenz ziemlich schwierig ist.

U23: Brandl und Egger mit Chancen

In der männlichen U23 haben Max Brandl und Georg Egger Podiums-Ambitionen. Die beiden Lexware-Fahrer haben schon gute Rennen hinter sich. Max Brandl war im Vorjahr hinter Andri Frischknecht schon Zweiter in Heubach und klingt sehr zuversichtlich. Egger hat als Junior in Heubach schon gewonnen und in Haiming als Zweiter gute Form unter Beweis gestellt.

Simon Andreassen (Specialized Racing) wäre eigentlich der Maßstab. Der zweifache Junioren-Weltmeister aus Dänemark laboriert allerdings noch an den Folgen seines Sturzes von Bad Säckingen.

Interessante Gegner sind der Niederländer Milan Vader (Watersley R&D) und der Tscheche Jan Vastl (N1 Team), Haiming-Sieger Filippo Colombo (Velo Club Monte Tamaro), sowie Junioren-Weltmeister Thomas Bonnet (BH-Sr Suntour-KMC).

Startlisten

Zeitplan:

9 Uhr Junioren

10.30 Uhr U23 Herren

13.15 Uhr Juniorinnen/Elite Damen

15.15 Uhr Elite Herren