Cape Epic: Etappe an Multivan-Merida –Gesamtsieg an Kulhavy/Sauser

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Zum Abschluss der Absa Cape Epic feierten Rudi van Houts und José Hermida ihren zweiten Etappensieg. ©Michal Cerveny/EGO-Promotion

Zum Abschluss der 10. Absa Cape Epic in Südafrika haben sich Rudi van Houts und José Hermida ihren zweiten Etappensieg geholt. Die Multivan-Merida-Biker setzten sich in einem Sprint-Finish gegen die Südafrikaner Philipp Buys und Matthys Beukes (Scott Factory). Der dritte Platz auf dem Podium ging an Nino Schurter und Florian Vogel (Scott-Swisspower), die mit 3:43 Minuten Rückstand das Ziel erreichten. 15 Sekunden später rollten Christoph Sauser und Jaroslav Kulhavy (Burry Stander-Songo) ins Ziel und ließen sich als Gesamtsieger feiern.
Manuel Fumic und Marco Fontana wurden Tages- und Gesamtfünfte. Karl Platt und Urs Huber verteidigten als Etappensechste ihren zweiten Rang in der Gesamtwertung.

Wie erwartet wurde die letzte Etappe zu einer Spielwiese für die etatmäßigen Cross-Country-Fahrer. Zuerst versuchte Nino Schurter das Tempo zu machen, doch rasch war klar, dass sein Partner Florian Vogel das nicht mitgehen konnte.
Als eine sechs Team starke Spitzengruppe entstanden war, da übernahmen die Südafrikaner Philipp Buys und Matthys Beukes die Regie.
Sie zogen am längsten Anstieg das Tempo so hoch, dass nur noch José Hermida folgten konnte. Etwas zurück kämpfte Rudi van Houts um den Anschluss, den er in der folgenden Abfahrt auch wieder herstellen konnte.
Marco Fontana hätte vermutlich auch mitgehen können, aber Manuel Fumic war nicht in der Lage zu folgen.
Er fuhr gemeinsam mit Jaroslav Kulhavy und Christoph Sauser, während Karl Platt/Urs Huber und danach auch Nino Schurter und Florian Vogel bereits abgehängt waren.

Defekt bei Fontana verhindert erneutes Podium für Cannondale
Fumic und Fontana hatten im langen Anstieg etwas Mühe, konnten sich aber in der Abfahrt von Sauser/Kulhavy lösen und kamen den vier Führenden immer näher. Nur noch eine Minute Differenz wurde gemeldet. „Das zackige Profil und die vielen Kurven in dieser Phase kamen uns sehr entgegen und wir konnten die schon vor uns sehen.” Das war etwa 16 Kilometer vor dem Ziel.

“Aber dann hat Marco einen Platten bekommen und wir sind zurück gefallen. Schade, das hätte zum Podium gereicht. Aber wir sind insgesamt sehr zufrieden. Unsere erste Cape Epic lief viel besser als erwartet. Wir sind Gesamtfünfter und haben zwei Podestplätze“, erkärte Manuel Fumic, der am Samstag seinen einzigen schwächeren Tag hatte. Das Cannondale-Duo wollte die Cape Epic vor allem als Trainingsmaßnahme bestreiten und Erfahrungen sammeln.

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Platz fünf bei der Cape-Epic-Premiere: Marco Fontana (vorne) und Manuel Fumic (dahinter). ©Michal Cerveny/EGO-Promotion

Kulhavy: Cape Epic war eine große Herausforderung
Schurter und Vogel, die zuvor auch noch kurz falsch gefahren waren, kamen in der Abfahrt zurück zu Sauser und Kulhavy und erkämpften sich im Finish den dritten Platz auf dem Podium. Damit gab es auch für die beiden Schweizer ein versöhnliches Ende ihrer zweiten Cape-Epic-Teilnahme.
Kulhavy, der kurz vor dem Ziel noch einen harmlosen Sturz fabrizierte, zeigte sich vom Cape-Epic-Sieg bewegt. „Für mich war das eine große Herausforderung. Ich bin glücklich mit Hilfe von Susis Erfahrung hier gewonnen zu haben“, erklärte der Olympiasieger.
Christoph Sauser bewertete die Konkurrenz als die „engste, die es jemals gab“ und zeigte sich nach seinem vierten Gesamtsieg, womit er mit Karl Platt gleichzog.
„Wir mussten jeden Tag voll motiviert sein und immer wachsam bleiben. Die Leute, die uns angefeuert haben, das war sehr wichtig für uns“, so der Schweizer, der mit seinem tschechischen Kollegen am Ende nach 29:40:44 Stunden 7:10 Minuten Vorsprung auf Karl Platt und Urs Huber hat.

Team Bulls: Nicht gewonnen, aber „extrem zufrieden“
„Es war so eng wie nie zuvor. Ich hatte gehofft, dass wir am Ende ganz oben stehen, aber die beiden Specialized-Jungs waren zu stark. Am Schluss hatten wir keine Patronen mehr im Lauf“, sagte Karl Platt im TV-Interview.
„Wir haben zwei Etappensiege und zwei Tage in Gelb. Ich bin glücklich mit dem zweiten Platz“, bilanzierte Urs Huber seine erste Cape Epic im Team Bulls.

Tim Böhme und Thomas Dietsch zeigten sich glücklich über ihre Podestplatzierung in der Gesamtwertung. „Das war unser Ziel. Es war eine super harte Woche. Wir haben zwei Teams auf dem Podium und ich bin sehr glücklich darüber“, erklärte Böhme. Bulls 2 kam als Tages-Siebter mit 5:48 Minuten Rückstand ins Ziel, geriet aber nicht mehr in Gefahr den dritten Gesamtrang zu verlieren.
„Das Cape Epic ist eines der wichtigsten Mountainbike-Events überhaupt. Es war ein Traum hier auf dem Podium zu stehen“, assistierte Thomas Dietsch.

Simon Stiebjahn und Stefan Sahm brachten ihren siebten Platz in der Gesamtwertung sicher nach Lourensford. Bei Stiebjahn waren zwar die Beine schwer, doch es reichte zu einem Platz (+8:56) im Tagesklassement.
Für Stiebjahn ist das bei seiner Cape-Epic-Premiere ein mehr als respektables Resultat.
Kein Wunder, dass Bulls-Team-Manager Friedemann Schmude ein „extrem positives“ Fazit zog. „Klar, wir haben versucht die Cape Epic zu gewinnen, aber es war klar, dass es schwierig wird. Gegen Jaroslav und Susi zu verlieren, ist gewiss keine Schande. Wir haben zwei Etappensiege, zwei Teams auf dem Podest und Platz sieben für das dritte Team konnte man auch nicht erwarten. Auch die Crew hat super gearbeitet, wir hatten einen tollen Spirit“, bilanzierte Schmude.

Bei den Damen retteten Yolanda Speedy und Catherine Williamson (Energas) ihren Gesamtsieg, obwohl Speedy mit einem gebrochenen Schlüsselbein die letzte Etappe bestritt. Sie kamen mit 28:45 Minuten Rückstand auf die Etappensiegerinnen Sara Mertens und Laura Turpijn (C-Bear) als Tages-Sechte ins Ziel, profitierten aber von ihrem riesigen Vorsprung von fast zwei Stunden.

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