Cape-Epic-Notizen (1): Aus für Bulls 2, Zeitstrafe für das Leader-Duo der Damen

 ACE2015_STG02_NM_Boehme_by Nick Muza
Hier stellt sich Tim Böhme noch in den Dienst des ersten Bulls-Duos. ©Nick Muza/Sportzpics

Für das so ambitioniert gestartete zweite Bulls-Duo ist das Cape Epic 2015 nach einem Sturz auf der zweiten Etappe beendet. Die Hoffnungen der Titelverteidigerinnen Annika Langvad und Ariane Kleinhans erhielten in Elgin nachträglich einen heftigen Dämpfer.

Das zwölfte Absa Cape Epic steht für Tim Böhme und Simon Stiebjahn unter einem höchst unglücklichen Stern. Nach Böhmes verdrehter Kette beim Prolog und dem abgerissenen Schaltwerk bei Stiebjahn auf Etappe eins, kam es am Dienstag noch schlimmer.

Nachdem vor allem Tim Böhme lange Zeit für seine Teamkollegen Urs Huber und Karl Platt (Bulls 1) starke Führungsarbeit geleistet hatte, erwischte es den Deutschen Marathon-Meister gut zehn Kilometer vor dem Ziel noch übler.

Ein Draht verfing sich an seinem Pedal und Böhme flog wie ein Katapult aus dem Sattel. Im Krankenhaus wurde wenigstens kein Bruch diagnostiziert. „Es ist nichts Schlimmeres passiert als eine Bänderüberdehnung an der Schulter“, schrieb er auf seiner Facebook-Seite.
Aber eine Fortsetzung des Cape Epic war nicht möglich. Die Schulter muss ruhig gestellt werden.
„Eine Winter-Vorbereitung ist damit aufgelöst“, so Böhme weiter. In Luft aufgelöst.

Simon Stiebjahn fährt als so genannter „Outcast“ weiter. „Ich brauche Trainingskilometer“, erklärte Stiebjahn gegenüber acrossthecountry.net. Er muss allerdings aus Startblock C starten und er darf seinen Teamgenossen Huber und Platt nicht mehr helfen.

Dicke Zeitstrafe für Langvad und Kleinhans
Das zweite Malheur des Tages erlebten Annika Langvad und Ariane Kleinhans (RECM-Specialized). Auch am dritten Tag klar in Führung liegend, bog das dänisch-schweizerische Duo falsch ab, kürzte fünf Kilometer ab und kam dann wieder auf die Strecke zurück.

Nach ausführlicher Analyse von GPS-Daten und Video-Material der Lenkerkameras, so eine Pressemitteilung des Veranstalters, addierten die Kommissäre 13:39 Minuten auf die Etappenzeit und sprach zusätzlich eine Stunde Strafzeit aus.

In der Mitteilung der Kommissäre wurde betont, dass man den Beiden keine Absicht unterstellte. Daher gab es auch keine Disqualifikation. Allerdings seien die Sportler selber für das korrekte Befahren der Strecke verantwortlich. Der Kurs sei an dieser Stelle auch eindeutig gekennzeichnet gewesen.

Die Titelverteidigerinnen Langvad und Kleinhans fielen damit auf Rang elf in der Tageswertung und Platz 4 in der Gesamtwertung zurück. Die 27:06 Minuten Rückstand auf die neuen Trägerinnen des Gelben Trikots, Jennie Stenerhag und Robyn Lee de Groot (Ascendis Health), sind für die Marathon-Weltmeisterin und ihre Teamgenossin an den verbleibenden vier Tagen allerdings durchaus machbar, wenn man ihre bisherige Überlegenheit zum Maßstab nimmt.