Cape-Epic Prolog: Debütanten in Gelb – Platt/Huber stark

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Prolog-Sieger im Interview: Fabian Giger (links) und Martin Gujan ©Screenshot eversport

Fabian Giger und Martin Gujan (Novus OMX Pro) sind bei ihrer Cape-Epic-Premiere gleich ins Gelbe Trikot geschlüpft. Die beiden Schweizer gewannen den 20 Kilometer langen Prolog in Kapstadt 18 Sekunden vor dem Bulls-Duo Karl Platt/Urs Huber und 23 Sekunden vor den Topfavoriten Christoph Sauser und Jaroslav Kulhavy (Investec-Songo-Specialized). Bei den Damen lagen die Titelverteidigerinnen Langvad/Kleinhans vorne.

Auch wenn Giger und Gujan ihr Debut beim Absa Cape Epic gaben, es war keine Überraschung, dass die beiden Eidgenossen den ersten von acht Tages-Abschnitten gewannen. Der Vize-Europameister und sein Landsmann gehörten auf der kurzen Distanz zu den aussichtsreichen Kandidaten.

Nach fünf Kilometern wurden Christoph Sauser und Kulhavy noch mit der besten Zeit gemessen, doch es schien als ob Christoph Sauser nicht in der Lage war, das Tempo seines Teamgenossen zu halten.
„Jaroslav ist auf so einer Distanz absolut der Stärkste, ich bin froh, dass ich ihn als Partner habe. Es ist natürlich nichts verloren, wir sind knapp an Bulls dran und Topeak-Ergon hat etwas verloren“, kommentierte Christoph Sauser.

Tatsächlich setzten Fabian Giger und Martin Gujan mit einer frühen Startnummer mit 46:18,3 Stunden eine Zeit für die Runde über den Tafelberg, die nicht mehr erreicht wurde.
„Damit haben wir nicht mehr gerechnet und es ist natürlich großartig das Gelbe Trikot zu haben. Wir nehmen es jetzt Tag für Tag“, meinte Giger im TV-Interview. Gefragt, ob sie als Cross-Country-Spezialisten denn eine Chance hätten das Trikot zu verteidigen, sagte Martin Gujan: „Ich denke, wir können auch auf längeren Etappen bestehen, wir werden sehen. Aber wir sind jetzt top motiviert.“

Karl Platt und Urs Huber wurden mit 18 Sekunden Rückstand Zweite. Das war für die beiden Marathon-Spezialisten eine prima Zeit und fünf Sekunden schneller als Kulhavy und Sauser.
Das Bulls-Duo hatte noch nie einen so guten Start, seit es den Prolog gibt. „Wir haben super harmoniert und hatten beide richtig gute Beine“, freute sich Karl Platt über den Einstand in die 12. Auflage des Cape Epic.

Zweites Bulls-Duo: Rennen schon verloren?
Die Freude bei Bulls wurde getrübt durch das Defekt-Pechs des zweiten Duos. „Ich habe mir im Anstieg die Kette zerstört, so dass ich einen großen Teil laufen musste. Du kannst das Cape Epic beim Prolog nicht gewinnen, aber du kannst es verlieren und so ist es heute passiert“, sagte ein zerknitterter Tim Böhme, der im Vorjahr mit Simon Stiebjahn Gesamt-Dritter war. Etwa bei Kilometer neun, als noch gut zwei Kilometer Anstieg zu bewältigen waren, verdrehte sich bei Böhme die Kette. Danach konnte er nicht mehr treten und das Duo verlor enorm viel Zeit.

Stiebjahn meinte, es sei nun logisch, dass sie für ihre Teamkollegen Platt und Huber fahren würden. „Jetzt sind die Fronten klar. Wir sind ein Team und wir werden uns jetzt in den Dienst von Karl und Urs stellen“, so Stiebjahn.
Die Bulls-Paarung verlor 11:15 Minuten auf die Tages-Sieger und belegte nur Rang 51. Diese Hypothek wird für eine Top-Platzierung vermutlich zu hoch sein.

Die Mitfavoriten Alban Lakata und Kristian Hynek (Topeak-Ergon) lagen 51 Sekunden zurück auf Platz sieben. „Ich denke, wir haben vor allem im letzten Abschnitt Zeit verloren. Aber morgen geht es erst richtig los“, meinte Kristian Hynek, der im Vorjahr mit Robert Mennen das Cape Epic gewonnen hatte.
Der kam mit seinem neuen Partner Jeremiah Bishop auf Rang neun (+1:21).

Damen: Titelverteidigerinnen souverän
Bei den Damen ließen Annika Langvad und Ariane Kleinhans (RECM Specialized) keine Zweifel an ihrem Auftakt-Sieg. Das Duo aus Dänemark und der Schweiz konnte sogar einen kurzen Moment der Unaufmerksamkeit verkraften, in dem sie kurz eine falsche Richtung nahmen. Es waren 3.35 Minuten, die sie zwischen sich und die Südafrikanerinnen Jennie Stenerhag und Robyn Lee de Groot (Ascendis Health) brachten.

Rang drei belegten Milena Landtwing/Hielke Elferink (Meerendal-Wheeler Cannondale), nur elf weitere Sekunden zurück.
Gunn-Rita Dahle-Flesjaa und Kathrin Stirnemann (World Bicycle Relief), die bei der ersten Zwischenzeit noch Dritte waren, verloren bis ins Ziel 6:39 Minuten und wurden nur Tages-Siebte. Grund dafür waren Magen-Darm-Probleme, mit denen Stirnemann in den vergangenen Tagen zu kämpfen hatte. Die halbe Distanz, so Dahle-Flesjaa, sei es gut gegangen. Dann hätten sie teilweise laufen müssen.

Die erste Etappe führt am Montag mit Start und Ziel in Elgin über 113 Kilometer und 2800 Höhenmeter.
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