Cape Epic: Sauser/Kulhavy gewinnen Prolog – Fumic/Fontana Dritter

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Podium für Marco Fontana und Manuel Fumic. Screenshot vom Interview

In beeindruckender Manier haben die Favoriten Christoph Sauser und Jaroslav Kulhavy (Burry Stander-Songo) in Durbanville den Prolog der 10. Cape Epic gewonnen. Das Specialized-Duo siegte mit 1:07 Minuten vor dem Multivan-Merida-Duo José Hermida/Rudy van Houts und weiteren 17 Sekunden vor den Cannondale-Fahrern Marco Fontana und Manuel Fumic.
Esther Süss und Jane Nüssli holten sich das orangene Leaderjersey bei den Damen.

So wie das Herren-Podium nach den 22 Kilometern des Zeitfahrens aussah, war das keine Überraschung. Der Abstand, den Kulhavy und Sauser zwischen sich und seine beiden Verfolger legten, war jedoch schon eine Ansage.
Kulhavy machte fast die komplette Tempoarbeit und nach der Hälfte der Strecke lag das tschechisch-schweizer Duo mit 40 Sekunden Vorsprung vorne.

„Man kann die Cape Epic nicht beim Prolog gewinnen, aber es ist ein sehr guter Start“, kommentierte Sauser.
„Das ist eine gute Ausgangsposition für die nächsten Tage“, meinte Kulhavy. Angesprochen auf ihren Team-Namen Burry Stander-Songo, bekannte Sauser, dass es doch „sehr emotional sei“ und dass er durch die vielen Erinnerungen, seinen tödlich verunglückten Teamkollegen sehr nah spüren könne. „Das hat uns Flügel verliehen“, so Sauser.

Manuel Fumic und Marco Fontana gingen die 22 Kilometer schnell an, bekamen dann aber doch Respekt, vor allem vor der Hitze. „Ich denke für unsere Cape-Epic-Premiere war das nicht schlecht“, grinste Manuel Fumic.
„Wir müssen hier permanent lernen.“ Damit spielte er auf das Teamwork mit Fontana an. „In den Abfahrten musstest du wegen dem Staub Abstand halten. Da hat Marco unten schon wieder angetreten, da war ich noch gar nicht da. Das sind so Kleinigkeiten, die du als Cross-Country-Fahrer nicht gewöhnt bist, das muss sich einspielen“, erklärte der Deutsche Meister.

Sturz von Florian Vogel
José Hermida und Rudi van Houts lagen an der ersten Zwischenzeit noch eine Sekunde hinter dem Cannondale-Fahrern, erwiesen sich dann aber als die Stärkeren. Virtuell gingen sie vorbei und vergrößerten den Abstand bis ins Ziel sukzessive. „Wir sind für den Auftakt sehr zufrieden, das ist ein guter Start“, bilanzierte Hermida der mit van Houts dieses Jahr schon in Richtung Gesamtwertung schielt.

So weit das wenig überraschende Podium. Unerwartet war, dass sich Nino Schurter und Florian Vogel nicht da vorne platzieren konnten. Dabei hatte das Scott-Swisspower-Duo durchaus mit dem Etappensieg geliebäugelt. Gegen Sauser und Kulhavy hatten sie keine Chance, doch nach der Hälfte der Distanz lagen sie als Zweite noch auf Podiumskurs.
Ein Sturz von Vogel, bei dem auch dessen Sattel zu Bruch ging, machte dann alle Chancen aufs Podest vollends zunichte. Am Ende war es nur Rang acht, 2:51 hinter den Etappensiegern (55:10 Minuten).

Topeak-Ergon stark – Bei Bulls alle zufrieden
Robert Mennen und Alban Lakata (Topeak-Ergon) zeigten ein sehr beachtliches Zeitfahren und landeten auf einem guten vierten Platz, 1:53 zurück. Damit haben der Nörvenicher und der Österreicher ihr Ziel erreicht, möglichst wenig Zeit zu verlieren.
Im Vergleich zu Karl Platt/Urs Huber (Team Bulls), die Fünfte wurden, nahmen sie sogar 15 Sekunden Vorsprung mit. Und auf Thomas Dietsch/Tim Böhme (Team Bulls 2), die Sechste wurden, sogar 49 Sekunden.
„Bei uns sind alle Sechs sehr zufrieden“, konstatierte Bulls-Team-Manager Friedemann Schmude. Karl Platt meinte im Ziel, er habe „richtig gut drehen“ können.
Simon Stiebjahn/Stefan Sahm (Bulls 3) landeten auf Rang zwölf, eine Position hinter Markus Kaufmann und Thomas Stoll (Dietrich).
Stiebjahn ist ein wenig angeschlagen und nimmt seit gestern Antibiotika. Große Leistungseinschränkungen machten sich aber nicht bemerkbar.

Esther Süss wie ein Moped
Bei den Damen kam es zum erwarteten Duell zwischen Esther Süss/Jane Nuessli und Sally Bigham/Milena Landtwing. Allerdings nicht so im Sinne der beiden Topeak-Ergon-Fahrer, denn Esther Süss und Jane Nüssli (BMC-Wheeler) konnten noch vor der Hälfte der Distanz zu den eine Minute vorher gestarteten Landtwing/Bigham aufschließen.
Milena Landtwing konnte das Tempo ihrer Teamgenossin nicht halten, während ihre Schweizer Landsfrau Ester Süss wie ein Moped den langen Singletrail nach oben kletterte, Nüssli immer am Hinterrad.

Zur Hälfte der 22 Kilometer ging das Duo vorbei und holte langsam aber sicher mehr und mehr Zeit heraus. Nüssli hatte mit der Zeit zwar auch Probleme der Cross-Country-Vize-Europameisterin zu folgen, doch Landtwing hatte dasselbe Thema bei Bigham. Nach 16 Kilometern musste sie sogar Yolanda Speedy und Catherine Williamson (Energas) kurz wieder passieren lassen.
1:57 Minuten lagen bei der Zeitmessung zwischen den Prolog-Siegern dem Topeak-Ergon-Duo. Energas wurde schließlich mit 3:34 Minuten Differenz gemessen.
Das können bei den Damen auch die Kräfteverhältnisse für die nächsten Tage sein.
„Ich bin sehr froh darüber wie es gelaufen ist. Es war mein erster Wettkampf in diesem Jahr“, meinte Esther Süss, die jetzt 18 Etappensiege bei der Cape Epic angehäuft hat.
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