Cape Epic#3: Hattrick für Sauser/Kulhavy – Pech für Bulls

 ACE15_Stage3_Sauser_Kulhavy_acrossthecountry_mountainbike_SR_by Shaun Roy
Dritter Etappensieg für Christoph Sauser (links) und Jaroslav Kulhavy ©Shaun Roy/Sportzpics/Absa Cape Epic

Auch auf den 128 Kilometern von Elgin nach Worcester war das Team Investec-Songo-Specialized nicht zu schlagen. Jaroslav Kulhavy und Christoph Sauser gewannen beim Absa Cape Epic ihre dritte Etappe in Folge und verwiesen das erste Topeak-Ergon-Duo Alban Lakata und Kristian Hynek um 25 Sekunden auf Rang zwei. Deren zweite Paarung Jeremiah Bishop/Robert Mennen eroberte mit 2:11 Minuten Differenz erstmals das Podest einer Etappe.

Das Team Bulls wurde durch einen Reifendefekt bei Karl Platt zurückgeworfen und kam mit 6:48 Minuten Rückstand als Tages-Fünfte ins Ziel.
Bei den Damen fuhren Annika Langvad und Ariane Kleinhans (RECM-Specialized) eine furiose Etappe und holten sich mit großem Vorsprung ihren dritten Etappensieg.

Über die Hälfte des Rennens lagen die fünf favorisierten Teams Investec-Songo-Specialized, Bulls 1, Topeak-Ergon 1 und 2 sowie Multivan-Merida zusammen an der Spitze des Rennens, obwohl Sauser/Kulhavy zwischenzeitlich einmal wegen eines Defekts vom Rad mussten. Der Schweizer und der Tscheche konnten ihre Lück von rund 90 Sekunden aber bald wieder schließen.

Kurz vor der dritten Zeitnahme, etwa bei Kilometer 100, ereilte Karl Platt und Urs Huber jedoch ein Defekt. Platt musste auf der Felge bis in Tech Zone fahren und sein Rad wechseln. Dadurch verlor das Duo drei Minuten, eine Lücke, die sie bis ins Ziel nicht mehr schließen konnten.

Rund zehn Kilometer vor dem Ziel bliesen Christoph Sauser und Jaroslav Kulhavy schließlich zur Attacke. Kulhavy zog das Tempo an, so dass sich das Duo schnell aus der Spitzengruppe absetzen konnte und eine Lücke zwischen sich und seine Verfolger brachte.
Alban Lakata und Kristian Hynek von Topeak-Ergon 1 blieben am längsten dran. Der Österreicher konnte das Tempo jedoch nicht mehr halten. So verloren sie bis ins Ziel noch 25 Sekunden.

Topeak-Ergon 2 mit Robert Mennen und Jeremiah Bishop kam auf Platz drei 2:11 Minuten hinter den Siegern ins Ziel. Am Tag zuvor hatten der Deutsche Ex-Meister und der US-Amerikaner noch eine Zeitstrafe bekommen weil Mennen zu weit vor Bishop ins Ziel kam. Mennen hatte versucht seiner Rolle als Helfer für Lakata und Hynek gerecht zu werden und realisierte nicht, dass Bishop mit Magenproblemen nicht mehr schnell genug vorwärts kam.

Auf Platz vier und fünf folgten Jose Hermida und Rudi van Houts (Mulitvan-Merida/+3:21) sowie Bulls 1, bei denen sich der Rückstand schließlich noch auf 6:48 Minuten summierte.

In der Gesamtwertung haben Sauser/Kulhavy inzwischen ein Polster von 7:21 Minuten auf ihre nächsten Verfolger, Kristian Hynek und Alban Lakata, aufgebaut. Auf Rang drei folgen Jose Hermida und Rudi van Houts (+10:52). Das Bulls-Duo Huber/Platt liegt auf Rang vier (+13:33).

Damen: Erster Podest-Platz für Dahle-Flesjaa und Stirnemann
Bei den Damen gingen Annika Langvad und Ariane Kleinhans offensiv in die Etappe. Mit einer fulminanten Fahrt drehten die Dänin und die in Südafrika verheiratete Schweizerin den Spieß wieder um und kamen mit 29:30 Minuten Vorsprung auf Gunn-Rita Dahle-Flesjaa und Kathrin Stirnemann (World Bicycle Relief) ins Ziel.

Das brachte ihnen das Orangene Leader-Trikot zurück, auch weil Jennie Stenerhag und Robyn Lee de Groot (Ascendis Health) die Führungs-Jerseys kein Glück brachten. Mit 36:25 Minuten Differenz auf die beiden Siegerinnen kamen sie als Sechste ins Ziel.

Dahle-Flesjaa und Stirnemann gelang erstmals der Sprung aufs Podest. Gestern schon berichtete Stirnemann von einer Aufwärts-Tendenz mit „nur noch wenigen Magenkrämpfen“. Heute kam das Duo aus Norwegen und der Schweiz sehr gut durch und schaffte es im Finish Esther Süss und Alice Pirard (Meerendal-Wheeler) auf Rang drei zu verweisen.

„Mir geht es wieder gut“, erklärte Kathrin Stirnemann gegenüber acrossthecountry.net. „Es war ein langer Tag, aber Gunn-Rita und ich fühlten uns heute gut und sind ein konstantes Tempo gefahren. Macht echt Spaß, wir sind ein super Team.“

Sie profitierten auf der längsten Etappe allerdings auch von gesundheitlichen Problemen beim Team Sellaronda Hero. Christina Kollmann musste sich ständig übergeben und kapitulierte irgendwann nach der dritten Verpflegungszone. Sie fuhr zurück in die Verpflegungszone, wo ein Hitzschlag diagnostiziert wurde. Kollmann mit der Ambulanz ins Ziel, während Sally Bigham bis dorthin weiter pedalierte. Wohl um die Möglichkeit offen zu lassen als „Outcast“ weiter zu fahren.

Christine-Kollmann_Liege_acrossthecountry_mountainbike_by-Eyring
Christine Kollmann am Tropf ©Andy Eyring

Mehr zum Topeak-Ergon-Team und den Ereignissen lässt sich auf der schön gemachten Reportage-Seite der Equipe nachlesen.

Nachtrag: Laut Team-Manager Dirk Juckwer berichtet Kollmann von „plötzlich einsetzender innerer Hitze und gleichzeitigem Frösteln“. Kurz darauf habe sie das Bewusstsein verloren und Sally Bigham musste sie wieder „aufwecken“. Beide waren der Meinung, dass sie genug getrunken habe.
Am frühen Nachmittag ging es Kollmann bereits besser. Sally Bigham will die verbleibenden vier Tage als Outcast außer Konkurrenz fortsetzen.

Mareike