Cape Epic#4: Etappensieg für Südafrikaner – Erneut Defekt bei Bulls

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Podestbesetzung der vierten Etappe ©ABSA Cape Epic/Twitter

Die vierte Etappe des Absa Cape Epic über 111 Kilometern in Worcester war geprägt vom Scott-Duo Matthys Beukes und Philipp Buys. Die beiden Südafrikaner attackierten früh und kamen mit ihrem langen Solo bis ins Ziel durch. Aus der Verfolgergruppe holte sich Topeak-Ergon 1 mit Alban Lakata und Kristian Hynek den zweiten Etappenplatz, konnten aber den Dritten Christoph Sauser und Jaroslav Kulhavy (Investec-Songo-Specialized) keine Zeit abnehmen.

Karl Platt und Urs Huber (Bulls 1) verloren durch einen Defekt den Anschluss und kamen mit 4:49 Minuten Rückstand ins Ziel. Gleichzeitig rückten sie aber näher an die Gesamtdritten José Hermida und Rudi van Houts (Multivan-Merida) heran, die Tages-Sechste (+5:24) wurden..
Bei den Damen bauten Annika Langvad und Ariane Kleinhans (RECM-Specialized) ihren Vorsprung durch ihren vierten Etappensieg weiter aus.

Buys/Beukes drückten vom Start weg mächtig auf die Tube. An der ersten Zeitnahme wurden schon 30 Sekunden Vorsprung für das Duo notiert und im weiteren Verlauf des Rennens konnten die beiden Südafrikaner die Lücke noch auf bis zu zehn Minuten Vorsprung vergrößern. Dahinter formierte sich eine Gruppe mit allen Favoritenteams, unter anderem Investec-Songo-Specialized, Topeak-Ergon 1 und 2, Multivan-Merida sowie Bulls 1.

Kurz nach der dritten Zwischenzeit erlebten die Lokalmatadoren jedoch eine kleine Schrecksekunde. Buys ging zu schnell in einer Kurve und stürzte in die Büsche. Er konnte sich aber wieder schnell aufrappeln und setzte die Fahrt an der Spitze fort. «Ich bin direkt über den Lenker in die Büsche gefallen. Zum Glück ist nichts weiter passiert. Das war schon ein ziemlich panischer Moment, aber das ist Mountainbiken», erzählte Buys im Ziel.

Kurz zuvor hatten hinten bei den Verfolgern Hynek/Lakta das Tempo angezogen und rissen mit Sauser/Kulhavy und Platt/Huber eine kleine Lücke. Doch bald konnte das Team Bulls 1 nicht mehr folgen, so dass Investec-Songo-Specialized und Topeak-Ergon 1 alleine in der Verfolgung weiterfuhren.

«Wir hatten schon wieder einen Platten», berichtete Bulls-Fahrer Karl Platt im Ziel. «Gestern einen Platten, heute einen Platten. Wir waren mit Kulhavy/Sauser vorne dabei und haben uns sehr gut gefühlt. Aber dann mussten wir am letzten Waterpoint anhalten und das Rad wechseln. Wir sind sehr enttäuscht», so Platt, der sich aber schon wieder kämpferisch zeigte: «Die Cape Epic ist lang, wir werden weiterkämpfen.»

Ins Ziel konnten Philip Buys und Matthys Beukes 3:31 Minuten Vorsprung retten. «Das ist heute ein besonderer Tag. Es war unser Ziel, einen Etappensieg bei der Cape Epic zu holen. Wir haben sehr gut zusammen gearbeitet. Ich habe mich auch gut gefühlt, meine Beine waren besser als in den ersten Tagen. Wir hatten schnell ein Loch von etwa 30 Sekunden und als wir nach dem Downhill immer noch so weit vorne lagen dachten wir, ‘ja, das ist es’», so Buys. «Wir haben mit dem Sieg nun eine Menge Selbstvertrauen getankt und sind hoch motiviert. Wir freuen uns schon auf die restliche Woche bei der Cape Epic», fügte Beukes an.

Lakata: Werden Susi und Jaro weiter unter Druck setzen
Den zweiten Platz machten Hynek/Lakata und Sauser/Kulhavy im Sprint aus, wobei Topeak-Ergon 1 die Nase vorn hatte. «Endlich mal ein zweiter Platz, besser wäre natürlich aber endlich sein Sieg. Es ist ein bisschen wie David gegen Goliath. Aber Susi und Jaroslav sind auch nur Menschen. Im Moment können wir nur versuchen, sie unter Druck zu setzen. Wir werden weiter versuchen eine Etappe zu gewinenn, aber es wird schwer», so Alban Lakata.

Karl Platt und Urs Huber von Bulls 1 kamen als Vierte (+4:49) ins Ziel, das Team Topeak-Ergon 2 mit Robert Mennen und Jeremiah Bishop überquerte auf Rang fünf zeitgleich mit Jose Hermida und Rudi van Houts von Mulitvan-Merida (+5:24) den Zielstrich.

Buys und Beukes wurden den Spitzenreitern in der Gesamtwertung trotz ihrer furiosen Fahrt nicht gefährlich. So führen Jaroslav Kulhavy und Christoph Sauser weiter mit 7:21 Minuten Vorsprung auf Kristian Hynek und Alban Lakta. Jose Hermida und Rudi van Houts büßten etwas an Zeit ein und haben auf Platz drei nun 12:45 Minuten Rückstand.

Von Jochen Käß wurde ein schwerer Sturz gemeldet. Er und sein Meerendal Centurion-Vaude-Partner Daniel Geismayr waren lange Zeit in der Verfolgergruppe, ehe Käß dann vom Bike flog. Die näheren Umstände, bzw. Folgen waren am Mittag noch nicht bekannt. Beide kamen als Tages-Neunte ins Ziel und sind jetzt Gesamt-Sechste.

Damen: Langvad und Kleinhans wieder souverän
In der Damen-Konkurrenz ließen Annika Langvad und Ariane Kleinhans (RECM-Specialized) erneut nichts anbrennen. Souverän fuhren sie zu ihrem nächsten Etappensieg, den sie sich mit 20:35 Minuten Vorsprung auf Jennie Stenerhag und Robyn Lee de Groot (Ascendis Health) sicherten. Dritte wurden Esther Süss und Alice Pirard (Meerendal Wheeler). Damit vergrößerten Langvad/Kleinhans auch wieder ihren Vorsprung im Gesamtklassement. 29:54 Minuten beträgt dieser nun auf Stenerhag/De Groot.

Autoren: Mareike Engelbrecht/Erhard Goller