Cape Epic#6: Die Kannibalen machen keine Geschenke

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Hauchdünn am ersten Etappensieg vorbei: Kristian Hynek und Alban Lakata ©Shaun Roy/Absa Cape Epic/Sportzpics


Etappensieg Nummer fünf für Investec-Songo-Specialized: Christoph Sauser und Jaroslav Kulhavy gewannen auch den 71 Kilometer langen Tagesabschnitt mit Start und Ziel in Wellington. Im Sprint bezwangen sie Kristian Hynek und Alban Lakata hauchdünn. Auf Rang drei erreichte das Scott-Duo Philipp Buys und Matthys Beukes das Ziel, 2:42 Minuten zurück.

Karl Platt und Urs Huber erwischten keinen guten Tag. Das Bulls 1-Duo kam an neunter Stelle mit 13:26 Minuten Rückstand ins Ziel, verteidigte aber Rang drei in der Gesamtwertung weil José Hermida weiter an Problemen im Verdauungstrakt leidet und mit Multivan-Merida-Partner Rudi van Houts mit noch viel mehr Zeit verlor.
Auch Annika Langvad und Ariane Kleinhans setzten ihre Dominanz fort und standen zum sechsten Mal ganz oben auf dem Podest.

Es wurden keine Geschenke gemacht und auch keine angenommen. Auch nicht am vorletzten Tag der 12. Absa Cape Epic. Christoph Sauser und Jaroslav Kulhavy holten sich im Duell mit Alban Lakata und Kristian Hynek am siebten Tag ihren fünften Etappensieg und werden damit zu “Kannibalen” wie einst Eddy Merckx. Allerdings wären der Schweizer und der Tscheche durchaus generös gewesen, wenn nicht….

Zum Verlauf der sechsten Etappe:
Zu Beginn machten Buys und Beukes Tempo, so dass eine drei Teams starke Spitzengruppe entstand. Die erste Hälfte der Etappe fand im Regen statt und Alban Lakata, der diese Bedingungen mag, machte viel Druck.
Das kostete das Scott-Duo den Anschluss, so dass die beiden besten Teams dieser Woche zu viert durch die zahlreichen Singletrails surften.
Lakata und Hynek, die bereits drei zweite Plätze auf ihrem Konto hatten, trachteten nach dem Etappensieg und Lakata übernahm etwa vier Kilometer vor dem Ziel die Spitzenposition.

„Ich wusste von der Etappenankunft gestern, dass es auf den letzten Kilometern schwer werden würde zu überholen“, erklärte Lakata. Sein Kompagnon Hynek sprach dann von einem Fehler, den er vor der letzten Kurve gemacht habe, so das Sauser mit Tempo außen vorbei gehen konnte und eine halbe Laufrad-Länge vor dem tschechischen Konkurrenten die Ziellinie überquerte.

Sports-Geist: Lakata will um den Sieg sprinten
Christoph Sauser offenbarte nach seinem insgesamt 36. Cape-Epic-Etappensieg, warum es trotz der klaren Führung einen Tag vor dem Ende des Rennens keine Geschenk an Lakata und Hynek gab.

„Ich habe Alban gefragt, ob sie den Etappensieg wollen oder drum kämpfen. Er hat zehn Sekunden lang überlegt und dann gesagt: lass uns sprinten.“ Er finde diesen Sportsgeist großartig und auch für die Zuschauer sei das interessanter als ein abgesprochenes Finale.

„Wir sind schon enttäuscht, dass es nicht gereicht hat“, bekannte Kristian Hynek und kündigte genauso wie Alban Lakata an, dass man am Schlusstag in Meerendal nach vier zweiten Plätzen noch mal alles versuchen werde den heiß ersehnten Etappensieg zu holen.
In der Gesamtwertung führt das Team Investec-Songo-Specialized vor der letzten Etappe mit 10:51 Minuten Vorsprung auf Topeak-Ergon 1 und jetzt 29:10 Minuten vor Karl Platt und Urs Huber.

Bulls verteidigt Rang drei
Das Bulls-Team erwischte keinen guten Tag, besser gesagt: Urs Huber. „Als die Scott-Jungs attackiert haben, war ich vorne mit dabei, habe dann aber gemerkt, dass Urs Probleme hat. Wir haben dann auf Multivan-Merida geschaut und gesehen, dass es denen noch schlechter ging“, erklärte Karl Platt. „Wir haben uns dann entschieden nicht mehr Vollgas zu fahren. Wir sind immer noch Dritter, insofern ist das okay.“

Noch vor ihnen kam Robert Mennen mit Partner Jeremiah Bishop (Topeak-Ergon 2) auf Rang acht (+11:15) ins Ziel.
Jochen Käß und Daniel Geismayr erreichten mit 14:30 Minuten Differenz auf Rang zehn das Campus in Wellington.

Damen: Keine Konkurrenz für Langvad/Kleinhans
Bei den Damen gibt es für die Titelverteidigerinnen keine Konkurrenz. So lange Ariane Kleinhans und Annika Langvad keine falschen Abzweigungen nehmen, wie auf der dritten Etappe, ist das RECM-Specialized-Duo nicht zu bezwingen.
Sie lagen auch auf der vorletzten Etappe deutlich vor dem Duo Jennie Stenerhag/Robyn Lee de Groot (Ascendis Health) und der Paarung Mariske Strauss/Cherie Vale (Novus OMX).

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