Christian Pfäffle: Vom Glücksgriff zum Profi-Vertrag

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2017 in Schweizer Diensten: Christian Pfaeffle ©Erhard Goller

Seine Hoffnung hat sich erfüllt, sein Plan ist aufgegangen: Christian Pfäffle hat beim Möbel Märki Racing Team seinen ersten Profi-Vertrag unterschrieben. Bei der Schweizer Equipe will der Schwabe den eingeschlagenen Weg fortsetzen und sich auch in der Weltrangliste weiter verbessern.

Vor zwölf Monaten war Christian Pfäffle erst einmal froh, dass er beim Stevens MTB Team einen Vertrag unterzeichnen konnte. Der Sportsoldat hatte zwei durchwachsene U23-Jahre hinter sich und damit beim Übertritt in die Elite-Kategorie nicht viele Argumente vorzuweisen. Jedenfalls nicht genügend, um ein internationales Top-Team zu überzeugen. So war der Vertrag mit Stevens ein Zwischenschritt auf dem Weg zu einem Profi-Kontrakt, ein Jahr, in dem er sich für mehr empfehlen wollte. Der Plan ist aufgegangen, die Hoffnung hat sich erfüllt.

Für Stevens war er ein „Glücksgriff“ wie Florian Schröder von der Hamburger Bike-Schmiede im Nachhinein sagt. Auf einem Prototypen von Stevens wurde Christian Pfäffle bei der WM in Nove Mesto 15. „Christian hat uns bei der Entwicklung des Carbon-Fullys mit seinen Tipps vorangebracht“, sagt Schröder.

Ergebnisse, die interessant machen

Die WM war sicher das herausragende Resultat, aber längst nicht das einzige überzeugende in der Saison 2016. Mehrfach raste er beim Weltcup aus einer hinteren Startposition weit nach vorne und setzte die Bestmarken in Sachen Überholvorgänge. Bei der DM in Wombach wurde er Dritter, nachdem er durch einen Defekt die Spitzengruppe verloren hatte. In der Weltrangliste machte Pfäffle einen Sprung von Position 552 auf 73.

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Das Rennen mit Ausrufen-Zeichen: Christian Pfäffle auf dem Stevens-Prototypen bei der WM auf dem Weg zu Rang 15  ©Traian Olinici

Mit diesem Pfund konnte der 23-Jährige wuchern. Einfach war es allerdings nicht für Pfäffle ein Team zu finden, das ein internationales Wettkampf-Programm bestreitet (und finanziert) und ihm damit eine komfortablere Grundlage bieten kann als Stevens, das sich vor allem auf den deutschen Markt konzentriert.

Drei Profi-Teams werden im Übergang von 2016 zur nacholympischen Saison 2017 von der Bildfläche verschwinden, so dass viele gute Athleten auf der Suche nach einer neuen Formation waren.

..und dann geht alles ganz schnell

Dass Christian Pfäffle bei Möbel Märki gelandet ist, das ist aber eher einem Zufall geschuldet. Als sich Verhandlungen mit einem anderen Team zerschlugen, da baute jemand von dort freundlicherweise die Brücke zur Schweizer Equipe. Es kam zehn Minuten darauf zum Kontakt und zwei Tage später unterschrieb Christian Pfäffle einen Vertrag.

„Ich hatte Möbel Märki gar nicht so auf dem Schirm“, bekennt der Neuffener. Aber beim ersten Aufeinandertreffen waren beide Parteien sofort voneinander überzeugt. Team-Chef Roger Märki legt Wert darauf, dass es charakterlich passt und bodenständige Christian Pfäffle sieht etwas Besonderes an der eidgenössischen Crew. „Das Team tanzt etwas aus der Reihe, ich finde das cool“, sagt Pfäffle. Dieses „Aus-der-Reihe-tanzen“ bezieht sich darauf, dass es für den Unternehmer Märki eher ein Liebhaber-Projekt ist, denn ein Marketing-Instrument.

Kein Sofa, aber eine gute Ausstattung

„Was ich bei Möbel Märki bekomme, ist alles was ich wollte und brauche“, sagt Pfäffle und meint damit kein Sofa oder eine neue Küche, sondern die Ausstattung mit Geld und Material. „Es ist super, so wie es ist. Mit der Bundeswehr und dem Team im Rücken kann ich mich nicht beklagen“, hebt Christian Pfäffle hervor.

Bereits Mitte Oktober hat er per Trainingslager in Spanien mit dem Formaufbau begonnen. Also zwei Wochen früher als die Mountainbiker normalerweise beginnen. „Ich habe mir vorgenommen dieses Jahr Pause zu machen, bis ich wieder Bock habe. Und das war dieses Jahr schon früher weil ich auch diese Grund-Leere nicht hatte“, so der frühere Deutsche U23-Meister.

Man darf gespannt sein, wie dieser junge, seriöse Sportsmann mit der besseren Unterstützung durch das Jahr 2017 kommt.