Crocodile Trophy: Vierter Gesamtsieg für Urs Huber

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Urs Huber gewinnt zum vierten Mal die Crocodile Trophy. Hinter ihm, verdeckt, Sebastian Carabin und der Österreicher Matthias Grick (KTM Ebner), der Gesamtsechster wurde ©Regina Stanger/Crocodile Trophy

Die achttägige Crocodile Trophy in Australien ist mit dem Sieg des Schweizers Urs Huber zu Ende gegangen. Der Bulls-Fahrer gewann den Schluss-Abschnitt von Wetherby nach Port Douglas und damit seine fünfte Etappe. Wie über die gesamte Woche war Sebastian Carabin (Merida-Wallonie-Vojo Mag) ein fast ebenbürtiger Gegner. Der Belgier wurde Gesamt-Zweiter vor seinem Landsmann Michiel van Albroeck (WMTB.be). Bei den Damen gewann Alice Pirard (Merida Wallonie) vor Annemiek van Vleuten (Orica-AIS/Scott), der auf der sechsten Etappe ein Kunststück gelang.

 

Urs Huber hat’s im Griff gehabt. Er und Carabin waren bei der Crocodile Trophy von Cairns nach Port Douglas eine Klasse für sich. Michiel van Albroeck war am Ende über eine Stunde hinter dem Duo, das fast jeden Tag gemeinsam unterwegs war.

Auch auf der sechsten Etappe mit Start und Ziel in Skybury, als es auf den 49 Kilometern mit nur 400 Höhenmetern zu einer kuriosen Situation kam.

Die etatmäßige Straßenfahrerin Annemiek van Vleuten, die auf der vierten Etappe ihre Führung und jegliche Chance auf den Gesamtsieg durch eine falsche Route einbüßte, griff aus dem bummelnden Feld heraus an.

Außer ihrem niederländischen Landsmann Stef de Louwere (Veco Cycling Team) ging niemand mit und eine Verfolgung wurde auch nicht organisiert. So kam es zur kuriosen Situation, dass de Louwere als Ausreißer nach 1:31:28 Stunden einen Etappenerfolg feierte und van Vleuten 55 Sekunden dahinter Tages-Zweite wurde.

Das Verfolgerfeld, angeführt vom Belgier Michael Meysman kam mit gut drei Minuten Rückstand ins Ziel, Huber und Carabin zusammen auf den Plätzen vier und fünf.

Die beiden letzten Etappen gingen dann noch mal an Huber, jeweils mit Sekunden-Abstand auf Carabin. Damit kann Urs Huber fünf Bumerangs in seinem Reisegepäck verstauen, denn die gibt es bei der Crocodile Trophy für Etappensiege.

Für den Eidgenossen aus dem Kölner Bulls-Team ist es der vierte Gesamterfolg (09,10,15,16) bei dem Etappenrennen im Regenwald und im Outback von Australien. Dafür gibt’s den…puhh… Kopf eines Krokodils.

Damit zieht Huber mit Jaap Viergever aus den Niederlanden gleich, der 97, 99, 01 und 02 gewonnen hat.

Damen: Van Vleuten nach ihrem Horrorsturz wieder fit

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Das ungewöhnliche Spitzenduo von der sechsten Etappe: Stef de Louwere und Annemiek van Vleuten ©Regina Stanger/Crocodile Trophy

Bei den Damen stand Alice Pirard ganz oben. Die Belgierin hatte das Glück, dass Annemiek van Vleuten, gemeinsam mit zwei Herren, auf der vierten Etappe übersehen hat und rund eineinhalb Stunden verlor. Die Niederländerin gewann vier von acht Etappen.

Annemiek van Vleuten, das ist übrigens die Straßenfahrerin, die vor zehn Wochen bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro in Führung liegend diesen Horror-Sturz hatte, der für so viel Erschrecken und Aufsehen gesorgt hat. Sie war regungslos am Straßenrand liegen geblieben, die Verletzungen stellten sich aber zum Glück als nicht so dramatisch heraus. Wie man jetzt in Australien besichtigen konnte, wo sie laut eigener Homepage die Teilnahme an der Crocodile Trophy mit Urlaub verbindet.

Van Vleuten wurde mit 44:15 Minuten Rückstand noch Zweite, vor der Australierin Ruth Corset (+1:06:27).

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