Cross-DM Queidersbach: Webers drittes Silber in zwölf Monaten – Pfäffle und Klein überzeugen

 

 Marcel Meisen (Steyleaerts) wiederholte bei der Cyclo-Cross-DM in Queidersbach seinen DM-Triumph von 2015 und siegte  vor Sascha Weber (Focus CX) und Philipp Walsleben (Beobank-Corendon). MTB-Spezialist Christian Pfäffle (Möbel Märki) lieferte als Siebter ein überzeugendes Rennen ab. Bei den Damen ging der Titel an Jessica Lambracht, in der U23 holte sich zwei Mountainbikerin Silber und Bronze und auch bei den Junioren stand ein MTBler auf dem Podest.

 

Die Ergebnisse der laufenden Cross-Saison bestätigten sich in Queidersbach. Zumindest was den Sieger angeht. Marcel Meisen, der Anfang der Woche auch schon in Meilen gewonnen hatte, drückte dem Rennen seinen Stempel auf und gewann souverän vor Sascha Weber.

“Es war heute ein perfekter Tag. Ich konnte das Rennen kontrollieren und ich hatte auch keine Zweifel, dass es diesmal nicht reichen sollte”, meinte Meisen.

Der in Freiburg lebende Weber, das gab er so en passent bekannt, wird sich künftig mehr auf die MTB-Disziplin, respektive Marathon konzentrieren. „Mit Rocky Mountain habe ich ein gutes Team gefunden, das mir erlaubt die MTB-Saison zu bestreiten“, erklärte Weber, der über seine dritte Silber-Medaille binnen zwölf Monaten gar nicht enttäuscht war.

Weber: Spiegelt die Saison wieder

„Nein, ich bin glücklich über den zweiten Platz. Die DM spiegelt die Saison wieder, Marcel war der Stärkste. Das ist kein Zufall, schließlich hat er diesen Winter gezeigt, dass er auch im Weltcup unter die besten Zehn fahren kann“, kommentierte Sascha Weber.

 170108_03175_by_Kuestenbrueck_GER_Queidersbach_CX_NCh_ME_WeberS
Drittes Silber: Sascha Weber ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Er selbst sei mit den Bedingungen am Sonntag nicht so gut zurecht gekommen wie am Training am Tag zuvor. „Ich hatte ein paar kleine Schnitzer, wodurch ich auf den nassen Boden gefallen bin. Körperlich bin ich auf der letzten Rille gefahren“, so Weber, der 39 Sekunden Rückstand aufwies.

Dennoch konnte er Ex-U23-Weltmeister Philipp Walsleben auf Distanz halten und nach Cross-DM 2016, Marathon-DM 2016 zu Beginn des Jahres 2017 erneut Silber gewinnen. Walsleben hatte als Dritter 53 Sekunden Differenz.

Damit endete die DM wie schon die Deutsche Cross-Meisterschaft vor zwei Jahren. Im Vorjahr waren die Plätze zwischen Meisen und Walsleben getauscht. Hätte man auch das Foto aus 2015 nehmen können: DM-Podium bei den Herren von links: Sascha Weber, Marcel Meisen und Philipp Walsleben ©Armin M.Küstenbrück/EGO-Promotion

 

Pfäffle: Ist super gelaufen

Eine starke Vorstellung bot Christian Pfäffle. Der Mountainbiker vom Schweizer Möbel Märki Racing Team hatte sich zwar nicht explizit auf die DM vorbereitet, kam jedoch bestens zurecht. „Ich habe schon versucht in der vergangenen Woche die Puls-Zahl hoch zu bekommen, damit ich nicht ganz ins kalte Wasser geworfen werde, aber ich war eigentlich nicht auf dem Rad, sondern habe Kraft-Training gemacht und bin auch in Kirchheim den Silvesterlauf mitgelaufen“, berichtete Pfäffle.

 Thank you for creating with WordPress. Version 4.4.5 Insert Media Filter by type Filter by date Search Media Uploading 1 / 1 – 170108_03144_by_Kuestenbrueck_GER_Queidersbach_CX_NCh_ME_Pfaeffle_1000.jpg Attachment Details 170108_03144_by_Kuestenbrueck_GER_Queidersbach_CX_NCh_ME_Pfaeffle_1000
Erstmals im Möbel-Märki-Trikot: Christian Pfäffle ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Der 23-Jährige hatte in der Startphase seine Probleme, kam dann aber „richtig gut in Tritt“. Er setzte sich in der zweiten Verfolgergruppe durch und belegte Rang sieben (+2:57).

„Es ist super gelaufen. Vom Training her bin ich genau da, wo ich sein wollte“, meinte der Neuffener.

 

Bauers Pech, Milatz erstes Cross-Rennen

Markus Bauer lag rund zehn Sekunden vor Pfäffle als er sich direkt nach der Wechselzone einen Defekt einfing. „Das war die ungünstigste Stelle“, ärgerte er sich. So musste er eine halbe Runde auf der Felge fahren und fiel auf Rang 14 zurück. Dort beendete er auch das Rennen (+4:54). „Ich hatte nicht die Form wie 2016, als ich Fünfter wurde. Ich konnte die Lücke nicht mehr schließen. Das wusste ich und deshalb war es ein Trainingsrennen, das passt schon“, meinte Bauer.

Vor ihm landete noch sein Kreidler-Teamkollege Moritz Milatz. Als Zehnter hatte er 3:12 Minuten Rückstand auf Meisen (1:01:13). „Für’s erste Cross-Rennen mit Vorbereitung nur auf Langlauf-Skiern war’s schon gut. Das Grundtempo war gut, aber die Spitzen haben gefehlt“, erklärte Milatz.

Sieben Sekunden hinter ihm folgte mit Wolfram Kurschat (Kurschat Consulting-Müsing) auf Platz elf, Gerrit Rosenkranz (Merida-Schulte) wurde 13. (+4:21). “Bis Platz fünf, sechs war der Abstand nicht groß, es hat Spaß gemacht und Platz elf ist doch gut”, meinte Kurschat zufrieden. Noch mehr freute er sich über seinen Teamkollegen am Tag zuvor: “Wichtiger ist das Lukas (Baum) gewonnen hat.”

Mehr Ergebnisse

Damen: Hanna Klein verliert Luft aber nicht die Lust

Hanna Klein beendete das Damen-Rennen auf Platz sechs. Sie nahm die Meisterschaft mehr als Trainingsrennen und war nicht so ausgestattet, wie man das beim Cross sein sollte. Ein zweites Rad zum Tauschen stand der Superior-Fahrerin nicht zu ihrer Verfügung und so musste sie einen möglichen vierten Platz hergeben weil sie aus dem hinteren Reifen Luft verloren hatte.

 170108_01370_by_Kuestenbrueck_GER_Queidersbach_CX_NCh_ME_Klein
Kam überraschend gut zurecht: Hanna Klein ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

„Dadurch musste ich an den Stufen und über die Schläge vorsichtiger fahren und konnte meine technischen Fähigkeiten nicht ausnutzen“, erklärte Klein. „Es ist ein bisschen schade, aber ich denke, ich kann zufrieden sein. Diesmal war es nur Training, vielleicht versuche ich das nächstes Jahr mal ernsthafter anzugehen. Es macht ja eigentlich Spaß“, meinte die Freiburgerin ganz gut gelaunt, die 3:04 Minuten Rückstand aufwies.

In Abwesenheit der schwangeren Titelverteidigerin Elisabeth Brandau wurde siegte Favoritin Jessica Lambracht (Stevens Racing) 31 Sekunden vor ihrer Teamkollegin Stefanie Paul und 2:09 Minuten vor Lisa Heckmann, die ebenfalls für Stevens fährt.

 

Zweimal MTB-Bronze, einmal MTB-Silber beim Nachwuchs

In der weiblichen U23 schafften mit Lucille Rutsch (Storck Bicycle Team) und Nina Küderle vom TSV Böhringen zwei Mountainbikerinnen den Sprung aufs Podest. Beide sind eigentlich Juniorinnen, doch weil für diese Kategorie bei den Damen keine DM ausgeschrieben wird, standen beiden in der U23 an der Startlinie.

Der Titel ging an Straßenfahrerin Larissa Luttuschka (Cottbus), die nach 43:34 Minuten mit 1:08 Minuten Vorsprung auf Lucille Rutsch und 1:50 Minuten vor ina Küderle gewinnen konnte.

Im Lager der Junioren eroberte Tim Wollenberg, der die Cross-Saison für Stevens bestreitet, die Bronze-Medaille. Das Junioren-MTB-Nationalkader-Mitglied aus Augsburg überquerte mit 1:42 Minuten Rückstand auf den überragenden Junioren-Straßen-WM-Dritte Niklas Märkl (Focus CX), der mit 57 Sekunden Vorsprung auf David Westhoff-Wittwer (Stevens Racing) gewinnen konnte.

Julian Rottmann vom Team Fujibikes-Rockets wurde mit 2:51 Minuten Differenz Siebter.

Die MTB-Bundestrainer Peter Schaupp und Marc Schäfer freuten sich über die Leistungen ihrer Kandidaten. Allerdings, so Schaupp, würde man die Cross-Aktivitäten sicher nicht intensivieren. Weil sonst der Einfluss auf die Mountainbike-Saison zu groß werden würde.

Mehr Ergebnisse