Cross-Notizen: Medaillensegen für die MTB-Fraktion

Auch wenn Offroad nicht gleich Offroad ist: Mountainbiker im Cyclo-Cross, das ist in den vergangenen Jahren immer mehr zur Normalität geworden, auch bei den nationalen Meisterschaften. In anderen Ländern zum Teil schon früher als in Deutschland. Und teilweise dominieren die etatmäßigen Breite-Reifen-Spezialisten auch den Wintersport. Wie Eva Lechner in Italien oder Simon Andreassen in Dänemark. Auch in Österreich, der Schweiz, etc…Cross-Notizen von den Titelkämpfen.

 

Eva Lechner (Luna Pro Team) ist das Parade-Beispiel für die Kombination von Cross-Country und Cyclo-Cross. Sie kämpft auch im Winter-Weltcup um Siege und Podestplätze. Dass sie am Sonntag in Trebaseleghe zum achten Mal Italienische Meisterin im Cyclo-Cross wurde, war keine Überraschung. Sie hätte nach der MTB-Saison eine längere Pause gemacht weil sie sich sehr müde gefühlt habe, so Lechner in italienischen Medien. „Jetzt bin ich wieder fit und das Ergebnis ist eine große Freude für mich. Ich sehe, ich bin die Beste, aber ich freue mich auch, dass sich im Radcross in Italien einiges bewegt“, sagte Lechner und meinte damit auch Alice Maria Arzuffi, die mit 40 Sekunden Rückstand Zweite wurde. Hinter Alessia Buleri belegte mit Anna Oberparleiter eine weitere MTB-Fahrerin Rang vier. In der U23 war es mit Chiara Teocci auch eine Mountainbikerin, die allerdings auch schon U23-Europameisterin im Radcross ist.

Bei den Herren duellierten sich mit Marco Fontana (Cannondale) und Gioele Bertolini zwei Cross-Country-Fahrer um das Trikot. Mit einem gelungenen Überholmanöver verteidigte Bertolini seinen Titel vor Fontana. Dritter wurde mit Luca Braidot noch ein Athlet, der aus dem MTB-Sport kommt.

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In der Schweiz ärgerte sich Titelverteidiger Lars Forster (BMC Racing) über ein Missgeschick in der vorletzten Runde, das ihn möglicherweise das Meisterjersey gekostet hat. Durch einen Sturz auf dem matschigen Untergrund kassierte er in Dielsdorf fünf Sekunden Rückstand auf seine beiden Fluchtgenossen Julien Taramarcaz und Nicola Rohrbach (goldwurstpower.ch/Felt).

Mit aller Macht jagte er den Konkurrenten hinterher und schloss 500 Meter vor dem Ziel doch noch mal auf. Forster schoss aus der dritten Position an Rohrbach vorbei, klickte aber aus dem Pedal und war nicht mehr in der Lage im Sprint dagegen zu halten. So wurde er zeitgleich mit Taramarcaz „nur“ Zweiter und war enttäuscht. „Ich habe zu viele Fehler gemacht…und dieser Sturz war einer zu viel“, wird Forster in einer BMC-Pressemitteilung zitiert.

Nicola Rohrbach, auch ein Mountainbiker, der sehr offensiv agierte, wurde wie schon im Jahr zuvor Dritter.

Hinter Fabian Lienhard belegte Forsters Teamkolllege Lukas Flückiger Platz fünf (+27,3s), vor Marcel Wildhaber (Scott-Sram, +27,5). Dessen neuer Teamgenosse Matthias Stirnemann belegte Rang acht (+49,9,) Andri Frischknecht aus dem selben Rennstall wurde Zehnter (+1:12).

Bei den Damen musste die dreifache Meisterin Sina Frei (jb Brunex-Felt) wegen einer Entzündung im Bein passen, so dass Jasmin Egger-Achermann (Ateam2Rad/Focus) mit drei Sekunden Vorsprung auf Lise-Marie Henzelin (KTM Selle SMP) zu ihrer Nachfolgerin wurde und gleichzeitig ihren siebten Cross-Titel einfahren konnte. Auf Rang drei landete mit Nicole Koller (Möbel Märki) eine etatmäßige Mountainbikerin (+48,2s), Kathrin Stirnemann (Radon Factory Racing) wurde Fünfte (+2:45).

Bei den Juniorinnen landeten zwei Mountainbikerinnen ganz vorne. Nadja Grod und Lara Krähemann (beide jb Brunex-Felt) fuhren zu Gold und Silber vor Tina Züger (Tower Sports Eschenbach), die auch auf dem MTB unterwegs ist.

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In Österreich scheint es kaum Cross-Spezialisten zu geben, denn auf dem Podest standen bei den Meisterschaften in Stadl Paura Gregor Raggl (Möbel Märki), Daniel Federspiel (Scott) und Felix Ritzinger drei MTBler auf dem Podest.

Nadja Heigl stand bei den Damen ganz oben. Sie fährt zwar MTB, bestreitet aber auch die ganze Cross-Saison. Die Junioren-WM-Dritte Lisa Pasteiner, gerade erst zu Ghost gewechselt, wurde Zweite vor Silke Mair.

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In Frankreich stand mit Helene Clauzel die Vize-Europameisterin der Juniorinnen als Dritte auf dem Podest, hinter Caroline Mani und Juliette Labous. Bei den Herren wurde U23-Vizeweltmeister Victor Koretzky immerhin Fünfter.

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In Dänemark wiederholte Simon Andreassen (Specialized Racing) seinen Vorjahres-Erfolg und verwies dabei Sebastian Fini Carstensen (CST Sandd American Eagle) auf Platz zwei. Kenneth Hansen wurde Dritter.

Und für Malene Degn gab es im ersten Auftritt für Ghost gleich einen Titel. Die 20-Jährige siegte vor der 18-jährigen Caroline Bohe, auch einer Mountainbikerin. Bronze ging an Mie Saabye.

Auf den Ergebnis-Seiten der UCI finden sich noch einige weitere Mountainbiker in den Meisterschafts-Ranglisten.