Cyclo-Cross: „MTB-Doppelsieg“ in Namur

Nash_Lechner_Screenshot_Weltcup-Namur
Attacke: Katerina Nash und Eva Lechner ©Screenshot Telenet UCI Cyclo Cross-Weltcup

Auf dem Kurs des Cyclo-Cross-Weltcups in Namur, Belgien, sind (auch) Mountainbike-Qualitäten gefragt. Katerina Nash und Eva Lechner nutzten das zu einem Doppelsieg für das Luna Pro Team. Bei den Herren siegte nach einem faszinierenden Rennen zum dritten Mal in Folge Mathieu van der Poel (Beobank-Corendon). Bester Deutscher: Marcel Meisen (Styleaerts) auf Rang neun. Bester Mountainbiker: Severin Sägesser aus der Schweiz auf Platz 14.

 

Vorweg: Ob man Katerina Nash jetzt als Cyclo-Cross fahrende Mountainbikerin oder mountainbikende Cyclo-Crosserin (mit Skilanglauf-Vergangenheit) bezeichnen will, das darf jeder für sich entscheiden. Für das Zweite spricht, dass es die Tschechin in der Winter-Disziplin jetzt auf fünf Weltcup-Siege bringt, während es auf dem Mountainbike bisher „nur“ zu einem gereicht hat.

Auf jeden Fall hat Nash einen MTB-Hintergrund und es ist deshalb auch nicht verwunderlich, dass sie zwei ihrer Siege in Namur einfahren konnte.

Sie bildete mit ihrer Luna-Teamgenossin Eva Lechner ein Spitzenduo, ehe die Italienerin in Runde zwei durch einen Reifendefekt auf Platz sechs zurückfiel. Lechner präsentierte sich aber in formidabler Verfassung, kassierte in der Schlussrunde noch die Weltcup-Gesamtführende Sophie de Boer (KALAS-NNOF) und belegte mit zwölf Sekunden Rückstand auf Nash Platz zwei.

Die Siegerin hatte in Runde drei an der Spitze Gesellschaft von de Boer bekommen, die Niederländerin aber zu Beginn der Schlussrunde abschütteln können.

Mit Evie Richards aus Großbritannien war eine Fahrerin als Elfte beste U23-Crosserin, die man ebenfalls als Bikerin kennt. Ähnlich ist das bei Chiara Teocci (Italien) auf Rang 14.

 

Sägesser kontinuierlich nach vorne

Diese Position belegte bei den Herren ein Schweizer, der seine Karriere als Mountainbiker gestartet hat, für den RC Gränichen fährt und von MTB-Nationaltrainer Bruno Diethelm gecoacht wird: Severin Sägesser (Schmid Velosport).

Der 24-jährige Eidgenosse fährt seit 2006 auch Cross, aber so stark war er noch nie.  Er arbeitet sich konstant nach vorne und erreichte das Ziel schließlich mit 3:10 Minuten Rückstand, vier Sekunden hinter Philipp Walsleben (Beobank-Corendon), der zum Schluss immer stärker wurde und am Ende nach Marcel Meisen (+2:33) zweitbester Deutscher war. Sägesser würde sich aber wohl eher als Cross-Spezialist bezeichnen, der im Sommer Mountainbike fährt.

Vorne vergab Weltmeister Wout van Aert (Cerlan-Vastgoedservice) seine Siegchance. Der Belgier leistete sich gleich dreimal Fahrfehler, so dass er jedes Mal den Kontakt zu Mathieu van der Poel verlor.

Der Niederländer lag bereits Ende der ersten Runde alleine vorne, bekam aber zweimal wieder Gesellschaft von van Aert, ehe der sich in der vorletzten Runde durch endgültig um seine Chancen brachte. Dass er mit 16 Sekunden Differenz dennoch Zweiter werden konnte, spricht für seine Klasse. Platz drei ging an Kevin Pauwels (Marlux-Napoleon, +0:27).

Erwähnenswert aus Sicht der Mountainbiker ist noch der 22. Platz von Nicola Rohrbach (Goldwurstpower-Felt, +4:21) und Platz 30 (+5:22) für Sascha Weber (Focus CX).