Cyprus Sunshine Cup#2, Amathous: Knallhart zwischen den Ruinen

Der zweite Teil des Cyprus Sunshine Cup ist 2017 wieder das C1-Rennen in Amathous. Zwischen den altertümlichen Ruinen vor den Toren von Limassol gelten Jordan Sarrou (BH-Sr Suntour-KMC) und Yana Belomoina (CST Sandd American Eagle) als Favoriten. Die Newcomerin Verena Huber von jb Brunex Felt vertritt als einzige die deutschen Farben.

 

Deren Schweizer Teamkollege Thomas Litscher nennt die 4,72 Kilometer, direkt am Meer, „knallhart“. Litscher findet sie dennoch „top“ weil viele Singletrail-Passagen drin sind, die Spaß machen.

Auf jeden Fall ist es eine ganz besondere Strecke. Direkt am Mittelmeer, völlig offen, ohne jeglichen Baumbestand, dadurch auch windanfällig. Start und Ziel liegen in der archäologischen Ausgrabungsstätte Amathous und auf dem Bergkegel kurven die Biker auch um und durch Reste dieser ehemals königlichen Stadt Zyperns.

Die ältesten Spuren reichen bis 1100 vor Christus. Ende des 12. Jahrhunderts wurde die Stadt, deren Hafen-Umrisse man vom Berg oben unter dem Meeresspiegel erkennen kann, bereits mehr oder weniger aufgegeben.

 

Siebte Amathous-Auflage ohne Premieren-Sieger Kulhavy

Wenden wir uns der neueren Geschichte, respektive dem, was da am Sonntag zu erleben sein wird. Zum siebten Mal. 2008 kamen CSC-Macher Michalis Hadjioannou und sein Strecken-Chef Savas Anastasiou auf die Idee und nach einigen Verhandlungen mit den Verantwortlichen der Ausgrabungsstätte durften sie sich an die Arbeit machen.

2009 war es dann zum ersten Mal so weit. Und der Sieger bei den Herren war ein prominenter Name. Jaroslav Kulhavy, damals allerdings noch nicht ganz so bekannt. Bei den Damen gewann die Norwegerin Lene Byberg, die im gleichen Jahr noch Vize-Weltmeisterin werden sollte.

2014 und 2016 verzichtete man auf ein Rennen dort und gastierte stattdessen in Voroklini. In diesem Jahr ist das Gelände mit dem Panoramablick wieder Schauplatz des zweiten und letzten CSC-Events.

Thomas Litscher hat sich die Top Fünf zum Ziel gesetzt „und wenn ich mich sehr gut fühle, auch die Top Drei“. Siegkandidat Nummer eins dürfte Jordan Sarrou sein, der vergangenen Sonntag auch Jaroslav Kulhavy Paroli bieten und den Sieg im Afxentia Cross-Country-Rennen einfahren konnte.

Kulhavy hat dagegen umgebucht und fliegt am heutigen Freitag zurück nach Hause. „Ich mag das Rennen, aber ich war so viel unterwegs in Trainingslagern und am 12.3. fliege ich schon wieder nach Südafrika. Ich brauche noch mal ein paar Tage mehr zuhause“, erklärt der Tscheche, warum er seinen ursprünglich geplanten Start in Amathous gestrichen hat. Sein erfolgreicher Auftritt beim Afxentia ließ es nicht mehr notwendig erscheinen noch mehr Wettkampf-Kilometer zu sammeln.

So sind es neben Litscher vor allem Jan Skarnitzl (Sram Mitas Trek), der 2013 in Amathous schon mal gewonnen hat, der Österreicher Karl Markt (Möbel Märki) und der Schwede Matthias Wengelin (Orebrocyclisterna) die vermutlich vorne mitmischen werden.

 

Eine Hand voll Anwärterinnen

Bei den Damen steht Afxentia-Siegerin Githa Michiels (Versluys) am Start und versucht das gewonnene Selbstvertrauen als Rückenwind zu nutzen. Die etwas besseren Karten hat vielleicht Yana Belomoina („Cross-Country, da bin ich zuhause“), die in Amathous zumindest nicht mit längeren Flachpassagen zu kämpfen hat, die gar nicht liegen.

Doch das Rennen ist durchaus offen. Barbara Benko (Focus XC), Alexandra Engen und Anne Terpstra (beide Ghost Factory Racing) können eine gute Rolle spielen, beide standen jeweils als Dritte (2013 und 2015) in Amathous schon mal auf dem Podest. Ihre Teamkollegin Lisi Osl hat das Rennen 2015 sogar als Zweite beendet.

Wenn die Mexikanerin Daniela Campuzano (BH-Sr Suntour-KMC) ihre Müdigkeit vom vergangenen Wochenende hinter sich lassen kann, gehört auch die Weltrangliste-Elfte zu den Kandidatinnen für das Podest vor den Tempel-Ruinen.

Nach der (geplanten) Abreise von Sabine Spitz (WIAWIS) ist Verena Huber die einzige Deutsche im Rennen. Die Peterstalerin hat erst dieses Jahr eine Lizenz gelöst und kommt aus dem Marathon-Bereich.

Am Berg hat die kleine Schwarzwälderin einiges zu bieten, aber fahrtechnisch muss sie noch viel lernen. Unter genau diesem Aspekt geht sie auch das Rennen in Amathous an. Mit dem entsprechenden Respekt. „Ich bin mal gespannt, was mich da erwartet“, meinte sie am vergangenen Sonntag, nach dem im Grunde ersten Cross-Country-Rennen ihrer noch jungen Karriere.

Zeitplan, 5. März 2017 (Ortszeit, MEZ+1)

09:15  Jugend, Junioren, Masters, Hobby

11:00   Damen Elite/U23

13:15   Herren Elite/U23

15:00   Siegehrung alle Kategorien