DM Bad Salzdetfurth: Fumic fährt „voll aufs Trikot“

FOTO | 2016 hat er triumphiert: Markus Schulte-Lünzum, hier vor Christian Pfäffle, der Bronze holte. ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Nach den bisherigen Eindrücken der Saison wird Manuel Fumic (Cannondale Factory Racing) vor den 28. Deutschen Cross-Country-Meisterschaften in Bad Salzdetfurth bei den Herren als Favorit auf den Titel gehandelt. Doch ausgemachte Sache ist das lange nicht, Titelverteidiger Markus Schulte-Lünzum (Focus XC) und ein Bad Salzdetfurth-Seriensieger gehören zur Meute, die Fumic jagen wird.  

Manuel Fumic lässt keine Zweifel aufkommen, dieses Jahr will er sich sein viertes Meister-Jersey in der Elite holen. „Okay, das wollte letztes Jahr auch schon“, sagt er mit einem Lachen, „aber ich glaube, ich bin auch in der Verfassung dazu. Ich habe jedenfalls Lust drauf wieder ein Jahr im weißen oder schwarzen Jersey zu fahren. Ich fahre voll aufs Trikot.“

Er hatte als Meister anstatt dem weißen auch schon ein schwarzes Jersey mit schwarz-rot-goldenen Brustringen getragen.

Fumic holt aber auch noch die Analogie zum DFB-Pokal aus der Kiste mit den Rennfahrer-Weisheiten. „Meisterschaften haben ihre eigenen Gesetze“, sagt der Kirchheimer. Diese eigenen Gesetze beruhen darauf, dass seine Konkurrenten – im Gegensatz zum Weltcup – neben ihm in der ersten Reihe aufgestellt werden. Es im Unterschied zu den großen Rennen also gleich mal zu direkten Auseinandersetzungen kommt.

Das verändert die Ausgangssituation auf jeden Fall. Ob es auch die Hierarchie verändert, wird sich zeigen.

 

„Alle haben ordentlich Wums“

Markus Schulte-Lünzum weiß, dass die Form von Fumic besser ist als die Ergebnisse im Weltcup nahelegen. „Mani ist stark drauf und auch die anderen deutschen Fahrer haben ordentlich Wums“, meint der Meister der Jahre 2014 und 2016. „Auch wenn das bei den Weltcups vielleicht noch nicht ganz geklappt hat. Aber ich weiß eben auch um meine Verfassung.“

Einer, bei dem es noch nicht geklappt hat ist Moritz Milatz. Der Freiburger Kreidler-Pilot hat sage und schreibe sechsmal in Bad Salzdetfurth gewonnen, zwei seiner vier Deutschen Meister-Titel hat er dort eingefahren. Und egal wen man spricht, alle Insider berichten von einer starken Verfassung, in der sich Moritz Milatz befindet. „Das wissen wir“, sagt zum Beispiel auch Bundestrainer Peter Schaupp. Warum sich das noch nicht in Ergebnissen sichtbar wurde, darüber kann man nur rätseln. Zuletzt hatte Milatz mit seiner Bachelor-Arbeit zu tun. Die liegt inzwischen hinter ihm, so dass er in seinem „Wohnzimmer“ vielleicht Kräfte freisetzen kann.

„Der Kopf sollte jetzt eigentlich frei sein und es kann sein, dass die guten Erinnerungen an Bad Salzdetfurth noch mal extra Motivation freisetzt“, sagt Milatz, der 2014 auch das bislang letzte Rennen auf der Strecke am Sothenberg gewinnen konnte. Er reist direkt vom Höhentrainingslager in Livigno in den Harz.

 

U23-Fahrer Egger stellt sich der Elite

Außer diesem Trio gibt es eine Anzahl an Fahrern, die vielleicht nicht für den Titel, aber doch für Medaillen in Frage kommen. Ben Zwiehoff (Bergamont) hat durch seine Weltcup-Ergebnisse Selbstvertrauen gewonnen, Christian Pfäffle (Möbel Märki) ist sicher, dass bei ihm die Form stimmt, Andorra und Lenzerheide nur höhenbedingte Ausrutscher waren.

Zwiehoff hat seit 2013 keine DM mehr ins Ziel gebracht. Damals war es Platz sieben in der U23, übrigens auch in Bad Salzdetfurth. „Vielleicht ist das ja ein gutes Omen. Ich fühle mich seit Lenzerheide sehr gut und habe noch mal klasse trainieren können. Mein erklärtes Ziel ist erst mal anzukommen“, gibt er sich zurückhaltend.

 

Gespannt sein darf man auf Georg Egger (Lexware). Der U23-Vizemeister des Vorjahres hat für die Elite gemeldet. „Nächstes Jahr muss ich eh da mitfahren. Ich denke, ich habe das Potenzial auch in der Elite vorne mitzufahren und das will ich einfach mal testen“, sagt Egger.

Zu verlieren hat der 22-Jährige auf jeden Fall nichts. Auch Wolfram Kurschat (Kurschat Consulting) nicht. Der 42-Jährige stellt sich ein weiteres Mal der Elite-Konkurrenz und chancenlos ist er nicht.

 

Stiebjahn will die Spezialisten ärgern

Auch Simon Stiebjahn nicht. Wenn der Bulls-Biker die richtige Tagesform erwischt, ist er immer gefährlich. „Ich hab bei der DM nichts zu verlieren, kann nur gewinnen und dementsprechend werde ich schauen was am Ende dabei rauskommt. Es wäre cool, wenn ich den einen oder andern Spezialisten ärgern könnte“, sagt der Allrounder, der seinen Schwerpunkt im Grunde im Marathon sieht.

Dann hat auch noch Martin Gluth (OMX Pro Team) Außenseiter-Chancen, genauso wie Markus Bauer (Kreidler Werksteam).

DM-Programm Bad Salzdetfurth

 

Freitag, 21. Juli

16 Uhr Eliminator Sprint Damen und Herren

Samstag, 22. Juli

14 Uhr Schüler U15

15.30 Uhr Schülerinnen U15 / Jugend weiblich U17

16:35 Uhr Junioren U19

18 Uhr Senioren 1, Senioren 2 und Senioren 3

Sonntag, 23. Juli

10 Uhr Jugend männlich U17

11.15 Uhr Frauen / Frauen U23 / Juniorinnen U19

13 Uhr U23 Herren

14.30 Uhr Elite Herren

DM Bad Salzdetfurth