DM Bad Salzdetfurth: Juniorin Clara Brehm sensationell Sprint-Meisterin

 

Damit hätte nun sicherlich niemand gerechnet: Die erst 17-jährige Clara Brehm aus dem bayrischen Waldaschaff ist neue Deutsche Meisterin im Eliminator Sprint. In Bad Salzdetfurth gewann sie am Freitagabend vor Favoritin Lena Putz und vor der ebenfalls überraschenden Susann Frey aus Warmbronn.

 

Selten, vielleicht auch noch nie, hat es einen derart spannenden Damen-Sprint gegeben. Nicht nur, dass die Entscheidung um Gold mit nur einer Reifenbreite Unterschied fiel, auch der ganze Verlauf und schon die Halbfinals boten dem Publikum an der Lamme ein echtes Vergnügen.

Clara Brehm drückte dabei der Konkurrenz ihren Stempel auf. Sie lieferte die schnellste Qualifikations-Zeit ab und wer das noch als das Strohfeuer einer Juniorin abtat, der sollte eines besseren belehrt werden. Sie überstand Viertel- und Halbfinale nicht nur, sondern fuhr ihre Läufe jeweils souverän und ungefährdet von vorne.

Ein kleiner Rutscher von Katleen Bock

Im Finale lag Brehm an der ersten Kurve zum ersten Mal nicht vorne. Stattdessen war es mit Katleen Bock (German Technology Racing) eine weitere Juniorin, die mit ihrer hohen Trittfrequenz den besten Start hinlegte. Brehm reihte sich an der zweiten Stelle ein.

Im Stile einer routinierten Fahrerin nutzte sie einen kleinen Hinterrad-Rutscher von Katleen Bock, die dadurch etwas Tempo verlor. Clara Brehm saugte sich an die Schwäbin ging auf der nächsten Geraden mit ihrem fulminanten Antritt vorbei und steuerte Gold entgegen.

Der Kampf um den Titel wurde dennoch noch zu einer hauchdünnen Entscheidung. Lena Putz kam aus der zweiten Position auf der Zielgeraden mit immenser Power angeschossen, doch eine Reifenbreite genügte Brehm zu ihrem Sensations-Titel. Das Zitat des Götz von Berlichingen fiel ihr als Erstes ein als ihr Sieg feststand.

„Ich habe mich umgedreht und schon noch ein bisschen gezittert. Das ist der Hammer. Damit habe niemals gerechnet, auch nicht als ich die schnellste Quali hatte“, kommentierte Brehm.

Lena Putz: Ein geiler Event

Katleen Bock hatte nach ihrem kleinen Faux-Pax einfach nicht mehr die Kraft um sich gegen Lena Putz (Hutthurm) und Susann Frey (Warmbronn) zu behaupten.

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Katleen Bock, eingangs der zweiten Runde vor Susann Frey (verdeckt) und Lena Putz ©Erhard Goller

Lena Putz hätte sich zwar über ihren erste Sprint-Meister-Titel gefreut, doch sie nahm es sportlich. „Ich hatte ein zu schlechtes Zeitfahren und daher immer eine schlechter Position am Start. So ist das. Aber ich fand es war ein geiler Event und Bad Salzdetfurth hat uns eine tolle Strecke geboten“, sagte Putz.

Mit Susann Frey (Warmbronn) stand eine weitere große Überraschung auf dem Podest. „Ich kann das noch gar nicht glauben. Ich wusste zwar, das sich sprinten kann, aber mit einer Medaille habe ich überhaupt nicht gerechnet. Ich bin ganz ohne Erwartungen hierher gekommen“, sagte die 21-Jährige.

Halbfinal-Aus für Favoritinnen

Im Halbfinale waren einige höher gehandelte Fahrerinnen ausgeschieden. Majlen Müller (Fujibikes-Rockets) und Helen Grobert (Cannondale) zogen nach einem spannenden Rennen gegen Katleen Bock und Lena Putz den Kürzeren.

 

Kim Riesterer gewann das kleine Finale und wurde Fünfte. Die Studentin der Physiotherapie, die kaum noch Rennen fährt, verließen die Kräfte im Halbfinale. „Ich war blau“, gestand sie. Im kleinen Finale war sie aber wieder auf der Höhe.

 

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