DM Bad Salzdetfurth (U19): David List, klug und souverän zum zweiten Titel

FOTO | David List auf dem Weg zum dritten DM-Titel in Folge ©Erhard Goller

 

Mit einem überzeugenden Auftritt hat der Friedrichshafener David List in Bad Salzdetfurth seinen Deutschen Meister-Titel bei den Junioren verteidigt. Der Lexware-Fahrer gewann das Rennen mit 52 Sekunden Vorsprung auf Tim Meier (Head Ciclo) aus Rheinfelden und 1:31 Minuten auf Leon Reinhard Kaiser (Essen-Steele).

 

„Was ist mit David List?“, fragten sich Zuschauer und Experten nach der verkürzten Startrunde weil der Titelverteidiger nur an sechster Stelle und mit 15 Sekunden Rückstand unterwegs war.

Die Antwort war: nichts. List hatte sich einfach dazu entschlossen das Rennen mit seinem Rhythmus anzugehen, sich aus dem anfänglichen Getümmel rauszuhalten.

„Das Rennen wird ja nicht in der ersten Runde entschieden, in dem Matsch sowieso nicht. Ich habe ja alle gesehen“, blickte List zurück.

Im Anstieg der zweiten Runde schloss er dann aber auf, setzte sich an die zweite Position hinter Tim Meier, der alleine in Führung lag.

Der rutschte dann aber an einem Drop kurz weg, so dass List die Führung übernehmen konnte.

List nimmt Meier mit, aber nur kurz

In der folgenden Abfahrt entstand durch die sichere Fahrtechnik von List eine kleine Lücke, doch auf später ließ List seinen Kameraden Meier auf einer Querpassage noch mal herankommen.

„Respekt, dass er das gemacht hat“, kommentierte Meier das im Ziel. „Er hat mir die Chance gegeben, mit ihm mitzufahren, damit die Lücke größer wird.“

Allerdings verlor Meier den Anschluss recht schnell wieder weil List einfach auf dem durchweichten Boden einfach sicherer unterwegs war.

„Ich habe dann schön mein Ding gemacht und mit Vollgas durchgezogen“, erzählte List, wie er seinen dritten Meister-Titel in Folge perfekt machte. „Es war das Ziel das Meister-Trikot zu behalten, super, dass es geklappt hat.“

Tim Meier gratulierte: „Ich wusste es wird schwer nach dem Meister-Titel zu greifen. Am Anfang habe ich es probiert, aber David war einfach stärker. Ich freue mich über den Vize-Meister und fast noch mehr für David. Echt geil.“

Kaiser und Niemeyer duellieren sich um Bronze

Der Kampf um Bronze wurde in der letzten Runde noch mal spannend, als der Offenburger Jakob Niemeyer (Freiburger-Pilsner-Merida) zu Leon Reinhard Kaiser aufschließen konnte.

„Ich dachte, oh sch…“, lachte Kaiser im Ziel. Der Jugendmeister des Vorjahres blieb dennoch cool und ließ Niemeyer erst mal vorbei, „um zu schauen, wie Jakob drauf ist.“

Der war dann im Anstieg doch nicht so stark drauf wie Kaiser. Dessen zweite Attacke am Berg saß. Dann gelang es ihm eine matschige Passage mit viel Willenskraft und letzter Energie zum ersten Mal in vier Runden im Sattel zu bewältigen. Damit war die Bronze-Medaille perfekt, auch wenn Kaiser in den Abfahrten teilweise noch mal ins Straucheln kam. „Mein Ziel war das Podium, dass es jetzt gereicht hat, fühlt sich aber unglaublich an.“

Nicht die Miene eines Verlierers

Jakob Niemeyer machte nicht die Miene eines Verlierers. „Endlich ist es mal gelaufen, ich bin super zufrieden mit meinem Ergebnis“, meinte Niemeyer. „Endlich bin ich da, wo ich hinmöchte. Die Energie geht nicht mehr ins Wachstum sondern vorwärts“, fügte der 1,93 Meter große Badener hinzu, der zehn Sekunden hinter Kaiser das Ziel erreichte.

Jannick Zurnieden (Lexware) kämpfte lange um Bronze, am Ende wurde er Fünfter (+2:37). „Ich war vorige Woche noch beim Lungenarzt weil ich immer so Schleim in der Lunge habe. Heute habe ich auch schwer atmen müssen. Der Sauerstoff kam auch im Kopf nicht an, ich war unkonzentriert“, erklärte Zurnieden mit enttäuschter Miene.

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