DM Wombach: Nimmt Sabine Spitz zum Abschied ihren 18. Titel mit?

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Sabine Spitz und dahinter Helen Grobert, eine Konstellation, wie man sie auch am Sonntag in Wombach erleben könnte. ©Erhard Goller

Sie spricht verhalten von einer Medaille, aber es könnte zum Abschluss ihrer Cross-Country-Karriere auch das 13. Gold durchaus in dieser Disziplin werden: Sabine Spitz. Sie hat es in Wombach neben Titelverteidigerin Helen Grobert (Ghost Factoey Racing) auch mit zwei weiteren Anwärterinnen zu tun.

 

Im Grunde darf man von vier Titelkandidatinnen ausgehen – mit unterschiedlicher Gewichtung der Chancenverteilung. Helen Grobert und Sabine Spitz gehört aufgrund der letzten Resultate erst mal die Favoritenstellung.

Wenn sie die WM-Form an den Start bringt, dann besitzt Sabine Spitz alle Chancen auf den insgesamt 18. Deutschen Meister-Titel ihrer Karriere (bisher: 12 Cross-Country, 4 Marathon, 1 Sprint). Am vergangenen Sonntag in Lenzerheide verlief der Weltcup zwar nicht nach Wunsch, doch das muss nichts heißen.

„Ich bin direkt nach dem Weltcup in die Höhe gefahren, um mich auf final auf die Olympischen Spiele vorzubereiten. Da passt der DM-Termin eigentlich gar nicht. Aber ich hoffe trotzdem auf eine Platzierung auf dem Podium”, zeigt sie sich zwar zurückhaltend, doch wer sie in Nove Mesto bei der WM gesehen hat, weiß, dass der Weg zum Titel nur über sie führen wird. Zum Abschied könnte sie zum 18. Mal ein Trikot mit dem schwarz-rot-goldenen Brustring mitnehmen.

Die 20 Jahre jüngere Helen Grobert will das Meisterjersey natürlich verteidigen und nach ihrem zehnten Rang von Lenzerheide darf man ihr das auch zutrauen. „Es ist ein eigenes Rennen und mit einem Weltcup kann man es nicht vergleichen. Ich bin gespannt, wie es sich entwickeln wird. Ich will aber nur auf mich schauen und meine Bestleistung abrufen“, sagt Grobert. „Wir sind ein starkes Frauenfeld und alle sind voll motiviert.“

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Musste in Lenzerheide sicherheitshalber aufgeben: Adelheid Morath ©Erhard Goller

 

Drei Medaillen für vier starke Damen

Das „starke Frauenfeld“, das sind außer ihr und Spitz vor allem Adelheid Morath (BH-Sr Suntour-KMC) und Elisabeth Brandau (Radon-EBE Racing), die man ebenfalls vorne erwartet.

Bei Adelheid Morath bleibt allerdings offen, wie sich ihre Verletzung entwickelt, die sie in Lenzerheide schließlich zur Aufgabe gezwungen hat. „Ich hatte keine Kontrolle mehr“, begründete sie den Ausstieg aus dem Rennen, was ihrem Naturell eigentlich überhaupt nicht entspricht. Deshalb kann man davon ausgehen, dass es gute Gründe gab.

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Scheint in guter Verfassung zu sein: Elisabeth Brandau ©Erhard Goller

„Ich würde gerne sagen: ich fahre nach Wombach und kämpfe um das Trikot“, sagt Morath. Aber das wäre angesichts der Vorgeschichte wohl zu optimistisch. Die Schmerzen im Handgelenk und in den geprellten Rippen wurden in Lenzerheide zum Risiko, so dass sie lieber das Rennen vorzeitig beendete.

„Noch am Dienstag hätte ich gesagt, ich fahre die DM nicht. Jetzt hoffe ich halt, dass es mit jedem Tag besser wird“, meint Adelheid Morath. Und das gilt auch für die leichte Erkältung, die sie sich schon vor dem Weltcup eingefangen hat.

Elisabeth Brandau nahm aus der Schweiz die Gewissheit mit, dass sie in der Lage ist mitzuhalten. Rückenschmerzen und die Belastung von der Marathon-DM, die sie tags zuvor noch bestritten hatte, verhinderten ein besseres Resultat als den 24. Platz.

„Das wird spannend“, meint Brandau, die bisher dreimal Marathon-Meisterin war, aber noch nie im Cross-Country ganz oben stand. Wenn der Motor läuft, kann sie in Wombach ihren Konkurrentinnen aber durchaus gefährlich werden. Siehe Weltcup in Albstadt, als sie Siebte wurde.

Allerdings stellte sich Anfang der Woche ein Blasenentzündung ein. „Das macht die Sache nicht einfacher“, meinte Elisabeth Brandau. Womit sie wohl Recht haben dürfte.

 

Nadine Rieder (AMG-Rotwild) und Hanna Klein (Superior Bikes) darf man allenfalls Außenseiter-Chancen einräumen. Was aber eben auch Chancen sind. Man muss nur an 2015 denken, als Sabine Spitz Defekt hatte und Adelheid Morath nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte war. Da nutzte Hanna Klein ihre Chance und wurde hinter Helen Grobert Vize-Meisterin.