Eliminator-WM Chengdu: Zweiter Weltmeister-Titel für Kathrin Stirnemann

FOTO | Kathrin Stirnemann hat Zeit zum Feiern ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Die Favoritin hat nichts anbrennen lassen. Kathrin Stirnemann von Radon Factory XC holte sich im chinesischen Chengdu zum zweiten Mal nach 2014 den Titel in der Eliminator-Disziplin. Im Finale bezwang sie die Schwedin Ella Holmegard und die Französin Perrine Clauzel (Scott-Creuse Oxygen). Die Deutsche Meisterin Clara Brehm (Waldaschaff) wurde Sechste.

 

„Mega. Es ist ein super Gefühl. Ich wollte diesen Titel unbedingt.“ Kathrin Stirnemann strahlte nach ihrer insgesamt vierten WM-Medaille im Eliminator. Die Schweizerin, die schon in der Qualifikation die deutlich schnellste Zeit hingelegt hatte, war eine souveräne Weltmeisterin, auch wenn im Finale die Schwedische Meisterin Ella Holmegard als Erste in Kurve eins ging.

„Mit dem neuen Startsignal bin ich nicht so gut zurecht gekommen, aber ich habe schnell gemerkt, dass ich eigentlich schneller bin. Ich musste abwarten und geduldig sein“, so Kathrin Stirnemann zur ersten Phase, als man das gelb-blaue Jersey der Skandinavierin in Führung sah.

In einer Flachpassage markierte Stirnemann dann die entscheidende Attacke. „Ich wusste, vor dem Rock Garden muss ich vorbei, weil ich da dann Zeit gut machen kann“, erzählte Stirnemann. So war es dann auch. Sie holte sich entscheidenden Vorsprung heraus und steuerte ungefährdet zu ihrem zweiten Titel nach 2014.

„Ich wollte diesen Titel unbedingt und war sehr nervös. In der Quali lief es dann super gut und danach alles wie am Schnürchen. Ich konnte die Zieleinfahrt genießen, das war richtig geil“, kommentierte Stirnemann.

Die Weltmeisterin bleibt beim Cross-Country

Dass fast an der gesamten Strecke kein Zuschauer-Zugang ermöglicht wurde, fand sie bedauerlich, aber den WM-Kurs fand sie gelungen. „Die haben hier eine super Strecke hingebaut. Ich bin überzeugt, der Event wird wachsen.“ Ob sie im Regenbogen-Jersey 2018 im Sprint-Weltcup auftauchen wird, ließ Stirnemann offen. „Mein Focus liegt auf der Heim-WM im Cross-Country, aber wenn es aufgeht, fahre ich vielleicht mal einen.“

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WM-Podium der Damen von links: Ella Holmegard, Kathrin Stirnemann und Perrine Clauzel ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Hinter der Schwedin wurde Perrine Clauzel Dritte. Die Französin hatte sich einen kleinen Fehler erlaubt und dadurch ein paar Meter verloren. So kam sie nicht mehr wirklich in den Sprint um Silber. Die Polin Marta Turobos wurde Vierte.

Clara Brehm: Habe mir mehr vorgestellt

Clara Brehm verpasste den Einzug ins Finale. Die Deutsche Meisterin kam im Halbfinale am Start nicht richtig ins Pedal. „Ich bin dann nicht mehr in mein Rennen gekommen“, erklärte sie bedauernd. „Ich habe mich schon im Finale gesehen, aber es war nicht mein Tag.“

Eine gewisse Enttäuschung war ihr anzumerken. Im kleinen Finale musste sie der Französin Coline Clauzel den Vortritt lassen. „Ich habe voller Wut alles reingelegt und wollte sie am Steinfeld überholen. Aber ich bin nicht vorbei gekommen. Schade, am Ende war es knapp“, sagte die 17-Jährige. „Für meine erste WM ist Platz sechs okay, aber ich habe mir mehr vorgestellt.“

Zitate aus Chengdu aufgezeichnet von Armin M. Küstenbrück!

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