EM Darfo Boario: David Horvath stürzt und verpasst die Medaille

FOTO | Bis zum Finale souverän: David Horvath ©Max Fuchs

 

Bei den Europameisterschaften in Darfo Boario Terme hat der Deutsche Vize—Meister David Horvath aus Freiburg als Vierter die Medaillen knapp verpasst. Schlimmer ist allerdings, dass er im Finale schwer stürzte. Der Titel ging an den Franzosen Titouan Perrin Ganier.

 

In einem Eliminator-Sprint, der bereits nach den ersten 100 Metern mehr oder weniger entschieden war, endeten David Horvaths Träume von einer Medaille jäh und schmerzhaft auf dem Asphalt.

Im Grunde war in allen Finalläufen ab dem Achtel-Finale die Entscheidung bereits nach 100 Metern gefallen. Auf der Startgerade auf Asphalt lagen zwei Baumstämme quer zur Strecke und waren per Bunny Hop zu überspringen. In hohem Tempo. (Siehe unten).

Für David Horvath (Stevens MTB Team) wurde am zweiten Hindernis zwischen seinen Konkurrenten zu eng, so dass er keine Möglichkeit mehr zur Ausholbewegung hatte. „Ich wusste nicht mehr wohin“, klagte Horvath später, der bis dahin alle Läufe souverän überstanden hatte.

Er prallte mit dem Vorderrad auf den zweiten Stamm und überschlug sich. Horvath lief zu Fuß das Finale zu Ende, doch die heftigen Schmerzen am rechten Arm und am Rücken verheißen nichts Gutes.

Federspiel hinter die Bande geschickt

Der Franzose Titouan Perrin Ganier gewann schließlich vor Titelverteidiger Daniel Federspiel aus Österreich und dessen Vorgänger Jeroen van Eck aus den Niederlanden.

Ob das Manöver regelgerecht war, mit dem Perrin Ganier seinen Kontrahenten von der ersten Position verdrängte, sei dahingestellt. Daniel Federspiel fand es jedenfalls „unfair“, dass ihn der Franzose in einem Anlieger „hinter die Bande“ schickte.

Es war auch der einzige Überholvorgang in den Finalläufen nach dieser ersten Kurve, die Zielgerade war dazu zu kurz, die technischen Passagen zu flüssig.

Wagenbauer und Hog in den Top Ten

Vitus Wagenbauer (RSV Oberland) versuchte es im kleinen Finale, doch auch mit aller Gewalt schaffte er es auf der Zielgeraden nicht den Franzosen Simon Rogier zu verdrängen. „Ich habe alles probiert“, sagte Wagenbauer, der schließlich guter Sechster wurde, vor dem Italiener Andrea Menichetti und Lorenzo Serres, einem weiteren Franzosen.

Heiko Hog (Freiburger Pilsner-Merida) schied im Viertelfinale aus, wurde aber immerhin auf Platz zehn notiert.

„Schade, am Start war es schon entschieden. Aber da fehlt mir noch ein bisschen der Punch“, meinte Hog.

Felix Klausmann (Link Rad Quadrat), der in der Qualifikation eines von mehreren Defekt-Opfern war, verlor das Viertelfinale in dem mit David Horvath und Vitus Wagenbauer gleich drei Deutsche vertreten waren. Klausmann wurde letztlich als Zwölfter klassiert.

Simon Gutmann (auch Defekt in der Quali) schied im Achtelfinale aus und wurde 23.

 

Heftige Diskussionen um Hindernisse

Vor dem Start zur Qualifikation hatte es bereits heftige Diskussion um die Startgerade gegeben. Dort hatten die Veranstalter an drei Stellen Baumstämme quer zur Strecke gelegt. Eigentlich durchaus ein Hindernis, mit dem Mountainbiker per Bunny Hop zurecht kommen. Doch auf der Startgeraden, auf Asphalt platziert, wurde das für die weniger versierten Fahrer zum gefährlichen Hindernis weil das Tempo in der Anfahrt schon beträchtlich war. Im Training gab es dann auch einige Stürze.

Nach intensiven Diskussionen der Nationaltrainer mit dem Chef-Kommissär wurden zehn Minuten vor dem Start zur Qualifikation wurde dann der letzte Baumstamm entfernt.

Allerdings hätte der Sprint auch über zwei Runden gehen müssen, um noch faire Chancen auf Überholmanöver zu ermöglichen. 1:20 Minuten für einen Lauf war im Grunde deutlich zu gering.

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