EM Darfo Boario: Schweiz verteidigt Titel – BDR-Quintett auf Platz vier

 FOTO | Andri Frischknecht hatte genügend Zeit für einen Europameister-Wheelie ©Max Fuchs

Das deutsche Staffel-Quintett hat bei den MTB-Europameisterschaften in Darfo Boario Terme eine Medaille verpasst. 35 Sekunden hinter Bronze-Medaillengewinner Italien wurden das BDR-Team Vierte. Titelverteidiger Schweiz gewann nach fünf Mal vier Kilometern in 1:06:13 Minuten 46 Sekunden vor Dänemark und 1:15 Minuten vor den Gastgebern.

 

U23-Athlet Georg Egger hatte als Schlussfahrer keine Chance mehr. Zu groß war der Rückstand auf die Italiener (24 Sekunden), für die Albstadt-U23-Weltcupsieger Nadir Colledani ins Rennen ging.

Der 22-Jährige aus Obergessertshausen verkaufte sich dennoch gut und fuhr eine Zeit, die nur 9 Sekunden schlechter war als die von Colledani.

Egger hatte zuerst noch den österreichischen U23-Meister Max Foidl überholen. Durch den kam er einmal auch ins Straucheln, konnte sich dann aber von ihm absetzen und den vierten Platz ins Ziel bringen.

„Die Strecke ist hart, mehr war einfach nicht drin. Vielleicht hatte ich die DM noch in den Beinen, aber ich denke insgesamt war es nicht schlecht“, meinte Egger.

Koch: Habe ein paar Fehler gemacht

Franziska Koch (Mettmann) konnte als vorletzte Starterin gegen die Italienerin Marika Tovo und die

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Adelheid Morath: Bis zum Sturz eine starke Leistung ©Max Fuchs

Österreicherin Laura Stigger, beide Juniorinnen wie Koch, nicht Paroli bieten und verlor die bis dahin dritte Position.

„Für mich war es meine erste Staffel-Erfahrung. Die Italienerin ging Mitte der Runde vorbei, ich musste aber meinen Rhythmus fahren“, erklärte Koch. „Ich habe ein paar Fehler gemacht, die Zeit und Kraft gekostet haben. Tut mir leid, dass ich dem Team nicht besser helfen konnte.“

Morath stürzt

Adelheid Morath (Freiburg) bot bis etwa zur Hälfte ihrer Runde eine starke Leistung. Sie passierte sogar die zehn Sekunden vor ihr ins Rennen gegangene Linda Indergand (Schweiz) und riss eine Lücke. Doch dann unterlief ihr an einem Drop ein Fehler und sie stürzte. Indergand ging wieder vorbei und zog weg.

„Ich bin kurz aus dem Konzept gekommen, einfach zu nervös gewesen. Körperlich ging es sehr gut, aber unten auf der Fläche hatte ich gegen Linda keine Chance“, so Morath zu ihrer Runde.

Meier ohne Fahrfehler

Junior Tim Meier (Rheinfelden) hatte an dritter Stelle an sie übergeben. „Es lief ganz gut. Ich wollte am Berg eigentlich noch Druck machen, aber das ging nicht weil der Untergrund zu lose ist. Insgesamt bin ich aber gut durchgekommen, ohne Fahrfehler“, sagte Meier.

Ben Zwiehoff (Essen) hatte an vierter Stelle an Meier gewechselt, 29 Sekunden nach Kerschbaumer.

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Ben Zwiehoff beendete die Start-Runde auf Platz vier ©Max Fuchs

Dem deutschen Quintett war schon vorher klar, dass alle Fünf perfekt durchkommen müssen, um eine Medaille mit nach Hause zu nehmen. Das hat zwar nicht geklappt, die Einzelleistungen seien aber sicherlich nicht enttäuschend gewesen, so Bundestrainer Peter Schaupp.

Frischknecht liefert ab

Andri Frischknecht vollendete für die Schweiz den sieben EM-Titel im Team-Relay und damit auch die Titelverteidigung. Knapp zwei Minuten holte er gegen eine gesundheitlich angeschlagene Malene Degn aus Dänemark auf seiner Schlussrunde auf und ließ sich von Filippo Colombo, Joel Roth, Linda Indergand und Alessandra Keller feiern.

„Die anderen haben super Vorarbeit geleistet, ich musste nur noch abliefern. Es ist natürlich schön mit einer Goldmedaille in die EM zu starten“, so Frischknecht.

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