EM Jönköping Eliminator: Gold für Schweden – Pech für Deutschland

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Der gute Anfang vom Ende für Heiko Hog (rechts). Der Niederländer ganz links hakte sich später bei Hog ein und brachte ihn zu Fall. Dazwischen zwei Schweden: Matthias Wengelin und Martin Setterberg ©Erhard Goller

Der zweite Tag der MTB-Europameisterschaften in Jönköping, Schweden, ist mit dem Sieg des Schweden Emil Linde im Eliminator-Wettbewerb zu Ende gegangen. Er bezwang Weltmeister Daniel Federspiel und seinen Landsmann Martin Setterberg. Heiko Hog und Vitus Wagenbauer schieden vor einer großen Zuschauerkulisse äußerst unglücklich im Viertelfinale aus und wurden Zehnter und Elfter.

 

Heiko Hog vom Team Freiburger Pilsner-AfK lag im Viertelfinale auf Kurs Halbfinale, als in einer Kurve der Niederländer Guus Olde Monnikhof innen vorbei wollte. Er hakte beim Vize-Europameister des vergangenen Jahres am Ellbogen ein, so dass der den Lenker verdrehte und stürzte. Monnikhof stürzte auch und so war der Traum vom Halbfinale für Beide ausgeträumt.

„Das ist schon extrem enttäuschend. Da war eigentlich kein Platz mehr innen durch zu gehen. Ich war gut positioniert, das hätte klappen können“, erklärte Heiko Hog zu seinem Ausscheiden.

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Achtelfinale: Heiko Hog vor Marco Schätzing ©Erhard Goller

Vitus Wagenbauer (Fischbachau) erging es ähnlich. Er erwischte im Viertelfinale einen prima Start und lag in Führung, als er von einem Konkurrenten touchiert wurde. „Ich habe auf einmal einen Schlag gespürt und konnte es nicht mehr kontrollieren“, erzählte Wagenbauer. Er stürzte heftig, wobei auch die Sattelstütze brach. „Richtig ärgerlich“, schüttelte der Bayer den Kopf. „Ich hatte einen optimalen Start.“

Marco Schätzing (Fujibikes-Rockets) schied bereits im Achtelfinale aus. „Das war ein Schuss in den Ofen, die Beine waren wie leer“, erklärte Schätzing sehr enttäuscht. Er wurde in seinem Heat von Heiko Hog und Matthias Wengelin geschlagen. Am Ende wurde es Rang 21.

Schweden feiern Gold und Bronze

Ob’s nur der Heimvorteil war? Jedenfalls qualifizierten sich vier Schweden unter den besten Fünf. Der Schnellste Johann Widen hatte im Viertelfinale großes Pech, als er mit einem Defekt am Pedal bereits auf der Startgeraden ausschied.

Mit Emil Linde und Martin Setterberg blieben für das Finale zwei Schweden übrig. Sie hatten es mit dem Schweizer Patrick Lüthi und Weltmeister Daniel Federspiel zu tun.

Ex-Weltmeister Fabrice Mels war im Halbfinale ausgeschieden, nachdem er sich vorher hatte übergeben müssen. So war der Belgier chancenlos.

Das Publikum sorgte für eine großartige Atmosphäre und hatte am Ende Grund zu großem Jubel. Unter lautstarker Begleitung des schwedischen Publikums jagte Emil Linde auf der Zielgeraden noch an Daniel Federspiel vorbei und holte sich, durchaus überraschend, den Titel des Europameisters.

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Herren-Finale von links: Martin Setterberg, Daniel Federspiel, Emil Linde und Patrick Lüthi ©Erhard Goller

Federspiels Handicap mit einem Auge

Zur Federspiels Wettkampf muss man eine Geschichte erzählen. Der Tiroler leidet seit zwei Monaten an einem seltsamen Phänomen. Unter hoher Belastung wird es im rechten Auge ganz hell, so dass er irgendwann nichts mehr erkennen kann. Bisher kennt man die Ursache noch nicht.

So taktierte er schon im Achtelfinale um den intensiven Bereich zu vermeiden. Das wäre beinahe schief gegangen. Ab dem Viertelfinale war er dann gezwungen, Gas zu geben. Das Auge hielt dem Druck stand und im Finale schien er auf den Sieg zu zu steuern. Bis eben Linde kam.

„Die Sache mit dem Auge hat mich in den letzten Wochen schon belastet. Ich bin im Training deshalb auch nicht so ins Laktat gegangen. Deshalb kann ich mit Silber zufrieden sein. Die Zielgerade mit dem Schotter war auch nicht ideal für mich, da bringe ich meine Kraft nicht so auf den Boden“, erklärte Federspiel.

Nach dem Zieleinlauf wurde dem Imster schlecht, so dass er sich übergeben musste, genauso wie Mels zuvor. Sogar die Siegerehrung musste kurz unterbrochen werden, weil Federspiel noch mal hinter die Bühne musste. Die harte Strecke mit zwei steilen Rampen forderte ihren Tribut, vor allem wenn man nicht hundert Prozent fit am Start stand.

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Patrick Lüthi auf dem Weg ins Finale ©Erhard Goller

Patrick Lüthi: Enttäuscht aber zufrieden

Der einzige Schweizer Starter Patrick Lüthi hatte im Finale keine echte Chance in den Kampf um die Medaillen einzugreifen. „Ich habe erst spät erfahren, dass ich hier die EM fahren kann. Deshalb habe ich mehr Ausdauer trainiert. Die optimale Vorbereitung hatte ich nicht. Dafür ist es dann sehr gut gegangen“, erklärt Lüthi, der zur Zeit in Göteborg seinen Master in Maschinenbau macht.

„Wenn man ins Finale kommt, will man natürlich nicht Vierter werden. Aber ich habe mir das Halbfinale zum Ziel gesetzt, deshalb ist Platz vier ein Erfolg und ich bin zufrieden“, antwortet Lüthi auf die Frage ob er enttäuscht sei.

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