EM St. Wendel: Vier Samstagsrennen – ein heißer Medaillenkandidat

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Hoffnungsträger: Luca Schwarzbauer ©Marius Maasewerd/EGO-Promotion

Zweimal Junioren, zweimal U23, so lautet das voll gepackte Samstagsprogramm der Europameisterschaften in St. Wendel. Um 11.30 Uhr darf der Bund Deutscher Radfahrer wohl am meisten auf Edelmetall hoffen.

Hier mal das Samstagsprogramm mit den Nachwuchs-Rennen im Kurz-Durchlauf:

9 Uhr: Juniorinnen
Die Junioren-WM-Dritte Sarah Bauer hat bisher noch keine Ergebnisse produziert, die Anlass zur Hoffnung auf Edelmetall geben. Was Albstadt wert war, kann man wegen eines Schaltungsdefekts nicht einschätzen. Die Form scheint jedenfalls ansteigend.
Antonia Daubermann ist allenfalls Außenseiterin, aber wenn es gut läuft, dann ist durchaus ein Top-Sechs-Resultat drin. Bei Hannah Grobert gilt ähnliches.
Medaillenkandidatinnen: Titelvereidigerin Malene Degn (Den), Weltmeisterin Alessandra Keller, Sina Frei und so ziemlich die ganze Schweiz.

11.30 Uhr Junioren
Luca Schwarzbauer (Lexware) hat drei Rennen der UCI Junior Serie auf Platz zwei beendet. Jeweils hinter Simon Andreassen (Den), der am Donnerstag im Sprint Achter wurde. Wenn er es sich recht überlegt, dann will er „die dänische Nationalhymne eigentlich nicht mehr hören“, sagt er mit Augenzwinkern. „Ich versuche schlau zu fahren“, sagt er.
Ob es nun zu Gold reicht? Auf jeden Fall ist er die größte Medaillenhoffnung im deutschen Lager und man muss hoffen, dass der Nürtinger mit dem Druck klar kommt.
David Horvath (Lexware) kann ebenfalls vorne mitmischen, wenn er an die Leistung von Nove Mesto (4.) anknüpft. Robin Hofmann (Haibike) und Tobias Eise (HWG Gedern) können für Top-Ten-Resultate sorgen.

14:00 U23 Damen
Das wohl am hochkarätigsten besetzte U23-Rennen aller Zeiten. Die zweifache Elite-Weltcupsiegerin Pauline Ferrand Prevot und die Führende im Elite-Weltcup Jolanda Neff (beide Liv Pro XC) sind die absoluten Topfavoritinnen. Da bleibt für den Rest nicht mehr viel übrig. Zumindest auf dem Papier.
Die Französin Margot Moschetti (Scott-La Clusaz) gilt als erste Bronze-Kandidatin, nachdem sie die letzten beiden Weltcup-Rennen in der U23-Kategorie dominierte. Titelverteidigerin Yana Belomoina (Betch.nl-Superior Brentjens) leidet immer noch an ihrer Handverletzung, bleibt aber Medaillenkandidatin. Jenny Rissveds (Scott-Odlo) ebenso wie die Schweizerin Linda Indergand (Strüby-BiXS).
Helen Grobert (Focus XC) hat da nur Außenseiter-Chancen, für Lena Putz (Genesis) wäre ein Ergebnis unter den besten Zehn ein Erfolg. Majlen Müller (Fujibikes-Rockets) hat als jüngster Jahrgang gewissermaßen das Recht auf freie Entfaltung und den Lern-Effekt.

17 Uhr U23 Herren
Titelverteidiger Jordan Sarrou (BH Sr Suntour-KMC) liebt Kletterkurse. Da liegt er in St. Wendel schon mal nicht falsch. Das niederländische Powerhouse Michiel van der Heijden (Giant Pro XC) und Teamkollege Victor Korretzky sind die Haupt-Konkurrenten. Dann der Spanier Pablo Guede Rodriguez.
Die Deutschen? U23-Vizeweltmeister Julian Schelb ist etwas geknickt, nach dem Turbulenzen in den vergangenen Wochen. „Ich gehe einfach locker rein und hoffe, dass nicht wieder was passiert. Die Form müsste eigentlich da sein“, so der Multivan-Merida-Fahrer.
U23-Meister Christian Pfäffle (Lexware) fällt ja aus. Ben Zwiehoff (Bergamont) und Martin Frey (Team Bulls) könnten bei einem guten Verlauf die Top 20 knacken. Zwiehoff wird von einer etwas besseren Startposition profitieren können.