Grand Raid: Fünfter Huber-Sieg bei der Legende – Stiebjahn überrascht

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Urs Huber auf dem Weg zu seinem fünften Grand-Raid-Erfolg ©Sportograf

Mit Streckenrekord hat Urs Huber vom Team Bulls die 27. Auflage des Grand Raid Christalp gewonnen. Nach 125 Kilometer von Verbier nach Grimentz gelang es dem Schweizer Meister erstmals unter der Sechs-Stunden-Marke zu bleiben. Huber schlug dabei trotz Sturz und Defekt Lukas Flückiger (BMC Racing) in 5:58:01 Stunden mit 3:06 Minuten Vorsprung. Hubers Teamgenossen Simon Stiebjahn konnte im Kampf um Platz drei überraschend Vize-Weltmeister Alban Lakata (Topeak-Ergon) auf den vierten Rang verweisen. Bei den Damen siegte Ariane Kleinhans (Team Spur).

 

Das Grand Raid Christalp ist eines der ältesten Marathon-Rennen der Welt, vielleicht sogar das Älteste seiner Art, mit seinen 5025 Höhenmetern auf jeden Fall auch eines der härtesten.

Urs Huber war bei seinem fünften Christalp-Siege bei der 27. Auflage nicht zu stoppen, nicht von einem Kettenwechsel nach 30 Kilometern und auch nicht durch einen Sturz in der letzten Abfahrt vom Pad de Lona, bei dem er sich Hinterrad-Bremse und Schaltung unbrauchbar machte. Und eben auch nicht von seinem schärfsten Widersacher Lukas Flückiger.

„Meine Beine waren vom Start weg perfekt, deshalb habe ich sofort ein sehr hohes Tempo angeschlagen, um die sechs Stunden knacken zu können. Das war heute mein Ziel. Danach war das Rennen allerdings ein emotionales auf und ab, ein richtiges Drama. Sowohl die verbogene Kette, als auch der Sturz, hätten alles zunichte machen können. Umso glücklicher bin ich, dass ich mein Ziel erreicht habe und muss meinem gesamten Team ein riesiges Dankeschön aussprechen. Ohne die Unterstützung wäre der Rekord nicht möglich gewesen“, wird der Schweizer Marathon-Meister in einer Pressemitteilung seines Teams zitiert.

Stiebjahn hält sich zurück

Zur Freude über den Sieg gesellte sich im Team Bulls auch noch die Freude über dritten Platz von Simon Stiebjahn. Der Zweite der Trans-Schwarzwald scheint aus der Rundfahrt noch mal einen Formschub mitgenommen zu haben. In der ersten Rennhälfte hatte er sich zurückgehalten, um am Schlussanstieg zum Pas de Lona noch Reserven zu haben. Er schaffte es den zweifachen Weltmeister Alban Lakata um 35 Sekunden zu distanzieren und mit 8:08 Minuten Rückstand auf Urs Huber Dritter zu werden.

Karl Platt war lange in der Spitzengruppe unterwegs, hatte aber in der letzten Abfahrt einen Durchschlag am Hinterrad und musste Alban Lakata passieren lassen.

Damen: Bettina Janas beste Deutsche

Bei den Damen triumphierte Ariane Kleinhans nach 7:33:06 Stunden mit 15:33 Minuten Vorsprung auf Cornelia Hug (Crazy Velo Shop) und 34:45 Minuten vor Florence Darbellay.

Beste Deutsche wurde Bettina Janas (sportograf.com), die mit 53:33 Minuten Differenz als Sechste das Ziel erreichte, während Annette Griner (Texpa-Simplon) für ihren siebten Platz 1:16:39 Stunden mehr benötigte als Kleinhans.

Bettinger gewinnt die 93 Kilometer mit Streckenrekord

Matthias Bettinger vom Lexware Mountainbike Team gewann derweil die 93 Kilometer lange Distanz, die in Nendaz startet, auch er mit Streckenrekord. 4:59:10 Stunden benötigte der Breitnauer und damit 22:05 Minuten weniger als Martin Sandoz (Team Passion Velo). Nach seiner Grand-Raid-Premiere war er begeistert: „Einfach genial dieses Rennen.“