Hadleigh Park: Nino Schurter müde, aber erfolgreich – Martin Gluth übersprintet Manuel Fumic

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In Runde eins: Sam Gaze vor Nino Schurter, Matthias Stirnemann, Thomas Litscher und Marco Fontana ©Anne Buick/Hadleigh Park

Weltmeister Nino Schurter (Scott-Odlo) ist im Hadleigh Park seiner Favoritenstellung gerecht geworden und hat sein letztes Rennen vor den Olympischen Spielen in Rio vor Luca Braidot (Forestale) und Matthias Stirnemann (Möbel Märki) gewonnen. Bester Deutscher war Martin Gluth (Novus-OMX) auf Platz sechs, der Manuel Fumic (Cannondale Factory Racing) knapp hinter sich ließ.

Manuel Fumic war praktisch das komplette Rennen mit Martin Gluth am Hinterrad unterwegs. Der Kirchheimer lag mit dem Freiburger in der zweiten Gruppe ab Platz sechs. Während einerseits von hinten der schlecht gestartete Julien Absalon (BMC Racing) vorbei ging, kam Sam Gaze nach seiner Anfangs-Offensive zurück, Marco Fontana (Cannondale Factory Racing) fiel durch Defekt zurück, wie auch Maxime Marotte (BH-Sr Suntour-KMC).

So kam es zum Sprint zwischen den beiden Deutschen, den Martin Gluth zeitgleich mit Fumic für sich entscheiden konnte. Beide wurden mit 1:28 Minuten Rückstand gewertet auf den Plätzen sechs und sieben gewertet.

„Für mich lief es richtig geil. Wenn man sich die Konkurrenz anschaut, denke ich, das war das beste Rennen meiner Karriere“, freute sich Martin Gluth. „Mani hatte ein super Tempo, immer mit Zug, das war perfekt für mich. Ich habe mich dann auf meine Stärke im Finish konzentriert, Zielsprint, das kann ich ja. Und es hat geklappt.“

Manuel Fumic nahm es gelassen, dass ihm der 25-Jährige den sechsten Platz noch wegschnappte. „Ich habe gar nicht so auf das Ergebnis geachtet. Ich hatte bis zum Schluss richtig Punch und keine negativen Gedanken. Das war wichtig für mich, mehr will ich gar nicht sagen“, erklärte Fumic. Ein Fortschritt gegenüber den vergangenen Wochen scheint das Rennen für ihn auf jeden Fall gewesen zu sein.

Für U23-Fahrer Robin Hofmann (Haibike-Ötztal) diente das Rennen zum Sammeln von Erfahrungen. Er wurde 29. (+11:43). „Es war ein solides Rennen, aber kein richtig gutes. Aber es war cool auf dem Olympia-Kurs von 2012 fahren zu können und gegen die Besten der Welt“, sagte Hofmann.

Matthias Stirnemann stürzt und hat Glück

Im Kampf um den Sieg in dem HC dotierten Rennen, gab es in der ersten Hälfte der Konkurrenz einige Führungswechsel.

U23-Weltmeister Sam Gaze (Specialized Racing) zeigte sich in Runde eins an der Spitze, dann übernahm auch Thomas Litscher einmal die Führung. Nino Schurter war präsent, fühlte sich in den ersten Runden aber „nicht ganz frisch“, wie er sagte. „Ich war noch müde vom Höhentraining“, gestand der Schweizer.

Doch nach der Hälfte der Distanz war er es, der die Spitzengruppe sprengte. Nur Matthias Stirnemann (Möbel Märki) konnte folgen, während Litscher seinen Versuch hinterher zu jagen mit Rückenschmerzen bezahlte und vorübergehend einen Gang rausnehmen musste.

Stirnemann unterlief dann in der vierten von sieben Runden ein Flüchtigkeitsfehler. „Ich bin in der schnellsten Passage der Strecke gestürzt und habe ziemlich Glück gehabt. Der Helm ist kaputt und eine Seite ist ziemlich aufgeschürft“, berichtete Stirnemann.

So fuhr Nino Schurter einem weiteren Sieg und einem erfolgreichen Olympia-Test entgegen. „Ich bin sehr zufrieden“, gab Schurter zu Protokoll, „es läuft alles nach Plan.“

Stirnemann fand schnell seinen Rhythmus wieder, hatte aber etwas Probleme mit der Konzentration, wie er sagte. In Maxime Marotte (BH-Sr Suntour-KMC) hatte er einen Begleiter, doch der fiel durch Defekt zurück.

Der Eidgenosse musste in der Schlussrunde noch den Italiener Luca Braidot (+0:18) vorbeiziehen lassen und wurde am Ende mit 29 Sekunden Differenz auf Schurter (1:21:20) Dritter.

Forsters früher Defekt, Kulhavys andere Pläne

Mit 50 Sekunden Differenz landete Julien Absalon (BMC Racing) auf Rang vier. Der Franzose hatte einen schlechten Start erwischt und lag nach einer Runde nur auf Platz zwölf, bereits 16 Sekunden hinter Schurter.

Den fünften Platz ergatterte Thomas Litscher, dessen Rücken sich nach einer Runde erholt hatte. „Als ich versuchte Nino hinter zu jagen, hat es mich hingestellt, das war wohl zu viel. Aber ich insgesamt bin ich zufrieden mit meinem Rennen“, so Litscher.

Lars Forster (BMC Racing) hatte bereits nach 250 Metern einen Vorderrad-Defekt. „Keine Ahnung wie der zustande kam“, rätselte Forster. Er fuhr nach dem Radwechsel an letzter Position weiter, doch die Motivation war weg. „Körperlich hatte ich ein perfektes Gefühl. Die Form ist ansteigend, es fehlt nur noch das Renn-Glück“, sagte Forster, der mit 3:57 Minuten Differenz noch 15. wurde.

Marco Fontana lag zu Beginn in der Spitzengruppe, fiel dann aber durch einen Defekt weit zurück. Am Ende war der Cannondale-Fahrer 16. (+4:23).

Der dritte Schweizer Olympia-Starter Mathias Flückiger (Stöckli Pro Team) war nicht am Start. Er fährt im Gegensatz zu den anderen Schweizer Olympioniken den Weltcup in Mont Sainte Anne als letzten Test.

Olympiasieger Jaroslav Kulhavy (Specialized Racing) stand zwar auf der Meldeliste, doch der Tscheche hatte das Rennen nie wirklich auf dem Plan. Er bestreitet noch eine viertägige Straßenrundfahrt (Vysocina Tour) bevor er nach Rio fliegt.

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