Hafjell-Notizen (2): Nicht jedem macht die „Fun Factory“ Spaß

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Manuel Fumic beim Training auf der Strecke in Hafjell. ©Erhard Goller

4,16 Kilometer misst der Cross-Country-Kurs beim Weltcup-Finale in Hafjell. 4,16 Kilometer Auf und Ab an einem alpinen Skihang, die ihre Tücken offenbaren. Es besteht Nachbesserungs-Bedarf, meint nicht nur Norwegens Star Gunn-Rita Dahle-Flesjaa (Multivan-Merida).

Wie man das aus anderen Skigebieten schon kennt (Les Gets, Windham) zieht auch die Strecke in Hafjell ihre Schleifen quer und steil über den Hang und verschwindet bisweilen in den kleinen Wäldchen, die da zwischen den Schneisen noch übrig sind.

Auf die Beratung von Cross-Country-Fahrern haben die Organisatoren laut Gunn-Rita Dahle-Flesjaa verzichtet, es waren eher Leute am Werk, die aus dem Downhill-Bereich kommen.
So sind ein paar künstliche Sprünge eingebaut, die vielleicht für die Gravity-Spezialisten mit ihrer Geschwindigkeit und ihren Bikes funktionieren, für die Cross-Country-Fahrer allerdings nicht.

So ist die, ausgerechnet „Fun Factory“ getaufte Passage, nicht wirklich geeignet, zumindest nicht alle Teile. Nicht mal bei den Herren waren alle Fahrer in der Lage die zu springen. Nach entsprechender Kritik sollen die Hügel auch noch angepasst werden.

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Als “Spaß-Fabrik” gedacht, aber nicht ganz so geworden, die Fun Factory, die zum Rennen im letzten Teil nochmal modifiziert wurde. ©Erhard Goller

Die Organisatoren haben sich beim Bauen solcher Sequenzen sehr viel Mühe gemacht, andere Passagen aber auch einfach in den Hang geklatscht. Steile, schnelle Schotterabfahrten, praktisch direkt nach unten, sind nicht das, was ein XC-Fahrer liebt. Und es gibt eine Menge scharfkantige Steine, die von Sprengungen dort übrig geblieben sind.

„Als ich vergangenes Wochenende zum ersten mal hier war, gab es noch viel mehr. Sie haben einiges raus geräumt“, erzählt Gunn-Rita Dahle-Flesjaa und berichtet von zahlreichen Defekten.
Manuel Fumic (Cannondale Factory Racing) hat junge Russen dabei beobachtet, wie sie im Training selbst Steine von der Strecke entfernt haben. Er verweist auf das Problem, das lose Steine im Kurs mit sich bringen.

„Wenn ein Fahrer vor dir den Stein verschoben hat, stimmt deine Linie nicht mehr. Dann fährst du auf den nächsten Stein drauf und es wird ein Gehacke. Oder du steigst gleich ab“, erklärt Fumic, der mit dem Kurs aber prinzipiell gut zurecht kommt.
„Gegenüber gestern hat er sich schon deutlich verbessert weil jetzt viele Leute drauf gefahren sind“, meint Fumic.

„Die Organisatoren haben ihre Chance das fürs nächste Jahr für die WM besser zu machen. Dafür müssen sie halt ein bisschen offener werden“, meint Dahle-Flesjaa. Die kritischen Anregungen, die sie in dieser Woche zu hören bekamen, könnten ja zum Nachdenken anregen.

Zufalls-Sieger wird es am Samstag wohl kaum geben, dazu ist die Strecke zu fordernd. Flachpassagen sind, abgesehen von der Zieldurchfahrt, Fehlanzeige.