Klarstellung: Pauline Ferrand Prevot fährt auch weiter Straßenrennen

 

Pauline Ferrand Prevot bleibt dem Straßenrennsport im Team Canyon-Sram weiter treu. Eine nicht ganz klare Formulierung in der acrossthecountry.net-Meldung vom Montag hat da zu Irritationen geführt. Die Französin soll laut Ronny Lauke, Sportlicher Leiter beim Straßen-Team von Ferrand Prevot, bei La Course Ende Juli wieder ins Asphalt-Metier einsteigen. Und am Ende der Saison hat man neben der MTB-WM in Cairns auch die Straßen-WM in Bergen, Norwegen, im Visier.

 

Acrossthecountry.net hatte nach einem kurzen Gespräch mit Pauline Ferrand Prevot in Albstadt am Montag gemeldet, dass sich die sich aufs Mountainbike konzentrieren würde. Gemeint war und auch so verstanden war: erst mal – aber diese Einschränkung fehlte in der ersten Version des Artikels. So vermittelte die Meldung den Eindruck, als wolle sie nur noch Mountainbike-Wettkämpfe bestreiten. Dem ist nicht so. Ein Gespräch mit Ronny Lauke brachte Klärung.

Erst einmal wird sich Pauline Ferrand Prevot tatsächlich auf den Cross-Country-Sport konzentrieren. Die Schweizer Rennen in Gränichen (11. Juni), Lostorf (18. Juni) und dann die Weltcups in Vallnord, Andorra und Lenzerheide, Schweiz stehen auf dem Wettkampf-Programm.

Die 25-Jährige wird auch auf einen Start bei den Französischen Meisterschaften auf der Straße verzichten. Aber im Juli auch wieder bei Straßenrennen an den Start gehen.

Die Gestaltung des Wettkampf-Programms hat viel mit der Ausgangslage zu tun, mit der Pauline Ferrand Prevot im neuen Team in die Saison gestartet ist. Der Radsport war für das Supertalent 2016 zu einem „Albtraum“ geworden.

Wechselwirkung Straße-Mountainbike verstehen

„Sie stand bei Null und es ging darum, ihr wieder den Spaß am Radfahren und am Training zu vermitteln“, sagt Ronny Lauke. Für ihn und sein Team gehe es auch darum, die Belastung von Straße und Mountainbike zu verstehen, bzw. deren Wechselwirkung.

Die Saison 2017 ist als Aufbau-Saison gedacht. „Wir können dieses Jahr keine Wunder-Dinge erwarten“, meint Ronny Lauke. „Es geht erst mal um den Menschen Pauline und darum sie in beiden Bereichen auf einem guten Niveau zu stabilisieren. Sie war ja bei Null. Canyon, Sram und unsere anderen Partner unterstützen den Prozess und bauen keinen Druck auf. Das ist nicht selbstverständlich.“

Jetzt ist wettkampftechnisch erst einmal Mountainbike dran, bevor dann für die dreifache Weltmeisterin auf MTB, im Cyclo-Cross und auf der Straße Ende Juli „La Course“, das Frauen-Rennen am Final-Tag der Tour de France, auf dem Programm steht.

Zwei Weltmeisterschaften: Eine riesige Herausforderung

Als Fixpunkte der Saison stehen am Ende der Saison die Cross-Country-WM in Cairns und die Straßen-WM im Kalender. Zwischen dem Damen-Rennen in Cairns und dem Team-Zeitfahren in Bergen liegen nur acht Tage – und acht Stunden Zeitunterschied. Ronny Lauke nennt das eine „riesige Herausforderung“, aber das sei eine Sache „die Pauline möchte“.

So versuchen er und Ferrand Prevots persönlicher Coach das ehrgeizig und akribisch arbeitende Multitalent durch die Saison zu lotsen, damit sie 2018 wieder zu alter Stärke zurückfindet.

Für Ronny Lauke ist die Arbeit mit Ferrand Prevot übrigens der erste Berührungspunkt mit dem Cross-Country-Sport. Der ehemalige Straßen-Profi, der in Eisenhüttenstadt geboten wurde, war in Nove Mesto zum ersten Mal bei einem Mountainbike-Rennen. Und war „beeindruckt“, wie er sagt. „Ganz ehrlich: es war eine tolle Atmosphäre und super kurzweilig. Das ist wirklich ein schöner Teil des Radsports und die Rennen waren große Klasse.“