KMC Bundesliga Heubach: Ein Schwarzwälder schlägt den Sprint-Weltmeister

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Heiko Gutmann lässt sich den Sieg beim Heubach-Sprint nicht nehmen, Paul van der Ploeg hat aufgegeben. ©Marius Maasewerd/EGO-Promotion

Heiko Gutmann vom Lexware Mountainbike Team hat einen Coup gelandet und sich beim BiketheRock den Sieg im Eliminator Sprint der KMC Bundesliga geholt. Gutmann besiegt Weltmeister Paul van der Ploeg (Giant Australia), Emil Lindgren (Giant Pro XC) und den Deutschen Meister Simon Stiebjahn (Team Bulls). Fünfter wurde Marco Schätzing (Fujibikes-Rockets).

Wer im Eliminator Sprint Angst hat, der hat schon verloren. Aber man darf auch keinen Respekt vor großen Namen haben. Heiko Gutmann, der schweigsame Schwarzwälder, ist nur zurückhaltend, wenn es um das gesprochene Wort geht.
Im Eliminator Sprint von Heubach, da kam beim Münstertäler ziemlich viel Output – aus den Beinen.

Er ließ sich am Samstag weder von Cairns-Weltcup-Sieger Samuel Gaze (Specialized) aus Neuseeland noch vom australischen Weltmeister Paul van der Ploeg beeindrucken, sondern nutzte beim 14. BiketheRock powered by KMC deren Fehler ganz cool und mit viel Courage aus.

Im Halbfinale warf der 27-Jährige den Qualifikations-Schnellsten Samuel Gaze aus dem Rennen, nachdem der sich am Anfang einen kleinen Rutscher erlaubt hatte.
Er ging an Marco Schätzing vorbei und war Zweiter.
„Ich habe gemerkt, dass Gaze von hinten kam und dachte, es ist besser, wenn ich an die erste Position gehe.“
So nutzte er einen kleinen Fehler des führenden van der Ploeg und ging in einer Kurve am Australier vorbei.

Finale: Gutmann sieht die Lücke und zieht durch
Der musste noch sein ganzes –beträchtliches – Lebendgewicht in die Waagschlage werfen, um Gaze aus dem Wettbewerb zu kegeln.
Im Finale erwischte van der Ploeg den besten Start, doch eingangs der zweiten 430-Meter-Runde rutschte der Aussie kurz weg und Gutmann nutzte, an zweiter Stelle liegend, seine Chance.
„Ich dachte kurz, er macht mir die Lücke noch mal zu, als ich auf gleicher Höhe war, aber dann konnte ich durchziehen“, schildert Gutmann die entscheidende Szene. Auf den verbleibenden 300 Metern lässt er sich nicht mehr in Bedrängnis bringen und feiert einen fast sensationellen Erfolg.

„Das ist schon mehr wert, als meine bisherigen Erfolge in der Bundesliga“, freute sich der der 27-Jährige angesichts der Gegner. Vor zwei Jahren war Gumtann im Weltcup in La Bresse einmal Sechster geworden.
Van der Ploeg versuchte noch mal anzugreifen, doch Gutmann wehrte sich erfolgreich. „Ich habe den Sieg verschenkt“, meinte Paul van der Ploeg. „Aber es war ein cooler Sprint mit vielen Zuschauern.“

Für einen späten Samstagnachmittag waren tatsächlich viele Leute an der Strecke und sie erlebten einen Sprint der spätestens mit dem Halbfinale richtig Fahrt aufgenommen hatte. Die komplette Strecke wurde von den Kameras der Seru-Film erfasst und auf die Videowall transportiert.

Lindgren fehlt die Power am Start
Dritter wurde der Weltcup-Vierte von Cairns, Emil Lindgren, der den Deutschen Meister Simon Stiebjahn (Team Bulls) aus Titisee-Neustadt nach einem schlechten Start noch von Rang drei verdrängen konnte.
„Mir fehlt am Start die Power am Start, aber ich denke technisch bin ich bei den Besten. Aber es hat Spaß gemacht“, kommentierte Emil Lindgren.

Simon Stiebjahn war mit seinem ersten Auftritt im Deutschen Meistertrikot „sehr zufrieden“, auch wenn er den dritten Rang noch abgeben musste. „Ich habe mich gestern gar nicht gut gefühlt. Heute morgen habe ich noch eine Höhen-Simulation gemacht, das kostet auch Energie. Deshalb hat mir wohl ein kleiner Tick gefehlt, um auf der Gerade vorbei zu kommen. Daher ist Rang vier super“, meinte Stiebjahn.

Marco Schätzing war in dem mit drei Weltcup-Finalisten von Cairns besetzten Feld mit seinem fünften Rang zufrieden. Er erwischte im kleinen Finale einen guten Start und konnte seine Spitzenposition routiniert gegen Samuel Gaze verteidigen.

Die Plätze sieben und acht gingen an Louis Wolf (Cube), der seine gute Form von Saalhausen bestätigte und Martin Frey (Team Bulls), dem im kleinen Finale „ein wenig kaputt“ ging.

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