KMC Bundesliga Titisee-Neustadt: Auswärtsspiel für Ben Zwiehoff

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Hier haben wir die zwei Haupt-Konkurrenten im Kampf um die Bundesliga-Gesamtwertung: Vorne Ben Zwiehoff, an zweiter Stelle Simon Stiebjahn ©Erhard Goller

Vor dem finalen Wochenende der KMC Bundesliga in Titisee-Neustadt ist das Rennen um die Gesamtwertungen bei den Damen und bei den Herren noch offen. Bei den Herren werden sich Ben Zwiehoff (Bergamont) und Titelverteidiger Simon Stiebjahn (Team Bulls) bekämpfen, bei den Damen Hanna Klein (Superior Bikes) und Elisabeth Brandau (Radon-EBE Racing). Weil es beim Finale doppelte Punktzahl gibt, sind aber auch noch andere Gesamtsieger denkbar. So sehen die Ausgangslagen in den verschiedenen Kategorien aus.

Vorweg: In Titisee-Neustadt werden Sprint und Cross-Country-Rennen ausgetragen. Im Sprint geht die Punkte-Reihung so: 30-25-22-20-17-15-14-13-12…

Im Cross-Country geht sie so: 60-50-45-40-35-30-28-26-24-22-20-19-18…

Wie gesagt: Beim Finale zählen die Punkte doppelt, auch im Sprint. Maximale Ausbeute aus beiden Wettkämpfen wären also 180 Zähler. Das wurde so eingeführt, um einerseits die Attraktivität des Finales zu erhöhen und zweitens dort dann auch das Podest komplett besetzt zu haben.

 

Die Situation bei den Herren

Ben Zwiehoff, als U23-Fahrer hat er sowohl in Ortenberg als auch am Nürburgring für die Elite gemeldet und führt nach seinen beiden Siegen dort mit 120 Punkten das Klassement an. Zweiter ist Julien Absalon (BMC Racing, 105), der aber beim Finale nicht am Start ist. Simon Stiebjahn liegt mit 104 Punkten auf Rang drei.

Der Ex-Meister im Sprint versucht am Samstag so viel wie möglich auf Zwiehoff gut zu machen. Doch auch der versucht sich nach langer Zeit mal wieder im Eliminator.

„Es wird ganz sicher heiß hergehen“, meint Zwiehoff. „Ich werde mich wegen der Gesamtwertung aber nicht verrückt machen lassen, sondern versuchen mich auf mein Rennen zu konzentrieren. Stiebi ist sicher top motiviert und es ist sein Heimrennen. Das hat für mich einen bisschen Auswärtsspiel-Charakter, aber hemmen wird mich das nicht“, kündigt der Essener an.

Durch die 120 Punkte, die bei einem Sieg im XC-Rennen fällig werden, sind auch Maxime Marotte (BH-Sr Suntour-KMC, 65) und Florian Vogel (Focus XC, 60) nicht ganz außer acht zu lassen.

Sie werden im Kampf um einen Platz auf dem Fünfer-Podium auf jeden Fall eine Rolle spielen und zu Konkurrenten von Max Holz (91), Lysander Kiesel (beide CEP Racing, 68), sowie Christian Pfäffle (Stevens MTB Racing, 67) und Markus Schulte-Lünzum (Focus XC, 65).

 

Die Situation bei den Damen

Aussichtsreich sind hier Hanna Klein (153) und Elisabeth Brandau (144). Beide haben die Gesamtwertung noch nie gewonnen. Brandau wird sicher erst mal stärker eingeschätzt, aber zuletzt fühlte sie sich nicht ganz fit.

„Mal sehen, ob es reicht für die Gesamtwertung, aber auch Platz zwei wäre ein Erfolg. Die Form ist noch da, aber man wird langsam müde von der langen Saison“, so Brandau.

Beide kämpfen bereits am Samstag im Sprint um Punkte. Und da kann es ja bekanntermaßen schnell gehen mit Ausscheiden oder Weiterkommen.

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Hanna Klein (links) und Elisabeth Brandau (Mitte) werden vermutlich den Gesamtsieg unter sich ausmachen, Clarissa Mai (rechts) hat Chancen aufs Podium ©Erhard Goller

Auch bei den Damen gibt es die Konstellation, dass mit Gunn-Rita Dahle-Flesjaa (Multivan-Merida, 60) die Favoritin für das XC-Rennen noch eingreifen könnte. Allerdings ist erstens das Damen-Feld nicht so dicht besetzt und zweitens haben Klein und Brandau schon mehr Punkte auf dem Konto als Zwiehoff und Stiebjahn. Die 180er-Marke, die für Dahle-Flesjaa das maximal Erreichbare ist, müssten sie eigentlich knacken.

Im Kampf um die weiteren Podest-Plätze haben sich Theresia Schwenk (Radon, 87), Clarissa Mai (Link Rad Quadrat, 85), Antonia Daubermann (Global Fine Arts-Stevens, 60) die besten Ausgangspositionen erarbeitet. Aber auch Sprint-Meisterin Nadine Rieder liegt mit ihren 57 Punkten noch aussichtsreich im Rennen.

Helen Grobert (Ghost Factory Racing, 67) verzichtet aus gesundheitlichen Gründen auf einen Start.

 

Die Situation bei den U23-Herren

Die ist relativ eindeutig, zumindest wenn es um den Sieg geht. Kevin Panhuyzen (KTM Bikevision) führt mit 150 Punkten vor Felix Klausmann und Mark Kindler, beide mit 90 Zählern und beide von Link Rad Quadrat.

Panhuyzen ist wohl kaum noch zu gefährden, doch in den Kampf um Platz zwei können Martin Frey (Team Bulls, 73) und Max Brandl (Lexware, 70) auf jeden Fall noch eingreifen. Brandl ist nach seinem vierten Platz beim U23-Weltcup in Andorra sogar mit favorisiert. Sollte er (oder auch Frey) gewinnen, dann müsste Panhuyzen mindestens Zehnter werden.

 

Die Situation bei den Juniorinnen und Junioren

Die ist beim männlichen Nachwuchs halbwegs eindeutig. Niklas Schehl (Team Bulls) führt mit 195 Punkten 50 Zähler vor David List (Lexware) und Tim Meier (jb Brunex-Felt, 118), sowie Florian Reichle (Freiburger Pilsner-AfK, 116).

Bei einem Sieg von List würde Schehl Rang acht reichen.

Offener ist die Ausgangslage bei den Juniorinnen. Lia Schrievers (CEP Racing) hat bereits 192 Punkte gesammelt, Ronja Eibl (Gonso-Simplon) aber auch schon 169. Beide wollen nichts verschenken und haben für den Sprint gemeldet. Da ist also noch alles offen.

Den dritten Rang (120) nimmt Junioren-Weltmeisterin Ida Jansson ein, doch die ist zuhause in Schweden. So kämpft Katleen Bock (MHW-Cube, 106) mit Nina Benz (Kellys XC Racing, 101), Maria Döring (Ghost, 99) und Leonie Daubermann (Global Fine Arts- Stevens, 95) um den dritten Platz. Die zuletzt genannte Deutsche Meisterin steht allerdings nicht auf der Meldeliste.

 

Die Situation in der Sprint-Gesamtwertung

Da ist sowohl bei den Herren wie bei den Damen noch alles völlig offen. Es gab ja bisher nur zwei Wertungen. Zum Auftakt in Bad Säckingen ein Short-Race und dann den Sprint in Albstadt.

So führen die beiden Sieger, Emil Linde (nicht gemeldet) und Felix Klausmann (beide 30P) das Klassement an, vor den jeweiligen Zweiten Fabrice Mels (nicht gemeldet) und Markus Bauer (Kreidler Werksteam, beide 25P). Simon Stiebjahn und Jeroen van Eck (Stappenbelt-Specialized) haben 22 Zähler auf dem Konto und da wird’s dann interessant:

Wenn einer von Beiden den Sprint an der Hochfirst-Schanze gewinnt, dann wäre er automatisch Gesamtsieger, denn zwischen Platz eins und zwei liegen zehn Punkte. Das gilt natürlich auch für Markus Bauer und sogar noch für Max Holz und Tony Partheymüller (Haibike-KMC, nicht gemeldet), die mit aktuell 20 Punkten bei Punktgleichheit das bessere Final-Ergebnis hätten.

Für Stiebjahn wäre es übrigens der fünfte Sprint-Gesamtsieg in Folge.

Bei den Damen haben wir nur das Resultat von Bad Säckingen in der Wertung. Nadine Rieder führt also mit 30 Punkten vor Hanna Klein (25) Linn Gustavzzon (22, nicht gemeldet) und Sofia Wiedenroth (AMG-Rotwild, 20).