KMC Bundesliga Wombach: Duell zweier Kumpels?

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Zwei Freunde, zwei Konkurrenten – auch am Wochenende in Wombach: Markus Bauer (links) und Simon Stiebjahn ©Erhard Goller

Der Deutsche Sprint-Meister und der DM-Dritte im Cross-Country werden vor dem Auftakt zur KMC Bundesliga bei den Herren hoch gehandelt. Titelverteidiger Simon Stiebjahn (Team Bulls) und der Zweite vom Vorjahr Markus Bauer (Kreidler Werksteam) sind gehören in Wombach zu den Favoriten. Gespannt sein darf man auch auf einen Altmeister, einen Youngster und zwei Marathon-Spezialisten, die nach langer Zeit mal wieder im Cross-Country auftauchen.

Markus Bauer lebt seit etlichen Jahren in Kirchzarten und hat in Furtwangen studiert. Aber seine ursprüngliche Heimat ist Lohr am Main, seine sportlichen Wurzeln hat er im Stadtteil-Verein RV Viktoria Wombach. Dort gibt es einige Jahre ein Cross-Country-Rennen, aber noch nie gab es ein so wichtiges dort. Kein Wunder, dass die Vorfreude beim 25-Jährigen groß ist.

„Ich freue mich riesig auf das Wochenende und bin froh, dass ich in meiner Heimat ein Bundesliga-Rennen fahren kann. Ich will vor heimischem Publikum zeigen, was ich drauf habe und versuchen ums Podium zu kämpfen“, sagt er und spricht von einem „besonderen Gefühl“, wenn er da am Wochenende über die Mainbrücke nach Hause und gleichzeitig zu einem Rennen fahre.

Der besondere Umstand, dass es für den Bundesliga-Auftakt mit Haiming, Tesserete und fünf weiteren europäischen Rennen sehr viel Veranstaltungskonkurrenz gibt, macht Markus Bauer in seinem Heimrennen auch gleich noch zum Mitfavoriten.

Es ist ausgerechnet sein guter Kumpel Simon Stiebjahn, der ihm den Heimsieg streitig machen könnte. Und das auch schon am Samstag beim Eliminator Sprint in der Innenstadt von Lohr am Main.

Der Schwarzwälder aus Titisee-Neustadt ist nicht nur Deutscher Meister in dieser Disziplin, sondern auch Titelverteidiger in Sachen KMC Bundesliga-Sprint und KMC Bundesliga-Gesamtwertung.

„Angriffslustig wie immer“, sagt Stiebjahn, sei er. „Ich versuche meinen Vorjahreserfolg zu wiederholen und dafür muss ich in Wombach schon anfangen Punkte zu sammeln.“ In dieser Saison hat er bisher zwar nur in der Marathon-Disziplin Form nachgewiesen, doch Stiebjahn ist ein Allrounder wie er im Buche steht.

„Bisher hat das auch immer ohne spezielle Vorbereitung geklappt“, ist er zuversichtlich.
Übrigens: Sollte Stiebjahn Bauer den Sieg stibitzen, dann könnte der sich bei dessen Heimrennen in am 11./12. Juli in Titisee-Neustadt ja revanchieren.

Wer noch? Kurschat, Zwiehoff und das Marathon-Duo?
Während derweil Moritz Milatz (Koch Engineering-Müsing Bikes) „voraussichtlich“ zuhause bleiben wird, will sein Teamchef Wolfram Kurschat in Wombach so viel wie möglich Punkte abgreifen. In Schaan hat ihm noch eine Ecke gefehlt, um auf hohem Niveau durchfahren zu können, doch das könnte in Wombach schon besser sein.
Kurschat könnte dem Duo Stiebjahn-Bauer durchaus gefährlich werden.

Das gilt auch für Ben Zwiehoff (Bergamont-Hayes). Mit dem Essener gibt es in dieser Saison noch keinen Vergleich, der eine echte Aussage erlauben würde. Doch Zwiehoff hat nicht umsonst anstatt für die U23 für das Elite-Rennen gemeldet. Er nutzt den Bundesliga-Auftakt um die DM-Strecke 2016 kennen zu lernen, fühlt sich aber auch stark genug, um gegen die Bauers und Stiebjahns zu bestehen.

„Ich habe mich für einen Start in der Elite-Klasse entschlossen, weil es da ein paar UCI-Punkte mehr zu holen gibt. Meine Form dürfte auch gut sein, so dass ich mich auch im stärkeren Fahrerfeld durchsetzen kann“, meint Zwiehoff.

Karl Platt verspricht „Auspuffcheck“ für Teamkollege Stiebjahn
Das Herren-Rennen hat überdies noch ein ganz spezielles Bonbon zu bieten. Die Marathon-Spezialisten Karl Platt und Tim Böhme statten den Cross-Country-Bikern einen Besuch ab. Und zwar mit Startnummer am Lenker.
Bei Karl Platt ist es schon ziemlich genau drei Jahre her, dass er in Münsingen ein Bundesliga-Rennen bestritt, damals musste er allerdings nach nur einer Runde aufgeben, während Teamkollege Tim Böhme als Fünfter das beste Bundesliga-Resultat seiner Karriere verzeichnete.

„Es hat mich mal wieder gejuckt und Tim hat gesagt, komm, wir fahren nach Wombach“, erzählt Karl Platt wie das Comeback zustande kam. „Ich denke für die Vorbereitung auf die Marathon-EM in Singen ist das auch nicht schlecht“, führt er weiter aus. Seinem Teamkollegen Simon Stiebjahn verspricht er dann noch lachend „einen richtigen Auspuffcheck“. Soll heißen, man werde die Cross-Country-Fähigkeiten des Youngsters auf den Prüfstand stellen. Spaß haben, dürfte das Hauptmotto für das Bulls-Duo sein.